Über die Südstadt nach Australien

Sport / 03.08.2016 • 20:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
2000-Olympiateilnehmerin Ariane Maier ist seit ihrem Karriereende 2010 bereits zweifache Mutter geworden. Fotos: privat
2000-Olympiateilnehmerin Ariane Maier ist seit ihrem Karriereende 2010 bereits zweifache Mutter geworden. Fotos: privat

Handballerin Ariane Maier verpasste in Sydney als Fünfte knapp eine Olympiamedaille.

Schwarzach. Dass Ariane Maier zu den Millenniumsspielen nach Sydney mitreisen durfte, bezeichnete sie selbst als Glücksfall. Erst ein Jahr zuvor war die 18-Jährige ihrem Trainer Ferry Kovac vom SSV Dornbirn-Schoren, wo sie sich ihre ersten Sporen als Handballerin verdient hatte, zum ÖHB-Topklub Hypo Niederösterreich gefolgt. Bei den Südstädterinnen spielte sie vornehmlich in der zweiten Mannschaft, kam aber kurz vor Olympia am 21. Juli 2000 gegen Rumänien auch zu ihrem Debüt im Nationalteam. Im Starensemble des nationalen Serienmeisters reifte Maier zu einer exzellenten Spielerin, die im Training viel von den zahlreichen eingebürgerten Spielerinnen profitierte. Gunnar Prokop, der neben Hypo auch für das Nationalteam zuständig war, setzte aber auch auf junge österreichische Nachwuchsspielerinnen. So schaffte nicht nur Ausnahmetalent Steffi Ofenböck den Sprung ins Olympiaaufgebot, sondern auch die gleichaltrige Maier, die sich den letzten freien Platz ihm ÖHB-Team ergattern konnte. Das war umso bemerkenswerter, als neben den acht Spielerinnen vornehmlich aus Osteuropa nur sieben gebürtige Österreicherinnen im Kader standen.

Unglückliche Niederlage

Die von Welthandballerin Ausra Fridrikas angeführte rot-weiß-rote Mannschaft spielte ein gutes Turnier und erreichte als Gruppendritte das Viertelfinale. Dort gab es gegen Ungarn eine denkbar unglückliche 26:27-Niederlage, wobei die Ungarinnen den Sieg erst in der Endphase realisieren konnten. Nach einem 29:23-Sieg über Rumänien im Halbfinale der Klassierungsrunde spielte Maier mit den Österreicherinnen um den fünften Platz. In einer ausgeglichenen Partie gegen Frankreich gab es ein 33:32 nach Verlängerung und damit die Egalisierung des besten Resultats bei Olympia aus dem Jahr 1992.

Nach Olympia und dem Schulabschluss konzentrierte sich die Dornbirnerin auf ihre berufliche Ausbildung und wechselte von Hypo zu Wiener Neustadt. Mit ihrem neuen Team wurde die 21-Jährige Vizemeisterin und erreichte 2002 das Viertelfinale im EHF-Cup.

Nach ihrem Abschied aus Niederösterreich spielte die Dornbirnerin weitere zwei Saisonen bei ihrem Stammverein, ehe es sie ins benachbarte Ausland wechselte und sie mit Otmar St. Gallen 2005 Schweizer Meisterin wurde. Ende des Jahres spielte sie in St. Petersburg anlässlich ihrer zweiten WM die letzten ihrer insgesamt 40 Länderspiele. Von 2007 bis zum Karriereende 2010 spielte sie wieder für ihren Stammverein SSV Dornbirn-Schoren, wo sie nach 14 Saisonen als 28-Jährige im Frühjahr 2010 ihre Karriere beendete. Mit 75 Treffern ist Maier noch heute die erfolgreichchste SSV-Torschützin im Europacup.

Zur Person

Ariane Maier

Die Dornbirnerin ist bislang die einzige Vorarlberger Handballerin bei Olympischen Spielen. In 40 A-Länderspielen erzielte Maier insgesamt 36 Länderspieltore.

Geboren: 10. Jänner 1981 in Dornbirn

Erfolge: Olympische Spiele: 2000 5. Rang (kein Tor; WM: 2001. 7. Rang (1 Tor); 2005: 13. Rang (4 Tore); EM: 2000: 12. Rang (6 Tore); Europacup: 2002 Viertelfinale (mit Wr. Neustadt); Women Handball Austria League: 2003 Bronze mit dem SSV Schoren (beste Platzierung)

Stationen als Spielerin: SSV Dornbirn-Schoren (bis 1999), Hypo Niederösterreich (1999 bis 2001), Wr. Neustadt (2001/02), SSV Dornbirn-Schoren (2002 bis 2004), Otmar St. Gallen (2004 bis 2006), TG Lage/Ger (2006/07), SSV Dornbirn-Schoren (2007 bis 2010)