Für viele kommt der Start in Sölden noch zu früh

Sport / 19.10.2016 • 23:04 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Aufwärmen für Sölden. Ted Ligety kehrt nach einem Riss des vorderen Kreuzbandes im Knie in den Weltcup zurück. Foto: gepa
Aufwärmen für Sölden. Ted Ligety kehrt nach einem Riss des vorderen Kreuzbandes im Knie in den Weltcup zurück. Foto: gepa

Die lange Abwesenheitsliste wird von Veith, Vonn und Svindal angeführt.

Sölden. Anna Veith, Lindsey Vonn, Aksel Lund Svindal – drei der absoluten Topstars der Alpinskiszene führen die Abwesenheitsliste beim Weltcupauftakt am Wochenende in Sölden an. Die Liste jener Sportler, die erst verspätet in den Skiwinter einsteigen, ist lang. Will sich Vonn in der kommenden Saison auf die Speedbewerbe konzentrieren, so sind viele andere nicht rechtzeitig fit geworden.

Veith benötigt nach der vor einem Jahr bei einem Trainingssturz auf dem Rettenbachferner erlittenen schweren Knieverletzung noch Zeit. „Ich tu alles, um ganz bald wieder zurück im Weltcup zu sein“, teilte die 27-jährige Salzburgerin mit, ohne ihren genauen Plan zu erörtern. Die unter die Buch-Autorinnen gegangene Vonn indes steigt in Übersee ein. Das ist auch der Plan von Cornelia Hütter, die sich vor ein paar Tagen eine Schuhrandprellung zugezogen hat und für Sölden passen muss.

Ohne Rebensburg und Mancuso

Wegen eines Schienbeinkopfbruchs am rechten Knie verpasst die Deutsche Viktoria Rebensburg den Gletscher-Auftakt, auch sie will bei den Nordamerika-Rennen im November wieder einsatzfähig sein. Aus den USA fehlt weiterhin Julia Mancuso. Die Riesentorlauf-Olympiasiegerin von 2006 trainierte zwar in Sölden, ist aber nach ihren schweren Problemen mit der Hüfte noch immer nicht bereit für Weltcuprennen.

Von einer Knieverletzung zurück kommt die Speedläuferin Nicole Schmidhofer. Kerstin Nicolussi (Kreuzband-
riss) und Elisabeth Kappaurer (Knorpelschaden im Knie) beendeten die vergangene Saison ebenfalls vorzeitig, Kappaurer schaffte es wie berichtet für Samstag ins Sölden-Aufgebot.

Auf Herren-Seite gibt es zahlreiche Rückkehrer aus Verletzungspausen. So Matthias Mayer (Wirbelbrüche), Georg Streitberger, Thomas Mayrpeter, Daniel Danklmaier (alle Kreuzbandriss), Max Franz (Syndesmoseband), Joachim Puchner (Patellasehne und Markus Dürager (Schien- und Wadenbeinbruch). Bis auf Dürager, der im Juni nochmals operiert werden musste, dürften alle in Übersee mit dabei bzw. fit für Renneinsätze sein.

Ein unliebsames Krankenhausgastspiel musste auch Hannes Reichelt geben. Der Super-G-Weltmeister wurde am 17. September erneut an der Lendenwirbelsäule operiert. „Lake Louise wird eng, aber auf Beaver Creek arbeite ich schon hin“, gab sich der Salzburger zuversichtlich.

Der bis zu seinem Kitzbühel-Sturz im Jänner um den Gesamtweltcup kämpfende Svindal (Kreuzband und Meniskus im rechten Knie gerissen) braucht für seine Reha mehr Zeit. Auf der Nordamerika-Tour könnte der Norweger dabei sein, in Lake Louise stehen zunächst am 26./27. November eine Abfahrt und ein Super-G auf dem Programm, ehe es nach Beaver Creek geht.

Nach seinem Kreuzbandriss kehrt mit Ted Ligety auch der Riesentorlauf-Olympiasieger und -Weltmeister zurück. Rehabilitation stand auch für den Italiener Giuliano Razzoli und den Franzosen Guillermo Fayed (beide Kreuzbandriss) auf dem Programm. Für den Italiener Matteo Marsaglia gibt es keinen Skiwinter als Aktiver, es erwischte ihn beim Sommertraining in Südamerika mit Kreuzbandriss.

Maze entscheidet

Offen ist die Situation bei Tina Maze. Die slowenische Gesamtweltcupsiegerin von 2013 hatte sich nach der WM-Saison 2014/15 ein Jahr Auszeit gegönnt. Angeblich will Maze nun für einige ausgewählte Rennen zurückkehren und nach der WM in St. Moritz endgültig goodbye sagen. Die Entscheidung gibt Maze in Sölden bekannt.

Die wohl größte Unbekannte ist Bode Miller. Zwar hat der nun 39-jährige Altstar im Sommer in Chile zwischen Renntoren geübt, seine Zukunft auf der Piste ist aber offen. Ob der Amerikaner mit seinen neuen (Bomber-) Skiern und teils „exotischer“ Ausrüstung aber tatsächlich nochmals im Weltcup antreten kann, müssen wegen des Vertragskonflikts mit Ex-Ausrüster Head erst die Gerichte klären. Miller wird zudem wieder Vater. Er fuhr sein bisher letztes Weltcuprennen im März 2014, für Sölden steht Miller nicht auf der Nennliste.

Ski alpin

So geht es im Weltcup los

Damen

Samstag: Riesentorlauf Sölden (AUT)

12. November: Slalom Levi (FIN)

26. November: Riesentorlauf Killington (USA)

27. November: Slalom Killington (USA)

2. Dezember: Abfahrt Lake Louise (CAN)

3. Dezember: Abfahrt Lake Louise (CAN)

4. Dezember: Super-G Lake Louise (CAN)

Herren

Sonntag: Riesentorlauf Sölden (AUT)

13. November: Slalom Levi (FIN)

26. November: Abfahrt Lake Louise (CAN)

27. November: Super-G Lake Louise (CAN)

2. Dezember: Abfahrt Beaver Creek (USA)

3. Dezember: Super-G Beaver Creek (USA)

4. Dezember: RTL Beaver Creek (USA)