Rapid und der ganz besondere Reiz

29.07.2016 • 20:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Cashpoint Altach will positiven Auftakt am Sonntag gegen Rekordmeister bestätigen.

Altach. Der Hype um Österreichs Rekordmeister ist groß, und so steigt mit den sommerlichen Temperaturen auch die Vorfreude in Altach auf das Heimspiel am Sonntag (16.30 Uhr) gegen Rapid. Die Gelassenheit der Spieler vor dem großen Namen zeugt vom eigenen Selbstbewusstsein, das durch den Saison-Auftakt bestätigt wurde. Dazu gehört neben der guten Vorbereitungsphase auch die verletzungsfreie Phase innerhalb des Kaders. Bis auf Hannes Aigner, der nach Angaben von SCRA-Kotrainer Martin Bernhard auf dem besten Weg zurück ist, kann Chefcoach Damir Canadi auf den gesamten Kader zurückgreifen. Und so konnte der Wiener mit ruhigem Gewissen persönlich den ersten Auswärtsgegner – Admira Mödling – in der Europa League vor Ort im Stadion beobachten.

Keine Frage des Systems

Bernhard wollte es dann mit Blick auf den Gegner auch nicht an der taktischen Ausrichtung festmachen. „Egal ob Fünfer- oder Viererkette, wichtig ist, dass wir wissen, was uns erwartet.“ Und das ist eine Mannschaft, die sehr spielstark ist, einen ruhigen Spielaufbau praktiziert und den Ball gut zirkulieren lässt. Für Bernhard ist Rapid eine „fußballerische Mannschaft, die vorne über technisch gute und quirlige Spieler verfügt“. Dass die Wiener nun auch vermehrt mit Flankenbällen von der Seite agieren, ist wohl auch der Kopfballstärke des doch 186 cm großen Mittelstürmers Joelinton geschuldet.

Das richtige Rezept

Für Altachs Boris Prokopic ist Rapid aber auch eine Mannschaft, die „sehr kompakt agiert“. Deshalb sei es wichtig, die Chancen zu Ende zu spielen und die Bälle in die gefährliche Zone zu bringen. „Wir wollen aggressiv gegen den Ball arbeiten und dann schnell in die Spitzen spielen“, so der 28-Jährige, der wohl von Beginn an spielen wird. Bei Raumgewinn sei es dann unabdinglich, auch richtig nachzurücken. All die Dinge haben laut Teamkollege Andreas Lienhart (30) zum Auftakt gegen Wolfsberg nur bedingt funktioniert. „Die 15 Minuten vor der Pause waren wirklich sehr gut, ansonsten wird die Leistung vom Wolfsberg-Spiel wohl nicht reichen.“ Vor allem der letzte Ball war zu ungenau gespielt worden. „Im Training klappt es schon hervorragend“, verrät der Verteidiger. Dazu wolle man auch schnell umschalten und so versuchen, in den Rücken der Rapid-Abwehr zu gelangen.

Kritik am VKI-Report

Ein Thema sind in den Reihen der Altacher auch mögliche Reisestrapazen des morgigen Gegners und die Tatsache, dass Rapid wohl sein Augenmerk auf die Europa League legen wird. „Das könnte ein Vorteil sein“, weiß Prokopic. Er betont zugleich: „Aber nur, wenn wir auch nachsetzen und aggressiv agieren.“

Seinen Unmut über die Bewertung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) hinsichtlich des Stadiontests hat Christoph Längle, Altachs Geschäftsführer Wirtschaft, geäußert. „Ich hatte ein Auge auf die Herren während ihrer Arbeit und freue mich schon auf die Auswertung mit ihnen. Dass wir Bedarf haben, wissen wir nicht erst seit heute, einige Wertungen sind aber unverständlich.“ Die Verzögerung im Stadion­ausbau liegt derzeit auch nicht beim Verein oder der Gemeinde. Nach deren positivem Bescheid für die Südtribüne fehlt jetzt noch die Genehmigung durch die BH Feldkirch.

Fünferkette oder Viererkette, wichtig ist, dass wir wissen, was uns gegen Rapid erwartet.

Martin Bernhard