Phelps’ Blick auf sein Lebenswerk

Sport / 15.08.2016 • 21:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Michael Phelps kann sich nach seinem Rücktritt ab sofort Vollzeit um seine Freundin Nicole Johnson (r.) und Sohn Boomer, der zum heimlichen Star der Olympischen Spiele in Rio wurde, kümmern. Foto: afp
Michael Phelps kann sich nach seinem Rücktritt ab sofort Vollzeit um seine Freundin Nicole Johnson (r.) und Sohn Boomer, der zum heimlichen Star der Olympischen Spiele in Rio wurde, kümmern. Foto: afp

Der Beste aller Zeiten tritt ab – und mit Katie Ledecky wartet seine Nachfolgerin.

rio de Janeiro. Wie eh und je pflügte der 31-Jährige auch in Rio de Janeiro durch das olympische Becken, ein letztes Mal am Samstag 100 m Delfin lang mit der siegreichen US-Lagenstaffel. Mit fünf Goldenen und einer Silbernen schnitt Phelps noch besser ab als 2012 in der englischen Hauptstadt.

„Diese meine fünften Spiele waren viel emotionaler als meine ersten“, erklärte Phelps, „da ich auf meine Karriere zurückblicken konnte und gesehen habe, was ich erreicht habe. Das war jetzt die Kirsche auf dem Kuchen, die ich wollte. Ich könnte nicht glücklicher damit sein, wie sich die Dinge entwickelt haben.“

Vorbild Michael Jordan

Alles habe bei ihm als kleiner Bub begonnen, er wollte die Schwimmwelt verändern. „Das habe ich, es ist mir ganz gut geglückt“, meinte Phelps. Michael Jordan habe ihn einst dazu inspiriert. „Was er im Basketball geschafft hat, wollte ich im Schwimmen schaffen. Ich habe meinen Traum wahr gemacht. Es hier zu Ende zu bringen, ist einfach perfekt.“

Ohne näher auf seine künftigen Tätigkeiten im Schwimmsport einzugehen, ist die private Situation von Phelps klar. Mit seiner Verlobten Nicole Johnson hat er den drei Monate alten Sohn Boomer, sie sind sein neues Leben. „Wir kennen uns seit neun Jahren“, sagte Phelps über seine Lebensgefährtin. „Wir wollen, dass unsere Familie weiter anwächst und wollen jeden Tag miteinander verbringen.“

Nachfolgerin steht bereit

Nach Phelps’ Abtritt bleibt den US-Amerikanern und allen Schwimm-Fans auf dieser Welt Katie Ledecky, die sie künftig mit ihren Anfeuerungen von Erfolg zu Erfolg treiben können. Wenn jemand zuzutrauen ist, Phelps’ Rekordmarke von 23 olympischen Goldenen und 28 Medaillen zu übertreffen, dann derzeit am ehesten der 19-Jährigen. Der im Aquatics Stadium der brasilianischen Hauptstadt viermal erfolgreich gebliebene Jungstar liegt nun 18 Titel hinter dem weitaus erfolgreichsten Olympioniken der Geschichte zurück, der seine Olympia-Medaillen zwischen 2004 bis 2012 eingeheimst hat.

Wenn die erste Gewinnerin des 200/400/800-m-Kraul­triples seit 1968 im Phelps-Tempo weitergewinnt, könnte sie ihn dann ebenfalls 31-jährig bei den Spielen 2028 einholen. Die Spiele 2020 werden zeigen, ob ihr Weg dahin geht, wo Phelps auf sie wartet.

Österreichs Schwimmbilanz

Österreichs Wasserabteilung saß spätabendlich in jeder Finalsession auf den Rängen. Das war nicht ganz das Erhoffte. Einigermaßen überzeugt hat nur Felix Auböck. Der 19-Jährige setzte über 400 m Kraul alles auf eine Karte, war 100 m lang auf Weltrekordkurs, musste aber seinem jugendlichen Draufgängertum Tribut zollen. Tags darauf fehlten als 18. über 200 m Hundertstel auf den Aufstieg. Über 1500 m Kraul war er sichtlich nicht fit. Birgit Koschischek war über 50 m Kraul zwar knapp an ihrer Jahresbestzeit dran, schied aber aus. Die Linzer Truppe mit Debütantin Lena Kreundl, Lisa Zaiser, Jördis Steinegger und David Brandl schaffte es in ihrem jeweils einzigen Rennen nicht in die Top 25. Für Steinegger (33) waren es in Rio mit Sicherheit die letzten olympischen Spiele.