Suche nach einem neuen Kapitän geht weiter

29.07.2016 • 21:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
ÖFB-Coach Marcel Koller stand Rede und Antwort. Foto: gepa
ÖFB-Coach Marcel Koller stand Rede und Antwort. Foto: gepa

Im Rahmen einer Pressekonferenz äußerte sich ÖFB-Spitze zur EM und über die Zukunft.

wien. 37 Tage nach dem Ausscheiden bei der Europameisterschaft in Frankreich zog der österreichische Fußballbund Bilanz. Personelle Konsequenzen wurden allgemein ausgeschlossen.

Marcel Koller bedauerte den Rücktritt von Kapitän Christian Fuchs. „Das ist sehr schade, aber man muss es respektieren“, meinte der Teamchef. Wer das Amt übernehme, sei bislang noch unklar. Koller habe auch noch nicht entschieden, wer künftig als Linksverteidiger aufgestellt wird.

Viele Probleme bei der EM

Entscheidende Faktoren für das Ausscheiden seien unter anderem mangelnde Fitness, fehlende Turniererfahrung, die Erwartungshaltung und die ungeklärte Zukunft einiger Teamspieler gewesen.

„Die Spieler haben es als ihre Verpflichtung angesehen, die hohen Erwartungen zu erfüllen, aber keine Erfahrung mit Großereignissen gehabt“, sagte ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner bei der PK. „Wenn die Erwartungshaltung mit der Leistung in Diskrepanz steht, erzeugt das Stress. Der wirkt sich auf das Nervensystem aus und beeinflusst die Koordination“, erklärte er so auch die vielen Abspiel- und Stellungsfehler.

Verletzungen plagten Team

Marc Janko habe vor dem Teamcamp fünf Wochen lang kein einziges Meisterschaftsspiel bestritten. Innenverteidiger Aleksandar Dragovic hatte ebenfalls mit Problemen zu kämpfen. „Er ist mit Knöchelproblemen gekommen. Wir haben ihn fit gemacht, aber bis zu den Spielen nicht in Bestform gebracht“, sagte Willi Ruttensteiner. Dazu sei es problematisch gewesen, dass Spieler wie Martin Hinteregger und Martin Harnik wenig Spielpraxis hatten und mit ihren Vereinen abgestiegen waren. Aus diesen Gründen sei der ÖFB-Kader nicht in der besten Verfassung gewesen.

Streit sei ein Gerücht

Es habe keinen Streit im Teamcamp gegeben. An den Gerüchten um einen angeblichen Tellerwurf sei nichts Wahres dran.

Ein Lob gab es für die mitgereisten Fans. „Offiziell waren es 50.000 Fans, inoffiziell wissen wir, dass es noch wesentlich mehr waren. Ich möchten den österreichischen Fans danken“, meinte ÖFB-Präsident Windtner.