Ein Spiel mit den Nerven

Sport / 28.09.2016 • 19:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Peilt mit Europa den vierten Sieg in Serie an: Darren Clarke. Foto: ap
Peilt mit Europa den vierten Sieg in Serie an: Darren Clarke. Foto: ap

Vor dem Ryder Cup in Chaska hinterfragt das Europa-Team die Rolle von Tiger Woods.

Chaska. Der Nervenkrieg vor dem Start des Ryder Cups in Chaska izwischen den besten Golfern der USA und Europas ist in vollem Gang. Die Europäer streben ihren vierten Triumph in Serie an. Damit würden sie einen Rekord aufstellen.

Der 14-fache Major-Turniergewinner Tiger Woods ist wegen seiner Rückenprobleme schon mehr als ein Jahr außer Gefecht und wird 2016 nicht mehr spielen. Der amerikanische Kapitän Davis Love bot Woods jedoch als einen seiner vier Vize-Kapitäne auf. Woods soll für den prestigeträchtigen Teamwettkampf gegen die besten zwölf Europäer die Rolle des Taktikers übernehmen.

Für den Engländer Lee Westwood ist vor seiner zehnten Ryder-Cup-Teilnahme in Folge Woods‘ Nominierung fragwürdig. Woods selber hatte beim Ryder Cup meistens wenig Erfolg, vor allem in den Doppeln. Die Mitspieler hatten so viel Respekt vor dem alles überragenden Superstar, dass keiner gerne mit ihm spielte. „Ich kann mir vorstellen, dass es für die Amerikaner kontraproduktiv sein wird, Woods im Team eine Rolle zu geben“, sagte Westwood. Unter all den ichbezogenen Profis ist Woods vielleicht der egoistischste.

Bubba Watson fehlt

Westwood kritisierte Love auch wegen dessen Umgang mit den vier Wildcards. Die ersten drei Wildcards vergab er an Spieler, die bis heute kein großes Turnier gewonnen haben. Love überging beispielsweise den zweifachen US-Masters-Sieger Bubba Watson, wenngleich dieser der Beste der nicht direkt Qualifizierten war und die Nummer sieben der Welt ist.

Golf

Die Aufgebote für den 41. Ryder Cup

» Europa A B C

Rory McIlroy (NIR) 27 3 3

Henrik Stenson (SWE) 40 5 3

Danny Willett (ENG) 28 10 –

Justin Rose (ENG) 36 11 3

Sergio Garcia (ESP) 36 12 7

Rafa Cabrero-Bello (ESP) 32 30 –

Chris Wood (ENG) 28 32 –

Thomas Pieters (BEL) 24 42 –

Matthew Fitzpatrick (ENG) 22 44 –

Lee Westwood (ENG) 43 46 9

Andy Sullivan (ENG) 30 50 –

Martin Kaymer (GER) 31 48 3

Kapitän: Darren Clarke (48 Jahre/NIR)

» USA

Dustin Johnson 32 2 2

Jordan Spieth 23 4 1

Patrick Reed 26 8 1

Rickie Fowler 27 9 2

Phil Mickelson 46 15 10

Jimmy Walker 37 16 1

Matt Kuchar 38 17 3

John Bradley Holmes 34 21 1

Brooks Koepka 26 22 –

Brandt Snedecker 35 23 1

Zach Johnson 40 28 4

Ryan Moore 33 31 –

Kapitän: Davis Love III (52 Jahre)

Legende: A… Alter; B… Weltranglistenposition; C… Ryder-Cup-Teilnahmen

Stichwort

Ryder Cup – Geschichte und Regeln

» Der Ryder Cup ist der wichtigste Team-Wettbewerb im Golf. Die jeweils besten zwölf Spieler aus Europa und den USA treffen im Zwei-Jahres-Rhythmus als wechselnde Gastgeber aufeinander. Der Golf-Enthusiast Samuel Ryder aus England war der Namensgeber und Stifter des Pokals, um den 1927 in Worcester (USA) zum ersten Mal gespielt wurde.

» Bis 1971 stellten nur die USA und Großbritannien die Teams, „Rest-Europa“ ist erst seit 1979 dabei. Dem Titelverteidiger reicht bei 28 Punkten, die an drei Tagen (16 bei den Vierern, 12 bei den Einzeln) vergeben werden, schon ein Remis zum Sieg. Der Herausforderer muss mindestens ein 14,5:13,5 erreichen.

» Bei je vier Fourball (Bestball)- und Foursomes-Matches am Freitag sowie Samstag treten jeweils zwei Spieler im Team gegeneinander an. Im Fourball spielt jeder seinen eigenen Ball bis ins Loch. Dabei wird das niedrigste Schlagergebnis als Lochgewinn mit 1:0 für das erfolgreiche Team gewertet – bei Remis mit 0,5:0,5 „geteilt“. Das gilt auch für den „Klassischen Vierer“ (Foursomes), bei dem die Teamspieler abwechselnd einen gemeinsamen Ball bis ins Loch schlagen.

» Auch in den zwölf Einzeln am Sonntag gibt jeder Lochgewinn im Spiel Mann gegen Mann einen Punkt. Liegt der Spieler zum Beispiel nach dem 16. Grün mit drei mehr gewonnenen Löchern vorn, ist das Match nach dem Zählverfahren „3 und 2“ (3 Punkte vorn, aber nur noch 2 Löcher zu spielen) vorzeitig beendet.