„Wir haben alles im Griff“

29.07.2016 • 20:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Täglich sechs bis acht Stunden verbringen Thomas Mathis und Coach Wolfram Waibel im Schießzentrum des Deodoro Sports Complex. Foto: afp
Täglich sechs bis acht Stunden verbringen Thomas Mathis und Coach Wolfram Waibel im Schießzentrum des Deodoro Sports Complex. Foto: afp

ÖOC-Sportler passen sich im Training den Verhältnissen in Rio
de Janeiro an.

Rio de Janeiro. Österreichs Sportler haben sich im Olympischen Dorf in Rio de Janeiro gut eingelebt: Aktuell sind 16 Aktive in die Appartements in der Barra-Anlage eingezogen, am Wochenende werden weitere 20 erwartet. „Nach den anfänglichen Problemen haben wir alles gut im Griff. Jeden Tag kommt zunehmend mehr Leben in die Bude“, sagte Chef de Mission Christoph Sieber.

Vier Schützen, zwei Wildwasser-Kanuten, drei Ruderer, sechs Schwimmer und ein Gewichtheber haben vor den ersten Sommerspielen in Südamerika bereits Quartier bezogen. Mit dem nächsten großen Schwung kamen Radfahrer, Tischtennisspieler sowie Bogenschützin Laurence Baldauff, Wasserspringer Constantin Blaha, Turnerin Lisa Ecker und Gymnastin Nicol Ruprecht.

Trainiert wird bei aktuell angenehmen bis kühlen Temperaturen, doch in den nächsten Tagen soll das Thermometer wieder auf bis zu 30 Grad klettern. „An einem Abend haben wir eine kleine Gelse gesehen, aber das war es dann auch“, berichtete Sieber zum Dauerthema der vergangenen Monate. Die Ansteckungsgefahr mit dem Zika-Virus, der durch Moskitos übertragen werden kann, gilt laut Weltgesundheitsorganisation im brasilianischen Winter als gering.

Fahrzeiten werden kürzer

Die Fahrt von Barra zum Sportkomplex Deodoro dauert dank fertiggestellter und für den öffentlichen Verkehr gesperrter Autobahn maximal eine halbe Stunde. „Nach Deodoro ist es jetzt nur noch ein Katzensprung“, berichtete Sieber.

In Richtung Stadt und Ipanema dürfte es nach dem Wochenende besser laufen. Auf 45 Minuten bis Copacabana, und 50 bis zum Segelhafen darf man hoffen. „Mehr kann man sich nicht erwarten. Jetzt ist es noch zäh, aber mit den Schulferien wird eine Entschärfung des Verkehrs eintreten. Die Olympic Lane wird per Video überwacht, es gibt sehr hohe Strafen für Übertretungen“, betont der OÖC-Chef-de-Mission.

In den Appartements im Dorf ist es schon sehr wohnlich, bekanntlich löste man das Problem der vorrangig nicht funktionierenden Sanitäranlagen dank Hilfe von Österreich-Haus-Arbeitern. Ein in Brasilien lebender Ingenieur aus Österreich rückte mit seinem Team an. Dazu Sieber: „Die waren ein paar Tage beschäftigt, zusätzlich haben wir einen Putztrupp reingeholt, die haben nicht nur geputzt, sondern auch Wände gestrichen und geschraubt.“

Die Arbeiter könnten sich dieser Tage übrigens ein weiteres „Zubrot“ verdienen, denn auch im Mediendorf nahe Barra läuft es noch nicht richtig rund. Fehlende Wasserhähne, verkehrt angebrachte Duschköpfe, fehlendes Warmwasser und nicht montierte Toilettendeckel erwarten die früh nach Rio angereisten Journalisten.

Jeden Tag kommt zunehmend mehr Leben in die Bude.

Christoph Sieber