Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Allmacht des Bosses

22.08.2016 • 20:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Regeln sind da, um eingehalten zu werden. Das gilt im Fußball für alle Protagonisten. Schiedsrichter wollen als Sportler angesehen werden. Sehr gerne, denn das Spiel wird schneller und die Entscheidungen diffiziler. Dann sollten sie aber auch so handeln, meinte zuletzt nicht zu unrecht Austria-Lustenau-Präsident Hubert Nagel. Allein für die Herren in Schwarz am Schreibtisch scheint das nicht zu gelten. Wunderte sich Fußball-Österreich noch über die Besetzungsliste, so kann die diese Woche nur belächelt werden. Gut vorstellbar, dass auch Besetzungschef Fritz Stuchlik geschmunzelt hat, als er erneut Julian Weinberger mit einem Bundesligaspiel belohnte. Entgegen aller Vernunft und jeglichem Leistungsgedanken.

Bleibt abzuwarten, wie auf die Gelbe Karte gegen Samuel Tetteh aus dem Spiel zwischen Liefering und Kapfenberg reagiert wird. Der Jungbulle hatte nach einem selbst im TV hörbaren Zuruf des Unparteiischen seinen Anlauf beim Strafstoß abgebrochen, ist aber dafür verwarnt worden. Die Regel sieht aber vor, dass nur dann mit einem indirekten Freistoß und einer Verwarnung zu bestrafen ist, wenn das Standbeim des Schützen bereits beim Ball ist und er mit seinem Schussbein bewusst verzögert. In Liefering aber war die Situation eine völlig andere und es hätte eine Wiederholung geben müssen. Ist so nicht passiert, also ist SR-intern die Entscheidung des Unparteiischen als Regelbruch zu werten. Dass Liefering am Ende das Spiel doch noch gewonnen hat, entschärfte jegliche Diskussion darüber.

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