Ein Triumph für die ganze Nation

Sport / 03.10.2016 • 22:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nur einer blieb ungeküsst: Rickie Fowler (r.) ging beim Bussi-Marathon des amerikanischen Ryder-Cup-Teams leer aus. Foto: ap
Nur einer blieb ungeküsst: Rickie Fowler (r.) ging beim Bussi-Marathon des amerikanischen Ryder-Cup-Teams leer aus. Foto: ap

US-Golfstars holen den Ryder Cup zurück in die Staaten und schwelgen im Stolz.

Chaska. Davis Love III war den Tränen nah: Nach zuletzt drei Niederlagen haben die USA wieder den Ryder Cup gewonnen. Der Kapitän der Amerikaner musste nach dem deutlichen 17:11-Triumph über Europas Golfer bei der 41. Auflage im Hazeltine National Golf Club lange nach den richtigen Worten suchen. „Ich bin einfach sehr, sehr stolz auf die Jungs“, erklärte Love. „Sie taten alles, was ich von ihnen verlangt habe. Sie spielten mit Herz. Sie arbeiteten hart, sie kämpften hart.“

„Was für ein Sieg“

Auch US-Präsident Barack Obama schickte Gratulationen per Twitter an seine Golfer, die erstmals seit 2008 wieder den wichtigsten Team-Wettbewerb gewinnen konnten. „Was für ein Sieg für die USA“, schrieb Obama. „Ich bin stolz, dass unsere Jungs die Trophäe nach Hause gebracht haben.“ Gleichzeitig erinnerte der Präsident an die Golflegende Arnold Palmer, der im Alter von 87 Jahren in der vergangenen Woche starb. „Arnie lächelt herab.“

Groß war der Respekt der USA vor dem Schlusstag, trotz einer 9,5:6,5-Führung. Beim „Wunder von Medinah“ vor vier Jahren führten die US-Golfer bereits mit 10:6, dann kam die Aufholjagd der Europäer. Als Ryan Moore am Sonntag den am Ende höchsten US-Sieg seit 1981 perfekt machte, kannte die Freude unter den 60.000 Fans in Chaska keine Grenzen mehr.

„Die Jungs hatten viel Druck in den vergangenen Jahren. Wir hatten nicht unseren besten Lauf, deswegen freue ich mich auch so sehr für sie“, erklärte Love. Mit 7,5:4,5 ging auch der dritte Tag an die Gastgeber. Als eines der besten Spiele bei einem Ryder Cup überhaupt wird das Einzel-Unentschieden von Sergio Garcia gegen Phil Mickelson in die Geschichte eingehen. Beide Profis spielten neun unter Par und unterboten sich mit Weltklasse-Leistungen. „Es war unglaublich“, so Garcia. „Neun unter und am Ende nur ein Unentschieden.“ Konkurrent Mickelson schwärmte: „Ich kann mich nicht an ein Spiel wie dieses erinnern.“

In zwei Jahren noch besser?

Rory McIlroy und Co. konnten die 41. Auflage des Ryder Cups in den Einzeln nicht mehr zu ihren Gunsten drehen. Und klagten über schlechtes Benehmen der US-Fans. McIlroy hatte die Entfernung eines Anhängers verlangt. „Manchmal war es einfach zu viel. Aber was kann man erwarten, wenn um 7:45 Uhr früh Leute mit einem Bier in der Hand am ersten Tee stehen.“

In zwei Jahren haben die Europäer in Paris die Chance zur Revanche. USA-Kapitän Love machte bereits eine Kampfansage. „Wir werden noch besser werden“, betonte er.

Die Jungs hatten viel Druck in den vergangenen Jahren.

USA-KApitän Davis Love