Diesmal sticht Joker Salomon, Altach besiegt Rapid mit 1:0

Sport / 31.07.2016 • 21:50 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Einwechselspieler Patrick Salomon erzielte nach herrlicher Vorarbeit durch Dimitri Oberlin den Siegtreffer gegen Rapid Wien. Foto: gepa
Einwechselspieler Patrick Salomon erzielte nach herrlicher Vorarbeit durch Dimitri Oberlin den Siegtreffer gegen Rapid Wien. Foto: gepa

Die Canadi-Truppe sorgte mit starker Leistung für gute Laune im Schnabelholz.

Altach. War es am letzten Samstag der eingetauschte Dimitri Oberlin, der den 1:0-Sieg gegen den WAC fixierte, durfte dieses Mal erneut ein Wechselspieler jubeln. Patrick Salomon, in Minute 71 ins Spiel gekommen, setzte nur vier Minuten später den Ball in die Maschen. SCRA-Chefcoach Damir Canadi hatte also erneut ein glückliches Händchen und durfte sich am Ende über einen verdienten 1:0-Erfolg gegen den Rekordmeister aus Wien freuen.

SCRA-Blitzchance

Canadi nahm im Vergleich zum Spiel gegen den WAC nur eine personelle Veränderung vor. Für Cesar Ortiz, der gar nicht im Aufgebot stand, durfte Boris Prokopic von Beginn an ran. Dies wirkte sich jedoch auf die Positionen aus. Lukas Jäger, dessen Platz Prokopic einnahm, rückte zurück in die Fünferkette und bewies sich dort mit einer Zweikampfquote von 90 Prozent als „Kampfsau“. Vorne fanden sich, wie schon zuletzt Louis Mahop – er half infolge viel hinten aus – und Martin Harrer wieder. Letzterer hätte nach nur 58 Sekunden bereits für die Führung sorgen können. Sein Kopfball nach Galvao-Flanke von links ging aber knapp über das gegnerische Gehäuse.

Kurz darauf gaben die Wiener ihren ersten Warnschuss ab. Doch auch Stefan Schwab (8.) zielte drüber. Dann dauerte es genau eine Viertelstunde bis es wieder richtig gefährlich wurde. Ex-Altacher Christoph Schösswendter spielte Harrer genau in die Füße und der zog gleich aus der Distanz ab. Das sehenswerte Geschoss streifte das linke Lattenkreuz. Kurz darauf trafen auch die Hütteldorfer die Torumrandung. Der ideal bediente Thomas Schrammel (27.) visierte die lange Ecke an, scheiterte aber an der Stange. Im weiteren Verlauf häuften sich beidseits Abspielfehler und so war meist an der Strafraumgrenze Endstation. Und alle Versuche aus der Entfernung verfehlten auf beiden Seiten ihr Ziel.

Oberlin wirbelt

Nach dem Wechsel sorgten die Gäste für den ersten Akzent. Arnor Traustason (51.) bugsierte das Spielgerät zum dritten Mal an diesem Tag ans Aluminium. Doch damit hatte die Büskens-Truppe ihr Pulver verschossen.

Bei den Hausherren hingegen platzte, passend zum kurzfristigen Platzregen im Schnabelholz, nun richtig der Knoten. Allerdings hatte zunächst der Unparteiische etwas dagegen, dass Altach in Front geht. Ein Treffer von Harrer (57.) wurde wegen Abseitsstellung des unbeteiligten Nikola Dovodan nicht anerkannt. Und zu allem Überdruss übersah Herr Eisner, dass der durchgehende Oberlin (67.) – er war kurz zuvor eingewechselt worden – von Srdjan Grahovac im Strafraum am Arm zurückgehalten wurde.

Doch das sollte glücklicherweise alles keine Rolle spielen, denn in Minute 75 bekamen die knapp 6300 Zuschauer einen Tor-Leckerbissen präsentiert. Der von Harrer aus der eigenen Spielhälfte bediente Oberlin tanzte sensationell drei Gegenspieler aus, servierte mit der Hacke auf Salomon und der blieb wie anfangs erwähnt im 1:1-Duell gegen Rapid-Goalie Jan Novota Sieger. Ein Doppeltausch der Wiener verpuffte wirkungslos, und da SCRA-Keeper Andreas Lukse einen abgefälschten Murg-Schuss (77.) mühelos parierte, blieb es beim 1:0 für die Rheindörfler.

Altach-Coach Damir Canadi auf dem Weg auf die Tribüne. Der Wiener hatte beim Torjubel die Coachingzone verlassen. Foto: gepa
Altach-Coach Damir Canadi auf dem Weg auf die Tribüne. Der Wiener hatte beim Torjubel die Coachingzone verlassen. Foto: gepa

Stimmen

Es ist schon schön, Rapid zu schlagen. Wir haben sehr viel umgesetzt. Das Abseitstor war aus meiner Sicht nicht klar zu erkennen. Das war schwierig zu entscheiden. Wenn man 1:0 gewinnt, ist es leichter, so eine Situation zu überstehen. Oberlin hat eine Riesenqualität. Er kann den Unterschied ausmachen, aktuell wenn er die letzte halbe Stunde kommt. Bei Red Bull sind sehr viele Individualisten, bei uns muss er im Team arbeiten.

Damir Canadi,

Trainer Cashpoint SCR Altach

Wir haben unsere Chancen nicht genutzt. In der Phase vor dem Gegentor sind wir nachlässig geworden und wurden dafür bestraft. Dann geht wieder ein Ruck durch die Mannschaft, und mit dem Mut der Verzweiflung hoffst du auf den entscheidenden Ball. Aber du musst davor klar bleiben, dann braucht man am Ende nicht panisch werden. Dann holt man auch ein vernünftiges Ergebnis

Mike Büskens

Trainer SK Rapid Wien

Ich fand, wir hatten ein sehr schlampiges Passspiel – das war das Eine. Das Andere war: überhaupt keine Überzeugung im Abschluss. Und das Dritte ist: Wenn man so ein Spiel spielt, dann muss man merken, wenn es vorne nicht klappt und auf das 0:0 spielen – das war ein taktischer Fehler. Das war ein Warnschuss. Einige Spieler hatten überhaupt nicht die Form, die wir von ihnen erwarten.

Thomas Müller

Sportdirektor SK Rapid Wien