Olympiastart als Höhepunkt einer kurzen Karriere

29.07.2016 • 20:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit 39 Jahren gab Reinhard Hartmann (l.) ein Comeback in der Bundesliga und besiegte Manfred Brötzner mit 18:7 Punkten. Foto: Privat
Mit 39 Jahren gab Reinhard Hartmann (l.) ein Comeback in der Bundesliga und besiegte Manfred Brötzner mit 18:7 Punkten. Foto: Privat

Reinhard Hartmann verlor im Kampf um den Halbfinaleinzug gegen Olympiasieger.

Schwarzach. Neben dem Freistilspezialisten Günter Busarello (Rang sieben) war der KSK Klaus 1980 bei den Spielen in Moskau noch mit zwei Greco-Ringern vertreten. Während Herbert Nigsch (Zwölfer bis 57 kg) deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb, schaffte auch Reinhard Hartmann ein Top-Ten-Resultat.

Der Klauser hatte schon als Junior im Feder- und Leichtgewicht zu den besten Athleten auf nationaler Ebene gehört. 1977 machte Hartmann dann erstmals international auf sich aufmerksam, als er mit seinem Sieg bei einem Turnier in Clermont-Ferrand das WM-Ticket löste, in Göteborg allerdings bereits in der Vorrunde scheiterte.

Als EM-Fünfter nach Moskau

Nach dem ersten Meistertitel in der Allgemeinen Klasse bestritt er 1978 die EM in Oslo und wurde Elfter; bei der WM in Mexico City kam das Aus aber wieder in der Vorrunde. Der endgültige Durchbruch gelang dem Klauser im Olympiajahr 1980. Zunächst wurde er nationaler Meister, und wenig später belegte er bei der EM in Prievdiza (CSSR) den fünften Platz. Damit hatte der 26-Jährige auch das Ticket für die Spiele in Moskau fix in der Tasche.

Das Feld in der Klasse bis 68 kg (Leichtgewicht) war erstklassig besetzt: Am Start waren vier der Top-Fünf der Spiele von Montreal 1976 sowie die Europameister der letzten drei Jahre. Inmitten der versammelten Weltspitze hatte Hartmann natürlich einen schweren Stand. Er verlor seinen Auftaktkampf gegen den Schweden Lars-Erik Skiöld: der spätere Dritte beförderte ihn nach vier Minuten auf die Schultern. Dann hatte er Glück mit einem Freilos und schaffte den Einzug in die dritte Runde, wo er nach überlegen geführtem Kampf den unsauber agierenden Khaled El-Khaled niederrang. Der Syrer wurde nach 6:46 Minuten disqualifiziert, und dadurch hatte Hartmann sogar Medaillenchancen. In der vierten Runde traf der Athlet des KSK Klaus auf den Rumänen Stefan Rusu, stand gegen den späteren Olympiasieger aber auf verlorenem Posten. Mit einer Schulterniederlage nach 3:37 Minuten war sein Aus besiegelt. Im Schlussklassement landete Hartmann auf dem ausgezeichneten siebten Platz.

Ein Jahr später beendete Hartmann dann seine internationale Karriere und fungierte 1991 beim bislang letzten Titelgewinn der KSK Klaus in der Bundesliga sowohl als Trainer als auch als Aktiver.

Nach seiner Ringer-Laufbahn beteiligte sich Hartmann dann noch auf nationaler Ebene erfolgreich als Skifahrer an Bewerben des Vorarlberger Masters Cup der Alpinen und durfte sich auch über ÖM-Medaillen freuen.

Zur Person

Reinhard Hartmann

Der Klauser war 1991, beim letzten Titelgewinn des KSK Klaus in der Bundesliga, sowohl als Trainer als auch als Aktiver tätig.

Geboren: 3. November 1953 in Feldkirch

Erfolge: Olympische Spiele: 1980 7. Greco 68 kg; WM: 1977: Vorrunde Greco 68 kg; 1979: Vorrunde Greco 68 kg; EM: 1978: 11. Greco 68 kg; 1980: 5. Greco 68 kg; Einzel-Staatsmeister 1978, 1980 und 1981 (jeweils im griechisch-römischen Stil), 8-maliger ÖRSV-Mannschaftsmeister mit dem KSK Klaus zwischen 1979 , 1980, 1981, 1982, 1984, 1986, 1989 und 1991