An historischer Stätte Geschichte weiterschreiben

19.08.2016 • 19:53 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Fokussiert auf den nächsten Gegner: Altach-Goalie Andreas Lukse. gepa
Fokussiert auf den nächsten Gegner: Altach-Goalie Andreas Lukse. gepa

Tabellenführer Altach gastiert am Sonntag (19 Uhr) im Ernst-Happel-Stadion.

Altach, Wien. 1931 wurde das größte Stadion Österreichs eröffnet. Nach seiner Lage im Wiener Prater hieß die Anlage lange Zeit Praterstadion, ehe sie 1992 in Gedenken an Ernst Happel in Happel-Stadion umgetauft wurde. Nach Rapid im Vorjahr beherbergt das EM-Finale-Stadion von 2008 nun auch Altachs sonntägigen Gegner Austria Wien. Wie die Hütteldorfer zuvor bestreiten die Veilchen während des Um- und Ausbaus des eigenen Stadions die Heimspiele an historischer Stätte. Für die Elf aus dem Rheindorf ist es allerdings das erste Mal, dass man in Wien ein Spiel als Bundesliga-Tabellenführer bestreitet – quasi erneut ein historischer Moment.

Einer, der diesen besonders genießen will, ist Torhüter Andreas Lukse. Daran soll auch ein leicht überstreckter Ellbogen nichts ändern. Zum einen ist noch Zeit bis Sonntag, zum anderen „ist es nicht so schlimm“. Diese Einstellung ist es auch, die dem Trainer richtig Freude macht und die Damir Canadi von einem „neuen Teamgeist“ sprechen lässt. „Jeder will spielen oder nach einer Verletzung so schnell wie möglich zurückkommen.“

Auf die Zähne beißen

Doch nicht nur Lukse ist nach leicht angeschlagen, auch Martin Kobras hat seit dem Aufwärmen vor dem Spiel gegen St. Pölten Probleme mit der Hand. „Bei ihm ist es die rechte, bei mir die linke – zusammen funktioniert es“, sieht es Lukse gelassen und mit ein wenig Humor. Zumal auch Kobras (30) stark davon ausgeht, dass er heute in den Flieger Richtung Wien einsteigt. „Einige Bälle habe ich diese Woche ja schon gehalten. Und mit einer Schmerztablette wäre es gar kein Problem“, sagt Kobras. „Außerdem kommen im Match weniger Bälle auf das Tor.“

Die stark verbesserte Defensivleistung der gesamten Mannschaft hat auch Auswirkungen auf das Spiel der Torhüter. „Es ist mental schon ein Unterschied, ob du im Spiel einen oder zwei schwere Bälle zu halten bekommst oder mehr“, bestätigt Lukse. „Vielleicht ist diese Situation sogar schwerer. Jedenfalls ist es im Kopf anders.“ Ob sich der Trend der ersten Runden auch im Wiener Prater fortsetzen wird, wollte er nicht beantworten.

Ein verändertes Spiel

Persönlich aber hat auch schon die Systemumstellung sein Torwartspiel verändert. „Wir probieren einen schnellen, geordneten Spielaufbau“, verrät er. Dabei gehört es zu seinen Aufgaben, den Ball zu verteilen, bestmöglich an die meist hoch stehenden Galvão und Andreas Lienhart. Letzterer gehört wie Lukse zum erweiterten Kreis der Nationalmannschaft – und zumindest einer darf sich durchaus Chancen ausrechnen, nächste Woche bei der Kaderbekanntgabe für den WM-Quali-Auftakt im Aufgebot zu stehen.

Darüber macht sich Lukse (28) aber derzeit noch keine Gedanken. Wichtiger ist ihm die Partie am Sonntag, wenn man als Tabellenführer den fünften Spieltag abschließt. Oder er spricht über seinen ersten Bundesliga-Assist, denn sein weiter Ausschuss im Heimspiel gegen St. Pölten wurde zur Vorlage für Dimitri Oberlin bei dessen zweitem Treffer. Zwar half des Gegners Abwehr mit, doch es sei eben auch wichtig, Fehler zu provozieren. Das wolle man auch gegen die Austria – und dann zuschlagen.

Natürlich merke ich, dass wir deutlich weniger zulassen.

Andreas Lukse

Fußball – tipico Bundesliga 2016/17

5. Spieltag

SKN St. Pölten – SK Sturm Graz heute

NV Arena, 16 Uhr, SR Weinberger (W) sky sport AustriA (live)

FC RB Salzburg – SV Mattersburg heute

Red-Bull-Arena, 18.30 Uhr, SR Kollegger (ST) sky sport AustriA (Konferenz/live)

FC Admira Wacker Mödling – SV Ried heute

BSFZ Arena, 18.30 Uhr, SR Heiß (T) sky sport AustriA (Konferenz/live)

Wolfsberger AC – SK Rapid Wien heute

Lavanttal Arena, 16.30 Uhr, SR Schörgenhofer (V) sky sport AustriA/ORF eins (live)

FK Austria Wien – Cashpoint SCR Altach Sonntag

Ernst-Happel-Stadion, 19 Uhr, SR Jäger (S) sky sport AustriA (live)

Tabelle

 1. Cashpoint SCR Altach 4 4 0 0 7: 2 +  5 12

 2. SK Rapid Wien 4 3 0 1 13: 2 + 11 9

 3. SK Sturm Graz 4 3 0 1 8: 3 +  5 9

 4. FC RB Salzburg 4 2 1 1 6: 4 +  2 7

 5. FK Austria Wien 4 2 0 2 7: 9 –  2 6

 7. Wolfsberger AC 4 1 1 2 3: 5 –  2 4

 7. SV Mattersburg 4 1 0 3 4: 7 –  3 3

 8. SKN St. Pölten 4 1 0 3 4: 8 –  4 3

 9. Admira Wacker Mödling 4 1 0 3 3: 8 –  5 3

10. SV Ried 4 1 0 3 1: 8 –  7 3

6. Spieltag (27./28. August 2016): SK Sturm Graz – Cashpoint SCR Altach (Samstag, 16 Uhr), Wolfsberger AC – FC Admira Wacker Mödling, SV Mattersburg – SKN St. Pölten (Samstag, 18.30 Uhr), SK Rapid Wien – FC RB Salzburg (Sonntag, 16.30 Uhr), SV Ried – FK Austria Wien (Sonntag, 19 Uhr)