„Heimspiel“ für den Youngster

25.08.2016 • 18:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Max Verstappen will nun auch in der WM an Ferrari-Pilot Sebastian Vettel vorbeiziehen. Foto: gepa
Max Verstappen will nun auch in der WM an Ferrari-Pilot Sebastian Vettel vorbeiziehen. Foto: gepa

Max Verstappen will in Spa einen Heimsieg einfahren und in der Fahrer-WM aufholen

spa-francorchamps. Er fuhr schon Formel-1-Rennen, da hatte er noch nicht einmal einen Pkw-Führerschein. Mit 18 Jahren und 228 Tagen gewann er als jüngster Pilot in der Geschichte der Formel 1 einen Grand Prix. Nicht wenige rechnen damit, dass Max Verstappen ein kommender Weltmeister ist. „Ich wollte immer in der Formel 1 fahren, Rennen gewinnen und Weltmeisterschaften – nichts anderes“, sagt er über sich selbst. Schon am Wochenende kann der im belgischen Hasselt geborene Niederländer bei seinem Heimspiel in Spa-Francorchamps an Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel, Ex-Champion Kimi Räikkönen und Red-Bull-Teamkollege Daniel Ricciardo im WM-Klassement vorbeiziehen. Er wäre dann Dritter.

Papa Jos ist der Mentor

„Spa sollte ein großartiges Wochenende werden“, sagte der Teenager. „Es werden eine Menge belgische und niederländische Fans dort sein“, prophezeite Max Verstappen. Diese kommen auch seinetwegen. Papa Jos fuhr selbst in der Motorsport-Königsklasse. 105 Grand Prix absolvierte er, gewann nie, war aber einmal Teamkollege von Rekordweltmeister Michael Schumacher. Nun managt und begleitet er seinen Sohn auf dem Weg nach oben – nach ganz oben.

Als das „Jahrhunderttalent“ (Niki Lauda) im Mai in Barcelona die Silberpfeil-Karambolage zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg nutzte und in beeindruckend abgeklärter Manier den ersten Sieg in der Formel 1 feierte, war Papa Jos ergriffen. „Das ist unglaublich, aber er hat es verdient. Wahnsinn, wie er gefahren ist“, stammelte er damals. Es war Max Verstappens erstes Rennen für Red Bull Racing nach seiner Beförderung gewesen. Der Russe Daniil Kwjat musste miiten in der Saison seinen Platz bei Torro Rosso freimachen. Oft passiert das nicht. 1991 wechselte Michael Schumacher von Jordan zu Benetton, Vettel 2007 von BMW zu Toro Rosso. Das sagt auch einiges über Verstappen aus. Ebenso wie die Tatsache, dass es ihm als einzigem Fahrer gelang, die Mercedes-Siegesserie in diesem Jahr zu unterbrechen.

Kompromisslose Fahrweise

Dass sein rasanter Aufstieg nicht ganz geräuschfrei verläuft, ist in der PS-Welt auch nicht verwunderlich. Mit leichtem Argwohn hat manch einer Verstappens Debüt in der Königsklasse beobachtet, als er gerade einmal 17 Jahre alt war. Die Zweifel an seiner Formel-1-Reife konnte er beseitigen. Seine kompromisslose Fahrweise sorgt aber immer wieder für Unmut und Diskussionen. So wie in Ungarn vor der Sommerpause, als Räikkönen nach einem Manöver des Niederländers in Rage geriet. „Wir sind hier doch nicht auf einem Sonntagsausflug“, konterte dieser. Die Rennkommissare werteten den Zwischenfall als „robuste Verteidigung“.

„Natürlich fahre ich immer am Limit“, bekräftigte Verstappen vor dem Großen Preis von Belgien am Sonntag (14.00 Uhr/ORF 1, RTL und Sky). „Aber so wirst du erfolgreich“, meinte der Teenager, der Anfang des Jahres zum Sportler 2015 in den Niederlanden, als Nachfolger von Fußballstar Arjen Robben, gewählt wurde.

Natürlich fahre ich immer am Limit. Aber so wirst du erfolgreich.

MAx Verstappen

Formel 1

Großer Preis von Belgien, Spa-Francorchamps

Heute 1. Freies Training 10 Uhr

2. Freies Training 14 Uhr

Samstag 3. Freies Training 11 Uhr

Qualifikation 14 Uhr

Sonntag

GP von Belgien, Spa-Francorchamps 14 Uhr

Fernsehen: ORF 1, RTL, Sky live