Austria hofft auf ein neues Stadion

Sport / 28.09.2016 • 21:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Freuen sich auf das, was kommen soll (v. l.): Stephan Grabher, Hubert Nagel und Hugo Dworzak Foto: steurer
Freuen sich auf das, was kommen soll (v. l.): Stephan Grabher, Hubert Nagel und Hugo Dworzak Foto: steurer

Lustenauer Gemeindevertretung soll heute über 10-Millionen-Euro-Projekt entscheiden.

lustenau. Seit vielen Jahren wird um eine Lösung in Sachen bundesligataugliche Spielstätte für den Sportclub Austria Lustenau gerungen, heute nun könnte diese Lösung in der Gemeindevertretung im Rahmen eines Grundsatzbeschlusses zur Umsetzung freigegeben werden.

6000 bis 8000 Zuschauer

Die Austria soll am bereits bestehenden Standort in der Schützengartenstraße ein Stadion bekommen, das den Ansprüchen der obersten Spielklasse Österreichs genügt. Die Pläne des Architektenbüro Dworzak/Grabher sehen ein geschlossenes Stadion mit vier Tribünen und kompletter Infrastruktur für Sportbetrieb, Gastronomie, VIP-Bereich, Medien und Sicherheitsvorrichtung vor. Je nach Zahl der Sitzplätze soll die neue Spielstätte zwischen 6000 und 8000 Zuschauern Platz bieten. Geplant ist unter anderem eine Verschiebung des Spielfeldes von Ost nach West, dazu ein neues, den geforderten Qualitätsrichtlinien entsprechendes Flutlicht. Die Zuseher sollen noch näher am Spielfeld sein. Das Reichshofstadion neu ist als Holzkonstruktion vorgesehen. „Es wäre der erste Holzbau für ein Fußballstadion“, meint Architekt Hugo Dworzak (58). Bestehen bleiben soll das Austria-Dorf. Nordwestlich des Fußballfelds (beim alten Tavernhofplatz) ist eine Art Spielareal vorgesehen – mit der Möglichkeit zur Ausübung von Volleyball, Basketball, Handball und Streetsoccer. In die Osttribüne ist die Integration von kleinen Geschäften Richtung Straße geplant. Die noch im Detail zu verhandelnden Finanzierungsrichtlinien sehen grundsätzlich eine Drittelbeteiligung von Land, Gemeinde sowie Mittel vom Bund, Bundesliga und ÖFB vor.

Stadion im Dorf

„Das Stadion soll ans Zentrum genauso angebunden sein wie ans Naherholungsgebiet“, betont Stephan Grabher (36). „Es liegt in zehnminütiger Gehdistanz zu diesen Punkten im Ort.“ Angebunden werden muss das neue Reichshofstadion freilich auch verkehrsmäßig. Durch das Hochwasserschutzprojekt Rhesi werden in einigen Jahren viele Parkplätze im Rheinvorland verlorengehen. An Spieltagen soll daher ein Shuttledienst von Parkplätzen an der Peripherie eingerichtet werden. „Als Antithese eines austauschbaren Stadions an der Peripherie samt Parkplatzwüste rundherum“, heißt es dazu im Konzept der Planer. Für die Lustenauer Matchbesucher soll die Anreise per Fahrrad oder zu Fuß noch schmackhafter gemacht werden. Nach den Vorstellungen von Austria-Präsident Hubert Nagel (63) soll das neue Austria-Stadion eine Stätte werden, „die nicht nobel ist, sondern anders. Wir wollen kein Symbol für Großmannssucht, sondern eine Heimstätte, die zur Austria passt“. Genau daran versuchten sich die Architekten beim vorliegenden Entwurf zu orientieren. „Wir haben versucht, den Charakter des Klubs im Projekt zum Ausdruck zu bringen. Etwas zu schaffen, in dem sich alle der Austria verbundenen Personengruppen als gemeinsame Familie wiederfinden.“

Klar ist: Sollte es die Mannschaft heuer tatsächlich schaffen, in die Bundesliga aufzusteigen, würde das jetzige Reichshofstadion die Auflagen nicht erfüllen. Derzeit liegt das Team um Lassaad Chabbi voll im Aufstiegsrennen. In der höchsten Spielklasse spielten die Grünweißen zuletzt in der Saison 1999/2000.

Wir haben versucht, den Charakter der Austria zu treffen.

Hugo Dworzak