Mit Herz und Seele bei der Sache

30.08.2016 • 19:51 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Petr Hrachovec ist ein engagierter Fachmann und will die Roten Teufel in die Erfolgsspur zurückführen.  Zaponig
Petr Hrachovec ist ein engagierter Fachmann und will die Roten Teufel in die Erfolgsspur zurückführen. Zaponig

Der Tscheche Petr Hrachovec will seine Erfolgsbilanz auch als Headcoach des Alpla HC Hard fortsetzen.

Hard. (VN-jd) Seit 60 Tagen ist Petr Hrachovec Cheftrainer der Handballer des Alpla HC Hard. Bereits am Freitag (19 Uhr) wartet mit dem Heimspiel im EHF-Cup gegen den niederländischen Meister OCI Lions Limburg die erste große Bewährungsprobe. Unabhängig davon will der 43-jährige Tscheche seine erfolgreiche Tätigkeit in der Schweiz auch bei den Roten Teufeln vom Bodensee fortsetzen.

Wie ist ihr ersten Eindruck ihres neuen Arbeitsgebers?

Petr Hrachovec: Absolut positiv, und meine Eindrücke von den Vertragsverhandlungen haben sich bestätigt. Der Alpla HC Hard ist ein Verein mit professionellen Strukturen, wir haben exzellente Bedingungen, und einer erfolgreichen Zusammenarbeit steht nichts im Wege.

Sie waren in der Schweiz Cheftrainer bei Kadetten Schaffhausen und Kotrainer bei Pfadi Winterthur und dem Nationalteam. Was waren die Gründe für den Wechsel nach Österreich?

Hrachovec: Nach neun Jahren in der Schweiz habe ich eine neue Herausforderung gesucht. Ich hatte auch Angebote aus Deutschland, die vielleicht aus sportlicher Sicht noch reizvoller gewesen wären. Doch dazu hätte ich meinen Lebensmittelpunkt verlegen müssen, und dies kam aus Rücksicht auf meine Familie nicht infrage. Für mich ist ein funktionierendes Familienleben der Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Außerdem bin ich der Überzeugung, dass ich in Hard genauso die Möglichkeit habe, etwas zu bewegen und zu erreichen.

Wie waren Sie mit der Vorbereitung zufrieden und welche Veränderungen haben Sie vorgenommen?

Hrachovec: Im Prinzip verliefen die ersten acht Wochen im Großen und Ganzen so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich habe bereits bei den ersten Gesprächen mit dem Verein meine Visionen und die Art von Handball, wie ich es mir vorstelle, präsentiert. Natürlich hätte ich mir etwas mehr Zeit gewünscht, damit sich die Spieler auf das neue Spielsystem einstellen können.

Was darf man sich in dieser Saison vom Alpla HC Hard erwarten?

Hrachovec: Ich hoffe vieles, aber man muss die Kirche im Dorf lassen und darf sich nicht von der ersten Sekunde an Wunderdinge erwarten. Die Änderungen im Abwehr- und Angriffssystem können nicht von heute auf morgen perfekt funktionieren. Doch die Spieler stellen sich den neuen Anforderungen, waren von der ersten Sekunde an ambitioniert und mit vollen Engagement bei der Sache. Wir sind auf einem guten Weg, doch bis alles so läuft, wie ich es mir vorstelle, wird noch Zeit vergehen.

Der Weltverband hat neue Regeln eingeführt. Wie ist ihre Meinung dazu?

Hrachovec: Grundsätzlich sehe ich solche Dinge positiv, doch man kann es auch übertreiben. Der Einsatz des zusätzlichen Feldspielers für den Goalie ist ja nicht total neu. Gut finde ich auch die Lösung der Anzahl der Angriffe, die bei Anzeige des Zeitspiels noch möglich sind. Sinn macht meiner Meinung nach auch die Regel, dass ein Spieler nach einer Behandlung auf dem Parkett die nächsten drei Angriffe nicht eingesetzt werden darf. Auf jeden Fall werden die Umstellungen eine große Herausforderung für alle Beteiligten sein, egal ob Spieler, Trainer oder Schiedsrichter.

Wie sieht es mit dem angekündigten Harzverbot aus?

Hrachovec: Ich bin der Meinung, Evolution ist gut, aber es darf nicht zu komplex werden. Ein Harzverbot wäre für mich ein klarer Rückschritt und würde dem Handballsport ganz sicher schaden.

Zur Person

Petr Hrachovec

Der ehemalige linke Flügelspieler ist 30-facher tschechischer Teamspieler, schloss im Frühjahr die Ausbildung zum EHF-Masters-Coach (höchste internationale Ausbildung) ab und wurde 2010 und 2011 als Trainer des Jahres in der Schweiz ausgezeichnet.

Geboren: 5. Oktober 1972

Familie: verheiratet mit Karin, Söhne David (13) und Adam (8)

Stationen als Spieler: bis 2004 HC Zubri (CZE), TSB Horkheim (2004/05), SG Leutershausen (2005/06), Rhein-Neckar Löwen (2007/08), Kadetten Schaffhausen (2007/08)

Stationen als Trainer: Kadetten Schaffhausen (2008 bis 2013), Pfadi Winterthur (2013 bis 2016), Kotrainer Nationalteam Schweiz (2013 bis 2016), seit 1. Juli Alpla HC Hard

Erfolge als Trainer: mit Schaffhausen: Schweizer Meister (2010, 11 und 12), Cupsieger (2008 und 11) und Supercupsieger 2008, 11 und 13), Finaleinzug EHF-Cup 2010, Achtel­finale Champions League 2011 und 12; mit Winterthur: Cupsieger (2015); Fin