Ab November wieder das Herz des Vereins

Sport / 08.08.2016 • 22:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Uli Hoeneß kandidiert wieder als Bayern-Präsident. Foto: afp
Uli Hoeneß kandidiert wieder als Bayern-Präsident. Foto: afp

Uli Hoeneß kehrt im November in offizieller Funktion zum FC Bayern zurück und kandidiert als Präsident.

München. Sieben schmucklose Zeilen – dann war perfekt, was seit Wochen erwartet wird: Uli Hoeneß kehrt im November nach 32 Monaten zu seinem FC Bayern zurück. Der 64-Jährige werde „für das Amt des Präsidenten kandidieren“, teilte der deutsche Rekordmeister in einer kurzen Pressemitteilung mit. Dazu verkündeten die Münchner, dass Karl Hopfner bei der Mitgliederversammlung im November nicht gegen den 64-Jährigen antreten werde. Darauf hätten sich beide „bei sehr angenehmen Gesprächen einvernehmlich“ verständigt.

Wieder anpacken

Der Weg für Hoeneß, der am 14. März 2014 alle Ämter bei den Bayern niedergelegt hatte, ist also frei. Schon im Mai 2014 hatte der frühere Manager und Präsident vor seinem Haftantritt wegen Steuerhinterziehung emotional angekündigt: „Das war’s noch nicht!“ In einem mehrwöchigen Familienurlaub hat er sich nun zu einem Comeback entschieden.

Hoeneß wird nach seiner Wahl, an der keine Zweifel bestehen, auch wieder Chef des mächtigen Aufsichtsrates werden. Dies sieht die Satzung so vor. Selbst die prominenten Mitglieder des Gremiums haben dafür bereits ihre Zustimmung signalisiert.

Eins ist schon jetzt klar: Hoeneß will und wird sich bei seiner neuerlichen Amtszeit mit halben Sachen nicht zufriedengeben. Er wird wie gewohnt anpacken und unbequeme Dinge offen ansprechen. Bei den Basketballern hatte er zuletzt schon angedeutet, dass er einiges anders machen würde. Den Nachwuchs-Bereich hat er als Freigänger und als „Assistent der Abteilungsleitung Junior Team“ in seinem Sinne umgekrempelt. Und auch bei den Profis wird er wieder Einfluss nehmen. Ob das im Vorstand um Chef Karl-Heinz Rummenigge alle gut finden und auch wollen, bleibt abzuwarten.

637 Tage im Gefängnis

Ohne Hoeneß hat sich der Rekordmeister in den letzten Jahren von seinen Wurzeln immer mehr entfernt. Das berühmte „mia san mia“ scheint oft nur noch eine Floskel zu sein. Erst am Samstag hatten sich die Bayern bei ihrer Teampräsentation, die auf englisch und mit viel Klamauk abgehalten wurde, erhebliche Kritik der einheimischen Fans gefallen lassen müssen. Auch bei der jüngsten US-Tour war der Kommerz klar im Vordergrund gestanden.

Hoeneß war 2014 zu einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung in Höhe von insgesamt 43 Millionen Euro (inklusive Strafen und Zinsen) verurteilt worden. Am 29. Februar dieses Jahres kam Hoeneß nach 637 Tagen im Gefängnis auf Bewährung frei, nachdem das Gericht dem Antrag auf „Halbstrafe“ stattgegeben hatte.