Mit Volldampf in Richtung Tokio 2020

Sport / 01.09.2016 • 21:43 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Steuermann Benjamin Bildstein (r.) und Vorschoter David Hussl haben frühzeitig ihre Planung auf eine Teilnahme an den Sommerspielen 2020 in Tokio ausgerichtet. Foto: gepa
Steuermann Benjamin Bildstein (r.) und Vorschoter David Hussl haben frühzeitig ihre Planung auf eine Teilnahme an den Sommerspielen 2020 in Tokio ausgerichtet. Foto: gepa

Für 49er-Segelduo Bildstein/Hussl beginnt das Rennen um Olympiastartplatz für Tokio 2020.

Bregenz. (VN-jd) Die Ausläufer der Olympia-Diskussion in Österreich nach der bescheidenen Rio-Bilanz (eine Bronzemedaille für das Segel-Duo Thomas Zajac/Tanja Frank) sorgen für viel Gesprächstoff und werden noch lange die rot-weiß-rote Sportwelt aufwühlen. Für das 49er-Duo Benjamin Bildstein und David Hussl ist die Ausbeute in Rio ein zusätzlicher Motivationsschub, dass dies in vier Jahren nach den Sommerspielen in Tokio nicht wieder der Fall ist. Steuermann Bildstein, der selbst bis unmittelbar vor Beginn der Olympiabewerbe vor Ort war, versteht die Diskussionen nicht: „Ich kann natürlich nur für die Segler sprechen und kann mit Fug und Recht behaupten, dass alles Mögliche getan wurde. Aber im Segelsport sind Erfolge nicht so einfach planbar wie z. B. im 100-m-Lauf. Bei uns sind so unberechenbare Komponenten wie Wind und Strömung dabei. Nicht nur wir Österreicher hatten trotz der jahrelangen akribischen Vorbereitung unsere Probleme mit der Guanabarabucht, die von vielen Experten zu Recht als eines der schwierigsten Segelreviere der Welt eingestuft wird“, betont Bildstein.

Aus sportlicher Sicht haben der 24-jährige Wolfurter und sein gleichaltriger Vorschoter, die in der interen Rio-Ausscheidung den Vizeweltmeistern Nico Delle-Karth/ Niko Resch (Zwölfte in Rio) den Vortritt lassen mussten, längst den Blick nach vorne gerichtet. Bereits am Wochenende fasst das Duo des YC Bregenz in Mailand das nach Olympia modifizierte Material aus. „Es handelt sich um neue Tücher, die größer und flacher sind. Damit sollte sich unterm Strich besonders bei Starkwind die Geschwindigkeit noch einmal erhöhen. Da einige Spitzenteams nach Olympia eine Pause machen und wir dank OeSV-Coach Angelo Glisoni den Hersteller gut kennen, kommen wir nun in der Genuss, Testpiloten der neuen Tücher zu sein“, erklärt Bildstein.

Weltcupfinale in Australien

Bereits nächste Woche geht es dann zu ersten Feldtests nach Weymouth. Im Olympiarevier von 2012 bereiten sich die Juniorenweltmeister von 2015 auf das große Saisonfinale vor. Beim Weltcupfinale vom 7. bis 11. Dezember im australischen Melbourne wollen die beiden Heeresleistungssportler noch einmal ihr ganzes Können in die Waagschale werfen. Bildstein: „Obwohl noch nicht alle Spitzenteams, darunter auch Delle-Karth/Resch, ihre Nennung für Melbourne abgegeben haben, bin ich überzeugt, dass es ein Wettkampf auf absolutem Topniveau wird.“

Bis zum Weltcupfinale in Australien soll dann auch die Planung in Blickrichtung Tokio fertig sein. „Im Moment hängt vieles von den Förderungen ab. Unabhängig davon werden wir aber alles versuchen, damit wir 2020 dabei sind und das Maximum herausholen.“

Es ist eine Ehre, als Erste das neue Material zu testen und vielleicht den Speedrekord zu verbessern.

Benjamin Bildstein