Die Ski-Idole von einst und jetzt

Sport / 04.01.2017 • 22:17 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Unter den Stars beim Legendenrennen in Zagreb auch der fünfmalige Gesamt-Weltcupsieger Marc Giradelli (stehend Bildmitte) aus Lustenau. Foto: gepa
Unter den Stars beim Legendenrennen in Zagreb auch der fünfmalige Gesamt-Weltcupsieger Marc Giradelli (stehend Bildmitte) aus Lustenau. Foto: gepa

Tausende feierten mit Größen wie Killy und Schranz 50 Jahre Weltcup in Zagreb.

Zagreb. Tausende Zuschauer haben in Zagreb 50 Jahre FIS Skiweltcup gefeiert. Höhepunkt war ein Legendenrennen, an dem Asse von Jean-Claude Killy über Annemarie Moser-Pröll bis hin zu Marcel Hirscher teilnahmen. Für den Jubiläums-Event hatte man in Kroatiens Hauptstadt aus der Straße zwischen Kathedrale und Mandusevac-Brunnen eine Skipiste gemacht.

Neben Killy und Co. waren Größen wie Karl Schranz, Marc Girardelli, Renate Götschl, Petra Kronberger, Alberto Tomba, Tamara McKinney, Michaela Dorfmeister, Lise-Marie Morerod, Tina Maze, Nicole Hosp, Pernilla Wiberg noch einmal auf Skiern zu bewundern. Sie alle waren der Einladung gefolgt, um ein halbes Jahrhundert Ski-Weltcup zu feiern. Am 5. Jänner 1967 hatte in Berchtesgaden das erste Weltcuprennen stattgefunden, Sieger war der Österreicher Heini Messner gewesen.

Mit dabei beim Legendenrennen auch Marcel Hirscher, der beim Legendenrennen auf halber Strecke für ein Selfie mit einem Fan stoppte. „Es ist aber eine Riesenehre, an so etwas teilzunehmen“, sagte Hirscher, der im Winter 2016/17 auf seine bereits sechste große Kristallkugel in Folge losgeht. „Noch nie bin ich so locker ein Rennen gefahren“, scherzte der 27-jährige Salzburger, der seine großteils deutlich älteren Mitstreiter beneidete. „Sie dürfen jetzt Party machen. Ich bin der Jüngste, muss aber ins Bett.“

Nicht erst in 50 Jahren wieder

Für die Skistars von einst war Zagreb eine gute Gelegenheit, nach langer Zeit wieder aufeinanderzutreffen. Als Liebling der Damenwelt entpuppte sich dabei Killy. Denn der Franzose war trotz Italiens bei Flutlicht mit Sonnenbrille angetretenem Schönling Alberto Tomba der Favorit sowohl bei Moser-Pröll als auch Götschl. „Einen Killy wiederzutreffen ist das Größte, er war mein großes Vorbild“, gab sich Moser-Pröll begeistert. Die Salzburgerin ist mit sechs Gesamtsiegen selbst eine Weltcup-Rekordhalterin. „Hoffentlich findet das nächste Treffen nicht erst wieder in 50 Jahren statt“, scherzte die 63-Jährige aus Kleinarl.

Letzte Starterin beim legendären Treffen war Olympiasiegerin Janica Kostelic, die heute praktisch Kroatiens höchste Sport-Beamtin ist. Unbeantwortet blieb am Ende alleine die Frage nach dem oder der Besten aller Zeiten. Jede Zeit habe ihre Größten hervorgebracht, winkte Moser-Pröll ab. Vielmehr betonte sie: „Es ist einfach großartig, was hier auf die Beine gestellt worden ist.“

Einen Jean-Claude Killy wiederzutreffen ist das Größte. Er war immer schon mein großes Vorbild.

Annemarie Moser-Pröll

Ski Alpin

Rekorde und Bestmarken in der 50-jährigen Geschichte des Ski-Weltcups

» Die meisten Weltcup-Gesamtsiege: Bei den Herren sind dies Marcel Hirscher und der für Luxemburg startende Lustenauer Marc Girardelli mit je fünf und bei den Damen Annemarie Moser Pröll mit sechs Siegen.

» Die meisten Weltcupsiege: Bei den Herren führt der Schwede Ingemark Stenmark 86 Siegen vor Hermann Maier (54) und Alberto Tomba (ITA, 50) an. Dahinter folgen Marc Girardelli (46), Marcel Hirscher (41) und der Schweizer Pirmin Zurbriggen (40).

» Die meisten Weltcupsiege: Bei den Damen liegt Lindsey Vonn (USA) mit 76 Siegen in Front gefolgt von Annemarie Moser-Pröll (62), der Schweizerin Vreni Schneider (55) bzw. Renate Götschl (46), Anja Pärson (SWE, 42) und Marlies Schild (37).

» Sieger in allen fünf Disziplinen erreichten bei den Herren mit Pirmin Zurbriggen (SUI), Marc Girardelli, Günther Mader, Kjetil Andre Aamodt (NOR) und Bode Miller (USA) fünf Läufer. Mit 46 ersten Rängen im Slalom führt Ingemar Stenmark die Disziplinenwertung an.

» Siegerinnen in allen fünf Disziplinen wurden Petra Kronberger, die Schwedin Pernilla Wiberg, Janica Kostelic aus Kroatien, die Schwedin Anja Pärson, Lindsey Vonn und Tina Maze aus Slowenien. Mit 38 ersten Rängen in der Abfahrt führt Lindsey Vonn die Disziplinenwertung an, dahinter folgt Marlies Schild mit 35 Slalom-Erfolgen.

» Jüngste Sieger: Mit 18 Jahren und zwei Monaten war der Italiener Piero Gros im Riesentorlauf von Val d‘Isere 1972 der jüngste Sieger. Die Deutsche Pamela Behr entscheid mit 16 Jahren und drei Monaten den Slalom von Val d‘Isere 1972 für sich.

» Älteste Sieger: Der Schweizer Didier Cuche war 37 Jahre und sieben Monate als er im Super-G von Crans Montana 2012 triumphierte. Elisabeth Görgl war 33 Jahre und einen Monat bei ihrem Triumph im Super-G von Val d‘Isere 2014.

» Größte Vorsprünge: Ingemar Stenmark lag 1979 im Riesentorlauf von Jasna 4,06 Sekunden vor Bojan Krizaj (JUG) und die Schweizerin Marie-Theres Nadig hatte 1979 Furano beim Riesentorlauf 5,20 Sekunden Vorsprung auf Moser-Pröll.

» Siege mit höchster Startnummer: Der Liechtensteiner Markus Foser bzw. Katja Koren aus Slowenien jeweils 1993/94 mit der Nummer 66.

» Die Punkterekorde: Hermann Maier brachte es in der 1999/2000 auf exakt 2000 Punkte und die Slowenin Tina Maze erreichte 2012/13 unglaubliche 2414 Punkte.

» Die größten Mehrfach-Siege: Einen
Neunfachsieg von Österreichs Herren gab es beim Super-G am 21. Dezember 1998 in Innsbruck (Patscherkofel, Sieger Hermann Maier) bzw. in der Abfahrt von Abetone am 9. März 1968 feierten Frankreichs Damen einen Sechsfachsieg (Siegerin wurde Isabel Mir).