Lara Gut mit viel Wut zum Sieg

Sport / 18.12.2016 • 20:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Alles im Griff hatte Lara Gut im Super-G von Val d’isère. Die Schweizerin verkürzte mit dem Sieg den Abstand im Weltcup auf die führende Mikaela Shiffrin. Foto: gepa
Alles im Griff hatte Lara Gut im Super-G von Val d’isère. Die Schweizerin verkürzte mit dem Sieg den Abstand im Weltcup auf die führende Mikaela Shiffrin. Foto: gepa

Schweizerin ist mit Super-G-Sieg in Val d’Isère zurück in der Erfolgsspur.

VAl d‘isere. Nach zuletzt zwei Ausfällen hat Gesamt-Weltcup-Siegerin Lara Gut wieder in die Erfolgsspur gefunden. Die 25-jährige Schweizerin fuhr nach den Ausfällen an den Vortagen mit viel Wut im Super-G von Val d’Isère knapp vor der Liechtensteinerin Tina Weirather (+0,13 Sek.) zum Sieg. Die drittplatzierte Italienerin Elena Curtoni verlor bereits 1,21 Sekunden auf Gut. Als beste ÖSV-Dame landete die Tirolerin Stephanie Venier (1,72 Sek.) auf Platz sechs.

Bereits im ersten Super-G der Saison in Lake Louise hatte sich Gut mit nur einer Zehntelsekunde Vorsprung auf Weirather durchgesetzt. „Ich habe unten leider ein bisschen Zeit verloren“, wusste die Tochter von Ex-Abfahrts-Weltmeister Harti Weirather, wo sie die entscheidenden Hundertstel liegengelassen hatte.

Saisonerfolg Nummer drei

Gut war im Ziel sichtlich erleichtert. „Ich bin einfach froh, dass ich das machen konnte. Ich habe in den letzten Tagen wieder viel gelernt, da hatten einige Sachen nicht funktioniert. Ich bin voll drauf gegangen. Es hat gut getan, ich hatte die Fahrt von oben bis unten in Händen“, betonte die Tessinerin nach dem 21. Weltcup-Sieg ihrer Karriere, dem zehnten im Super-G und dritten in dieser Saison, nachdem sie bereits den Auftakt-Riesentorlauf in Sölden für sich entschieden hatte.

Im Gesamt-Weltcup liegt aber weiter Mikaela Shiffrin in Front, allerdings nur noch fünf Zähler vor Gut und 17 vor Ilka Stuhec, die 24 Stunden nach ihrem dritten Abfahrtssieg en suite im Super-G auf Rang sieben landete. Dass hinter dem Top-Duo ein Loch von über einer Sekunde klaffte, lag auch daran, dass zwei Mitfavoritinnen ausschieden: Cornelia Hütter, am Vortag Abfahrtszweite, riskierte ebenso wie Sofia Goggia nach Zwischenbestzeit im Mittelteil auf dem von ÖSV-Trainer Roland Assinger gesetzten Kurs zu viel und beging einen Torfehler. „Es war ziemlich gerade gesteckt, hatte aber ein paar Ecken, an denen man ein bisschen schlauer fahren musste“, erläuterte Gut, dass man nicht alles mit vollem, sondern teilweise auch mit dosiertem Tempo fahren musste. „Es war ein schwieriger Kurs und sehr schwer, das richtige Mittelmaß zu finden“, pflichtete ihr Weirather bei.

Zu viel Risiko

„Ich bin ein bisschen zu direkt reingefahren, und dann hat es mich reingedreht. So schnell steht man daneben“, lautete indes die nüchterne Analyse von Hütter, die den Ausfall aber nicht weiter tragisch nahm. „Gestern war ich am Limit und es ist aufgegangen, heute leider nicht. Einmal hui, einmal pfui, aber wenn ich am Start stehe, muss ich immer riskieren. Das war heute zu viel.“

Durch Hütters Fauxpas wurde Venier beste Österreicherin. „Unten war es nicht mehr ganz so gut“, meinte die Tirolerin, die am Montag ihren 23. Geburtstag feiert, zu ihrer Fahrt. „Mit der Platzierung bin ich sehr zufrieden, aber der Zeitrückstand schockiert mich schon etwas.“

Neben Venier landete mit Nicole Schmidhofer als Zehnte nur noch eine weitere ÖSV-Dame in den Top Ten. Christine Scheyer wurde wie schon in Lake Louise 15., diesen Platz teilte sich die 22-Jährige diesmal mit ihrer Teamkollegin Ramona Siebenhofer.

Ich habe in den letzten Tagen wieder viel gelernt.

Lara Gut