20 Millionen investiert, eine Medaille geholt

Sport / 26.08.2016 • 21:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Projekt Rio 2016 war nicht herausragend. Segler erhielten größten Budgetposten.

Wien. Nach dem medaillenlosen Abschneiden in London 2012 war ein neuer Fördertopf installiert worden: Das Projekt Rio 2016, ein mehrjähriges projektbezogenes Förderprogramm, das die Voraussetzungen für ein erfolgreicheres Abschneiden bei den Sommerspielen in Rio 2016 schaffen sollte. Die Idee kam vom damaligen Sportminister Norbert Darabos, die Umsetzung erfolgte unter Nachfolger Gerald Klug. Das Sportministerium verabschiedete für den Zeitraum von 2013 bis 2016 insgesamt über 20 Millionen Euro, die Mittel dafür kamen aus der Allgemeinen Sportförderung. Hieraus wurden sowohl die athletenspezifische Unterstützung für Training und Wettkampf als auch allfällig notwendige Investitionen in Infrastruktur für den Spitzen- und Leistungssport finanziert.

Ein fünfköpfiges Beratungs-Gremium unter Vorsitz von Hans Holdhaus sowie eine Strategie-Kommission mit ÖOC-Vize- und Skiverbandspräsident Peter Schröcksnadel als Chefkoordinator erstellte in Absprache mit den Bundesfachverbänden bis 2013 einen Elitekader (realistische Medaillenchance) und einen Hoffnungskader (Chance auf Top-10-Platzierung). Im Laufe der vier Jahre standen in diesen Kadern insgesamt 94 Athleten sowie drei Mannschaften (Handball Damen und Herren, Herren-Hockey). Die Geförderten wurden öfters hinsichtlich zu erreichender Leistungskriterien evaluiert. Es kamen Neue hinzu, einige wurden abgestuft oder wie der in Rio sechstplatzierte Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger (zeitweise) ganz aus der Unterstützung genommen.

Von 79 waren 49 in Rio dabei

Im Olympiajahr war die Auswahl 79 Aktive stark, 49 davon waren in Rio am Start. 13,228 Mill. Euro sind laut Sportministerium in den vergangenen vier Jahren aus dem Rio-Topf an die Olympia-Verbände und die Sportler aus Medaillen- und Hopekader geflossen. 5,42 Mill. Euro wurden für Infrastrukturmaßnahmen verwendet, wie der Bau der Kanu-Wildwasserstrecke in Wien (2 Mill.), das Leichtathletik-Center in Graz (1 Mill.), das Ballsportzentrum Klagenfurt (800.000) oder das Rugby-Leistungszentrum Wien (530.000).

Einen großen Budgetposten nimmt das Segeln mit 3,67 Mill. Euro ein. Hier hat Österreich mit Tanja Frank/Thomas Zajac seine einzige Medaille gewonnen. Das Segeln wurde neben Rudern, Kanu, Tischtennis, Judo und Beachvolleyball von den Projekt-Verantwortlichen als eine der Kernsportarten mit den größten Chancen ausgemacht. Dorthin floss ein Großteil der Gelder. So erhielten die Beachvolleyballer Clemens Doppler/Alexander Horst für sich und teamübergreifende Maßnahmen im Olympiajahr alleine 305.000 Euro. Andere wurden wenig gefördert: Die acht Athleten umfassende Leichtathletiktruppe musste in den vier Jahren mit 556.360 Euro auskommen.

Von den 21 Sportarten, die sich im Finanzplan des Sportministeriums finden, wurden zehn nicht über den vollen Projektzeitraum gefördert. Das anfangs subventionierte Fechten (nur 2013), Mountainbike und Taekwondo (jeweils 2013, 2014) waren am Ende nicht mehr dabei. Ähnlich traf es die Handball-Teams (Männer und Frauen) und die Hockey-Herren, die 2016 nach nicht erreichten Leistungskriterien ausschieden. Der Versuch, nach den Handballerinnen 2000 wieder eine Teamsportart zu den Sommerspielen zu entsenden, war bis zur Evaluierung des Jahres 2015 mit über einer Million Euro unterstützt worden.

Die 25 Top-15-Ergebnisse in Rio wurden bis auf das fünftplatzierte Tennis-Doppel Oliver Marach/Alexander Peya ausschließlich von Athleten des Rio-Kaders erreicht.

Projekt Rio 2016

» Fördersumme 2013-2016

Olympia-Sportler/Verbände 13.228.325

Paralympics 1.648.542

Infrastruktur 5.420.000

Gesamt 20.296.867

» Verteilung Gelder nach Verbänden

Segeln 3.671.840

Beachvolleyball 1.471.000

Kanu 1.281.735

Rudern 1.107.500

Judo 869.500

Handball 811.500

Tischtennis 560.700

Leichtathletik 556.380

Triathlon 553.580

Schießen 538.700

Ringen 533.500

Hockey 439.100

Schwimmen 280.500

Rad/Mountainbike 116.300

Taekwondo 107.700

Moderner Fünfkampf 103.390

Sportschützen 95.000

Golf 70.000

Gewichtheben 38.000

Fechten 22.400

Gesamt 13.228.325