USA Favorit für WM 2026

Sport / 14.10.2016 • 22:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Südafrikaner Tokyo Sexwale (l.) begrüßt Gianni Infantino. Foto: afp
Der Südafrikaner Tokyo Sexwale (l.) begrüßt Gianni Infantino. Foto: afp

Entscheidung über Modus der Mammut-WM fällt wohl am 9. oder 10. Jänner 2017.

Zürich. Europas Fußball-Nationen müssen bei einer Bewerbung als Gastgeber der „Mammut-WM“ 2026 auf das Unvermögen der anderen hoffen. Das neue FIFA-Council schloss die Mitglieder der Europäischen Fußball-Union (UEFA) als Ausrichter für das Turnier in zehn Jahren „grundsätzlich“ aus, weil dort bereits die Endrunde 2018 (Russland) stattfindet – die Hintertür ist nur minimal geöffnet.

Nur wenn alle anderen Bewerber die „strikten“ Mindestanforderungen nicht erfüllen, könnte das Council ein UEFA-Land zulassen. Großer Favorit sind deshalb die USA, vielleicht im Verbund mit Kanada. In den Staaten beginnen im nächsten Jahr Strafprozesse gegen die frühere FIFA-Machtclique. Auch Argentinien und Uruguay könnten eine gemeinsame Bewerbung abschicken. In welchem Modus die WM ausgetragen wird, entscheidet sich am 9. und 10. Jänner 2017 in Zürich. Eine Aufstockung der derzeit 32 Teilnehmer auf 40 oder 48 WM-Starter scheint aber entgegen großem Widerstand aus Deutschland und anderen Fußball-Nationen unausweichlich.

WM-Vergabe 2020

„Nach Diskussionen in sehr positiver Atmosphäre wird es noch weitere Analysen geben, ehe dann im Jänner die finale Entscheidung fällt“, sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino nach dem zweiten Teil der Council-Sitzung. Der Schweizer ist ein Fan der 48er-Variante mit 16 Play-off-Spielen vor einer Gruppenphase mit 32 Mannschaften. Auch wenn das bei einigen Ratsmitgliedern auf wenig Gegenliebe stößt, scheint es nach jetzigem Stand die wahrscheinlichste Variante. Vergeben wird die Mega-WM wohl 2020.

Noch viel früher will Infantino das lästige Skandalimage des Weltverbands loswerden. Im Rahmen der Council-Sitzung, an der kein deutscher Vertreter teilnahm, stellte der Schweizer das Konzept „FIFA 2.0“ vor, mit dem vieles besser werden soll. Es strotzt nur so vor Worthülsen – könnte aber, wenn es umgesetzt wird, ein großer Schritt in die richtige Richtung sein.

Weltverband lernt sparen

Den Kampf gegen die eigene Vergangenheit demonstrierte die FIFA schon bei der Wahl der Unterkunft. Statt im Hotel Baur au Lac, wo im vergangenen Jahr zahlreiche FIFA-Funktionäre aus dem Bett weg verhaftet und in Abschiebehaft gesteckt worden waren, übernachteten die Ratsmitglieder im Park Hyatt, einem eher geschäftlichen Fünf-Sterne-Haus. Das habe rund 120.000 Dollar (umgerechnet 91.000 Euro) gespart, sagte die neue FIFA-Generalsekretärin Fatma Samoura.

Wieder glanzvoll werden soll die Kür des Weltfußballers und der Weltfußballerin, die ebenfalls am 9. Jänner in Zürich steigt – allerdings unter dem neuen Namen „FIFA‘s Best“. Bislang hatte die Auszeichnung im Rahmen der „Ballon d‘Or“-Gala stattgefunden, die FIFA hatte die sechsjährige Partnerschaft mit der Fachzeitung France Football beendet.