Paralympics ohne Russland

23.08.2016 • 18:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Internationaler Sportgerichtshof weist Einspruch zurück und bestätigt Ausschluss.

Rio de Janeiro. Die Paralympics in Rio de Janeiro (7. bis 18. September) werden nach einem CAS-Beschluss endgültig ohne russische Athleten stattfinden. Den Komplett-Ausschluss durch das Internationale Paralympische Komitee (IPC) bestätigte der Internationale Sportgerichtshof (CAS) nach einem Einspruch der Russen.

Der britische IPC-Präsident Sir Philip Craven begrüßt das Urteil. „Die Entscheidung unterstreicht unsere Überzeugung, dass für Doping im paralympischen Sport absolut kein Platz ist. Damit haben wir einen wichtigen weiteren Schritt zu fairen Wettkämpfen und gleichen Bedingungen für alle Para-Athleten der Welt getätigt.“ Gleichzeitig sei dieser drastische Schritt ein „trauriger Tag für die paralympische Bewegung“, sagte Craven: „Aber wir hoffen, dass er auch ein Neuanfang und möglicherweise ein Katalysator für einen Wandel in Russland sein kann. Wir hoffen darauf, das russische Paralympische Komitee wieder als Mitglied aufnehmen zu können, wenn es seiner Pflicht nachkommt, faire Wettkämpfe zu ermöglichen.“

Der CAS erklärte nach Anhörung Russlands, der Ausschluss sei angemessen gewesen. Das russische NPC habe „keine Beweise erbracht, die die Fakten widerlegen, die der Entscheidung des IPC zugrunde liegen“. Das IPC-Urteil hatte weltweit für Aufsehen gesorgt, nachdem das Internationale Olympische Komitee (IOC) sich nicht zu einem Komplett-Ausschluss trotz erwiesenen Staatsdopings in Russland hatte durchringen können.

Zynische Entscheidung

Der russische Ministerpräsident Dimitri Medwedew wittert hingegen eine Verschwörung. Auf seiner Facebook-Seite schrieb er: „Die Entscheidung ist zynisch und der eindeutige Versuch von Führenden des IPC, Kontrahenten auszuschließen, weil wir immer die besten Plätze erreichen.“ Die Anschuldigungen seien „unbewiesen“. Der frühere russische Präsident schrieb weiter: „Die Ermittlungen im russischen Doping sind ein dummer und hässlicher Cocktail, in dem es zu 80 Prozent um Politik und nur zu 20 Prozent um Doping geht.“ Sportminister Witali Mutko reagierte ebenfalls mit Unverständnis auf das Urteil und nannte die Bestätigung des Ausschlusses „eher politisch als legal“.