Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Das System Stuchlik funktioniert

17.08.2016 • 21:05 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Eigentlich fühle ich wie Austrias Julian Wießmeier: An die Szene mit dem Horrorfoul im Spiel gegen BW Linz möchte ich gar nicht mehr erinnert werden. Doch ein Blick auf die Schiedsrichter-Besetzungsliste für die Bundesliga-Spiele vom Wochenende lässt mich meine besten Vorsätze schnell vergessen.

Das „System Stuchlik“ hat wieder zugeschlagen. Der Manager der österreichischen Schiedsrichter hat einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass in Österreich einiges im Argen liegt. Eine nachvollziehbare Linie ist nicht erkennbar, der Unmut im SR-Kollegium umso verständlicher.

Fußballer müssen sich für geahndete Fehltritte noch vor dem nächsten Spiel vor dem Liga-Strafsenat verantworten. Im Schiedsrichterwesen urteilt hingegen allein der Chef. Wie anders ist es zu interpretieren, dass ein Julian Weinberger, der im Spiel der Austria in Linz nicht nur einen haarsträubenden Fehler beging, schon am Samstag wieder pfeift. Nicht in der Erste Liga, sondern – quasi als Belohnung – in der Bundesliga.

Einem regulären Kopfballtreffer der Austria die Anerkennung versagt, das brutale Einsteigen an Wießmeier mit keiner Karte geahndet – mehr geht wohl nicht. Selbst der Polizist aus Wien meinte, nachdem er die TV-Bilder gesehen hatte: Keine Frage, eine klare Rote Karte . . .

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