Die Spitze strahlt ab jetzt grün-weiß

Sport / 04.11.2016 • 22:54 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schoss die Austria am 24. Geburtstag von Teamkollege Julian Wießmeier an die Spitze: Torjäger Raphael Dwamena (Bild). gepa
Schoss die Austria am 24. Geburtstag von Teamkollege Julian Wießmeier an die Spitze: Torjäger Raphael Dwamena (Bild). gepa

Austria Lustenau schlägt Wr. Neustadt im Reichshofstadion völlig verdient mit 1:0.

Lustenau. Nach 135 Runden und exakt 1310 Tagen ist es endlich wieder so weit. Die Lustenauer Grün-Weißen, zuletzt in der Saison 2012/13 Tabellenführer (Anm.: 5. April 2013), zieren nach dem 1:0-Erfolg gegen den SC Wiener Neustadt erstmals wieder die Spitze der Erste-Liga.

Bis auf eine Veränderung, Daniel Sobkova rückte wieder für Alexander Joppich in die Startformation, schickte Austria-Trainer Lassaad Chabbi dieselbe Truppe wie beim 5:3-Sieg gegen Leader Liefering ins Rennen. Und Sobkova war es auch, der vorerst an fast allen gefährlichen Aktionen der Lustenauer beteiligt war. So bereits in der dritten Minute, als nach einer von ihm getretenen Ecke Marco Stark den Ball per Kopf daneben beförderte. Neun Minuten später servierte er eine Flanke gefinkelt in den Strafraum, doch ein Wiener Neustädter konnte den erneuten Versuch von Stark auf der Linie klären. Dazwischen ballerte Raphael Dwamena (7.) nach der Direktabnahme einer Bruno-Vorlage in den Abendhimmel. Die beste Möglichkeit für die Hausherren in der 17. Minute ging aber wieder auf das Konto von Sobkova. Gäste-Keeper Dominik Schierl fischte jedoch nach dessen Distanzfreistoß aus knapp 30 Metern das Spielgerät aus der rechten unteren Ecke.

Harmlose Gäste-Truppe

Damit hatten die Grün-Weißen ihr Pulver aber zunächst verschossen. Es dauerte etwas mehr als zehn Minuten, ehe es wieder gefährlich wurde. Bruno, mittlerweile wie fast schon üblich von der rechten auf die linke Seite gewechselt, legte für Dwamena auf. Doch der Dreifach-Torschütze aus dem letzten Spiel in Liefering traf den Ball nicht richtig und dieser kullerte am rechten Pfosten vorbei. Nur 60 Sekunden später eine umstrittene Situation, richtig geraten: erneut vor dem Gehäuse der Niederösterreicher. Marco Krainz kam im Duell mit Sargon Duran, der ihn niederdrückte, zu Fall. Die Pfeife von Schiedsrichter Helmut Trattnig blieb aber stumm. Und die Gäste, immerhin bisher die besten im zweiten Meisterschaftsviertel? Es dauerte genau 36 Minuten bis sie erstmals in guter Position vor Austria-Goalie Christopher Knett auftauchten. Bernd Gschweidl zielte jedoch zwei Meter daneben. Das war es dann aber auch im ersten Durchlauf, nach dem somit ein 0:0 auf der Anzeigetafel stand.

Doppeltausch mit Wirkung

Nach dem Wechsel setzte der Gastgeber durch Ilkay Durmus (46.) zwar gleich den ersten Akzent, Schierl war am Posten, dann aber plätscherte die Partie so dahin. Der Doppeltausch von Chabbi, der schon zuvor Valentin Grubeck für Krainz ins Spiel brachte, nach knapp einer Stunde war daher nicht verwunderlich. Und dieser zeigte auch gleich Wirkung. Nach einem Foul am eingewechselten Jailson trat Pius Grabher (66.) zum Freistoß an, doch Schierl parierte erneut.

Die nächste Möglichkeit nur eine Minute später bescherte den Lustenauern aber den verdienten 1:0-Siegtreffer. Der an der langen Ecke lauernde Raphael Dwamena setzte den Ball nach einer Jailson-Flanke von rechts mittels Aufsetzer in den Kasten. Dieser Vorsprung wurde mühelos verwaltet und in Minute 85 tat Torhüter Christopher Knett bei einem Stefel-Freistoß das, wofür er ja da ist. Er verhinderte den Ausgleich der harmlosen Wagner-Schützlinge, bei denen in der Nachspielzeit Andreas Pfingstner nach einem rüden Foul an Jodel Dossou noch glatt Rot sah.

Wir wurden für das Risiko, das wir gegangen sind, belohnt.

Lassaad Chabbi
Akrobatische Einlage von Pius Grabher (l.) gegen Andreas Pfingstner, der in der Schlussphase Rot sah. gepa
Akrobatische Einlage von Pius Grabher (l.) gegen Andreas Pfingstner, der in der Schlussphase Rot sah. gepa