Olympiastart als Höhepunkt einer kurzen Karriere

Sport / 31.07.2016 • 22:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bodenmüller hält mit 21,03 m (Halle) und 20,79 m (Freiluft) immer noch die österreichischen Rekorde im Kugelstoßen. Foto: Privat
Bodenmüller hält mit 21,03 m (Halle) und 20,79 m (Freiluft) immer noch die österreichischen Rekorde im Kugelstoßen. Foto: Privat

Für Platz sechs in Barcelona 1992 erhielt Klaus Bodenmüller ein olympisches Diplom.

Schwarzach. Klaus Bodenmüller war schon in seiner Jugend aufgrund seiner Statur ein Allroundtalent in den Stoß- und Wurfdisziplinen der Leichtathletik. Nach seiner Konzentration auf das Kugelstoßen trainierte der Heeresleistungssportler nicht nur im Dornbirner Leistungszentrum, sondern vor allem in Magglingen zusammen mit dem Schweizer Weltklasseathleten Werner Günthör mit dessen Trainer Jean-Pierre Egger.

Mitte der 1980er-Jahre zeigte dann die Leistungskurve des Rankweilers deutlich nach oben: 1986 verbesserte er seine Bestmarke um 1,73 Meter auf 19,97 Meter, was erste Starts bei Großereignissen ermöglichte. 1987 übertraf Bodenmüller bei der Hallen-EM in Lievin erstmals die 20-m-Marke, seine 20,16 m reichten allerdings nur zu Platz vier. Der zehnte Rang bei der Hallen-WM in den USA war aber ein Indiz dafür, dass der 24-Jährige in der Weltspitze angekommen war.

1988 nahm Bodenmüller in Seoul erstmals an Olympischen Spielen teil. Sein Debüt endete aber bereits in der Qualifikation, enttäuschende 18,89 m reichten nicht für das Finale. Der zweifache Militär-Weltmeister setzte seinen Weg aber beharrlich fort und wurde bei der Hallen-EM 1990 belohnt. Mit einer Medaille in der Tasche gelang ihm in Glasgow im letzten Versuch der beste Wurf seiner Laufbahn: 21,03 Meter bedeuteten Gold.

In Barcelona in der Weltspitze

Nach Silber bei der Hallen-WM 1991 und Bronze bei der Hallen-EM 1992 zählte Bodenmüller dann bei Olympia in Barcelona zu jenen Kandidaten, denen man bei idealem Wettkampfverlauf durchaus Medaillenchancen einräumte. Die Qualifikation für das Finale war diesmal für den ÖLV-Rekordler kein Thema, und auch dort erfüllte er die Erwartungen vollauf. Nach drei Versuchen lag er mit 20,48 m an vierter Stelle, war damit auch in der Endphase des Wettkampfs weiter im Bewerb und hatte einen Platz in den Top acht bereits sicher.

Zwar konnte sich der mit 112 kg schmächtigste Athlet im Topstarterfeld bei den weiteren drei Versuchen nicht mehr steigern, landete schließlich aber doch auf dem ausgezeichneten sechsten Rang, der mit einem olympischen Diplom belohnt wurde.

Im Jahr nach Barcelona wurden die Knieprobleme wieder akut, Bodenmüller war weit weg von seiner Bestform (nur 29. bei der WM) und beendete daher seine Karriere früher als geplant.

Zur Person

Klaus Bodenmüller

Das Karrierehöhepunkt erlebte der Rankweiler 1990 bei der Hallen-EM in Glasgow. Seine damalige Siegesweite ist wie auch die Freiluft-Bestmarke nach wie vor nationaler Rekord.

Geboren: 6. September 1962 in Feldkirch

Erfolge: Olympische Spiele: 1988: 16. Rang, 1992: 6. Rang; WM: 1987: 7. Freiluft, 10. Halle; 1991: Silber Halle; 1993: 29. Freiluft; Militär-WM: 1986: Zweiter, 1987 und 1989 jeweils Erster; EM: 1986: 14. Freiluft; 1987: 4. Halle, 1988: 4. Halle, 1990: Sieger Halle, 11. Freiluft; 1992: Dritter Halle; Einzel-Staatsmeister fünf Mal Freiluft (1987, 1989, 1991, 1992 und 1993) bzw. sechs Mal Halle (1986, 1987, 1988, 1990, 1991 und 1992)

Bestleistungen: Freiluft: 20,79 m (13. 6. 1987 in Linz) bzw. Halle: 21,03 (3. 3. 1990 EM in Glasgow)