Altach bremste sich selbst aus

Sport / 21.08.2016 • 23:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Altacher Dimitri Joseph Oberlin erzielt gegen Teamtorhüter Robert Almer seinen sechsten Saisontreffer. Nur Zuseher ist David De Paula. Foto: gepa
Der Altacher Dimitri Joseph Oberlin erzielt gegen Teamtorhüter Robert Almer seinen sechsten Saisontreffer. Nur Zuseher ist David De Paula. Foto: gepa

Weil beste Chancen ungenützt blieben, riss die Siegesserie gegen die Austria – 1:3.

wien. Der SCR Cashpoint Altach kam mit breiter Brust ins Ernst-Happel-Stadion: Zum ersten Mal vier Spiele in der tipico-Bundesliga gewonnen – und das gleich zum Auftakt. Die Austria war vor dem Duell mit dem Vorarlberger Sensationsteam zuletzt in der Liga ein Schatten ihrer selbst: zwei Niederlagen, Gesamtskore 2:7 aus den letzten beiden Partien. Dazu schonte Trainer Thorsten Fink zahlreiche Stammkräfte für das Europa-League-Quali-Spiel in Trondheim und wechselte sein Team auf sieben Positionen. Altach durfte also zurecht als leichter Favorit in die Partie gehen. Zeigte sich das auch am Rasen?

Ex-Altacher schlägt zu

Von Beginn an entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Altach hatte die erste gute Chance. Netzer köpfte nach einem Lienhart-Eckball in Minute sieben knapp über das Tor. Doch in der 23. Minute schlug die Austria mit der ersten guten Chance eiskalt zu. Kvasina erkämpfte den Ball für Venuto. Der zog an Netzer vorbei und flankte auf den sträflich allein gelassenen Tajouri. Ausgerechnet der Ex-Altacher traf, verkniff sich aber den Jubel.

Elferfoul an Mahop übersehen

Nur drei Minuten später vergab Oberlin den Ausgleich. Nach einem sehenswerten Dribbling gegen Rotpuller auf der rechten Seite, rettete Teamkeeper Robert Almer gegen den allein aufs Tor stürmenden Schweiz-Kameruner – und kurz darauf wieder in höchster Not bei einem Kopfball von Netzer. Die Austria wurde ihrerseits immer wieder über den schnellen Venuto und den sehr aktiven Kvasina gefährlich, hatte in der 32. Minute aber viel Glück. Der Canadi-Elf wurde ein klarer Elfer vorenthalten. De Paula brachte Ngwat-Mahop zu Fall. Die Pfeife von Schiedsrichter Jäger blieb stumm.

Freude währt nur kurz

So ging Altach mit einem unglücklichen 0:1-Rückstand in die Kabine. Und kam drei Minuten nach dem Wechsel zur nächsten Gelegenheit. Von Rotpuller flog der Ball Mahop vor die Füße, doch der jagte den Ball übers Gehäuse. Altach machte nun das Spiel. Die Austria verlegte sich aufs Kontern. In der 58. Minute fiel schließlich der sehenswerte und verdiente Ausgleich. Prokopic legte nach einem Doppelpass mit Dovedan für Oberlin auf, der ging an De Paula vorbei und erzielte sein sechstes Saisontor.

Die Freude währte allerdings nur kurz. Ex-Altacher Tajouri glänzte diesmal als Assistgeber und legte per Ecke Kevin Friesenbichler das Kopfballtor zum 2:1 auf. Und es kam noch dicker. Friesenbichler erhöhte per sattem Schuss nur fünf Minuten später auf 3:1. Der sehr starke Venuto hatte sich über links herrlich durchgesetzt und den Ball auf Austrias Neuner zurückgelegt. Altach fehlte weiter das Glück im Abschluss. Zuerst schoss Dovedan nach Lienhart-Flanke neben das Tor (73.), dann rettete wieder Almer vor Oberlin (78.). Und in der 93. Minute verhinderte Almer bei einem schönen Freistoß von Harrer die Ergebniskosmetik für Altach. So setzte es die erste BL-Niederlage seit 30. April. Nicht, weil die Leistung nicht passte, sondern weil die Austria an diesem Tag weitaus cooler ihre Chancen verwertete.

Wir haben heute ein Spiel verloren, mehr nicht.

Philipp Netzer
Louis Ngwat-Mahop im Kopfballduell mit David De Paula. gepa
Louis Ngwat-Mahop im Kopfballduell mit David De Paula. gepa

Fußball

Die Zahlen zum Spiel

FK Austria Wien Cashpoint SCR Altach

 9 Schüsse gesamt 16

 4 Schüsse auf das Tor 5

42 % Ballbesitz 58 %

 2 Ecken 8

 6 Flanken aus dem Spiel 18

49 % Zweikampfquote 51 %

 4 Abseits 0

75 % Passquote 81 %

11 Freistöße 12

12 Fouls 11