Ein perfekter Tag für die „Elche“

Sport / 02.12.2016 • 21:44 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die norwegischen Spaßbolzen sind schon wieder in Form: Kjetil Jansrund (r.) und Aksel Lund Svindal feierten im Super-G von Val d’Isère einen Doppelsieg.  Foto: ap
Die norwegischen Spaßbolzen sind schon wieder in Form: Kjetil Jansrund (r.) und Aksel Lund Svindal feierten im Super-G von Val d’Isère einen Doppelsieg. Foto: ap

Jansrud und Svindal feiern im Super-G norwegischen Doppelsieg. Franz auf Platz zehn.

VAl d’Isère. Österreichs Speed-Herren haben in ihrem ersten Rennen des Weltcupwinters die Trendwende nicht geschafft. Die Norweger indes machten erfolgreich weiter wie gewohnt. Kjetil Jansrud gewann den Super-G in Val d’Isère vor seinem Landsmann Aksel Lund Svindal (0,17 Sek.), der ein sensationelles Comeback nach der im Jänner erlittenen Knieverletzung gab. Dritter wurde Dominik Paris (0,41).

Für den ÖSV schaute in dem von Lake Louise auf die O.K.-Strecke von La Daille bei Val d’Isère verlegten Rennen gerade noch ein Top-10-Platz heraus, für den Max Franz als eben Zehnter sorgte (1,13). Marcel Hirscher durfte mit Rang 13 zufrieden sein (1,22), der Salzburger baute damit nach bisher drei Saisonbewerben (zuvor Riesentorlauf in Sölden, Slalom in Levi) auch die Führung im Gesamtweltcup auf Alexis Pinturault auf 76 Punkte aus.

Alles richtig gemacht

„Ein perfekter Tag. Es war ein überraschend schwieriger Super-G, das Tempo war viel höher, als wir bei der Besichtigung geglaubt haben. Aber ich habe alles richtig gemacht, keinen großen Fehler“, sagte Jansrud nach seinem 15. Weltcupsieg, dem siebenten in einem Super-G. Angetan war der 31-Jährige von der Leistung seines Landsmannes. „Es ist imponierend, was Aksel gemacht hat. Das Comeback ist etwas Besonderes. Es hat im September noch ganz schlecht ausgeschaut, aber in den letzten zwei Wochen in den USA ist er sehr gut gefahren.“

Svindal selbst wirkte ein wenig verblüfft und fast sprachlos, die erlittenen Verletzungen im rechten Knie waren mit Riss des vorderen Kreuzbandes und Meniskus sowie Knorpelschaden massiv ausgefallen. „Ich war doch ein bisschen unsicher, das war heute sehr überraschend. Es wäre ein Traum, wenn es in der Abfahrt so weitergeht. Aber ich genieße das und denke nicht so viel an morgen“, sagte Svindal, der im Jänner bis zu seinem fatalen Sturz in der Kitzbühel-Abfahrt um den Gesamtweltcup mitgekämpft hatte.

Sehr ernüchternd verlief der Auftritt der Österreicher, die nach der verpatzten vergangenen Saison einiges wiedergutzumachen haben. Bei bereits schlechten Sichtverhältnissen klassierte sich Franz mit Nummer 24 als Bester. „Das Ergebnis passt. Es war nicht mehr einfach zu fahren, die Piste war schon bissl unruhig und die Sicht auch nicht mehr die beste. Die letzte Selbstverständlichkeit hat schon ein bisserl gefehlt, dass ich voll durchziehe. Aber das kommt noch“, ist der Kärntner überzeugt. „In der Abfahrt will ich ein bisserl mitreden, das ist das Ziel.“

„Ich darf nicht sudern“

Mit Hirscher wurde jener Läufer zweitbester Österreicher, der in der Saison 2015/16 mit dem Sieg im Super-G in Beaver Creek für den einzigen ÖSV-Erfolg in einem Speedbewerb gesorgt hatte. „Oben habe ich recht gut riskiert für meine Verhältnisse. Ich habe mich wohlgefühlt und ein paar Schwünge recht gut getroffen. Danach wird es sehr schnell für einen Super-G, da darf ich nicht sudern“, sagte der Salzburger. „Die Norweger sind so exzellent, da wächst wenig Kraut dagegen“, sagte Hirscher, dessen nächster Renneinsatz am Sonntag der Riesentorlauf ist.

Mit Patrick Schwaiger (16.), Hannes Reichelt (17.) und Matthias Mayer (23.) schrieben drei weitere Österreicher an, darunter zwei bei ihrem Comeback, während Vincent Kriechmayr außerhalb der Punkteränge schwer enttäuschte. „Für mich war es heute schwer, das Limit zu finden. Aber das ist kein Wunder, wenn du wenig Training hast“, sagte Reichelt, der sich einer Lendenwirbelsäulenoperation unterziehen musste. „Die Platzierung ist okay, wenn man zurückdenkt, dass die Operation zehn Wochen zurückliegt.“

Heute sind wir unter Wert geschlagen worden.

Hannes Reichelt

Ski alpin

Weltcup-Herren-Super-G Val d‘Isère

1. Kjetil Jansrud (NOR) 1:21,66

2. Aksel Lund Svindal (NOR) 1:21,83 +0,17

3. Dominik Paris (ITA) 1:22,07 +0,41

4. Carlo Janka (SUI) 1:22,10 +0,44

5. Bostjan Kline (SLO) 1:22,11 +0,45

6. Beat Feuz (SUI) 1:22,37 +0,71

7. Travis Ganong (USA) 1:22,41 +0,75

8. Peter Fill (ITA) 1:22,42 +0,76

9. Andreas Sander (GER) 1:22,57 +0,91

10. Max Franz (AUT) 1:22,79 +1,13

11. Erik Guay (CAN) 1:22,83 +1,17

12. Adrien Theaux (FRA) 1:22,85 +1,19

13. Marcel Hirscher (AUT) 1:22,88 +1,22

Dustin Cook (CAN) 1:22,88 +1,22

15. R, Cochran-Siegle (USA) 1:22,90 +1,24

16. Patrick Schweiger (AUT) 1:22,94 +1,28

17. Hannes Reichelt (AUT) 1:22,98 +1,32

18. Andrew Weibrecht (USA) 1:23,06 +1,40

19. Brice Roger (FRA) 1:23,12 +1,46

Blaise Giezendanner (FRA) 1:23,12 +1,46

21. Matthieu Bailet (FRA) 1:23,21 +1,55

22. A. Aamodt Kilde (NOR) 1:23,23 +1,57

23. Matthias Mayer (AUT) 1:23,25 +1,59

36. Christian Walder (AUT) 1:23,77 +2,11

38. Vincent Kriechmayr (AUT) 1:23,80 +2,14

43. Georg Streitberger (AUT) 1:23,99 +2,33

47. Otmar Striedinger (AUT) 1:24,13 +2,47

Ausgeschieden u.a.: Romed Baumann (AUT), Alexis Pinturault (FRA), Christof Innerhofer (ITA)