FIFA beschließt Mega-WM

Sport / 10.01.2017 • 20:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Ab 2026 wird Fußball-WM mit 48 Teams (bisher 32) ausgetragen. Gesamtzahl steigt von 64 auf 80 Partien.

Zürich. Noch mehr, noch größer: Die WM im XXL-Format kommt! Der Fußball-Weltverband FIFA hat im Eilverfahren die Aufstockung des WM-Teilnehmerfeldes von 32 auf 48 Mannschaften beschlossen. Ab 2026 wird das neue Format mit 16 Gruppen à drei Mannschaften gespielt. Das Geschacher um die Plätze beginnt. „Das FIFA-Council hat einstimmig die WM mit 48 Teilnehmern ab 2026 beschlossen“, teilte der Mediendienst des Weltverbandes via Twitter um 10.35 Uhr mit. Die entscheidende Council-Sitzung in Zürich hatte um 9 Uhr begonnen.

Der Fußball ist global

Die WM-Aufstockung war nach der Wahl von Gianni Infantino zum FIFA-Präsidenten im vergangenen Februar quasi nicht mehr zu verhindern. Der Schweizer hatte den „Kleinen“ unter den insgesamt 2011 FIFA-Nationen im Wahlkampf eine WM mit (mindestens) 40 Teilnehmern versprochen, das musste Infantino so schnell wie möglich einlösen.

Der 46-Jährige hat die Entscheidung für eine WM mit 48 Mannschaften energisch verteidigt und die Kritiker aus Deutschland süffisant in die Schranken gewiesen. „Wir müssen die WM ins 21. Jahrhundert, in die Zukunft bringen“, sagte der am 26. Februar 2016 als Nachfolger von Sepp Blatter gewählte FIFA-Präsident nach der Council-Sitzung. „Der Fußball ist global! Das ist eine sehr positive Entwicklung. Das Fußballfieber in einem qualifizierten Land ist die größte Werbung für den Fußball, die es geben kann.“

Keinerlei Verständnis zeigte der FIFA-Boss dafür, dass besonders aus dem Land des Weltmeisters scharfe Kritik kommt. „Auch wenn wir eine WM mit nur zwei Mannschaften organisieren würden, wäre Deutschland immer noch eine davon“, sagte Infantino: „16 Länder, die jedoch bislang keine Chance hatten, sich zu qualifizieren, werden diese nun haben.“

16 Dreiergruppen

Die Aufstockung auf 48 Teams bringe „keine große Veränderung des Modus“ mit sich. Gespielt wird ab 2026 in 16 Dreiergruppen – nur die Gruppendritten scheiden aus, die übrigen 32 Mannschaften werden eine zusätzliche K.o.-Runde spielen. „Die gute Nachricht ist, dass dieses Format in exakt der gleichen Anzahl Tagen gespielt werden kann, und der Weltmeister hat wie heute sieben Spiele zu absolvieren“, sagte Infantino und nahm Bezug auf die Bundesliga. „Auch in Deutschland spielen Profis aus aller Welt – auch für diese Spieler eröffnet sich eine neue Möglichkeit.“

Bezüglich des Modus sind noch viele Fragen offen. Nicht entschieden ist, ob es ein Elfmeterschießen nach Unentschieden in der Gruppenphase gibt. „Man kann beispielsweise die Weltrangliste heranziehen, um bei Punkt- und Torgleichheit die endgültige Tabelle zu bestimmen“, so Infantino. Das neue Format mit 16 Gruppen à drei Teams birgt die Gefahr der Ergebnisabsprache im letzten Gruppenspiel, so dass beide Mannschaften weiterkommen.

Fix ist, dass die zwei Bestplatzierten pro Gruppe weiterkommen und damit 32 Teams die erste K.-o.-Runde bestreiten. Das Turnier solle weiterhin 32 Tage dauern und in zwölf Stadien stattfinden, sagte Infantino. Offen ist dagegen noch die Verteilung der Startplätze nach Konföderationen. Ein mögliches Szenario könnte die Abstimmung beim FIFA-Council am 9. Mai in Bahrain bringen.

Wenn wir eine WM mit zwei Teams organisieren würden, wäre Deutschland immer noch eines davon.

Gianni Infantino

Fußball

Die bisherige Verteilung der WM-Startplätze nach Konföderationen

Europa 13* 23,6**

Afrika 5 0,3

Asien 4 oder 5 8,7/10,9

Südamerika 4 oder 5 40/50

Nord-/Mittelamerika 3 oder 4 8,6/11,4

Ozeanien 0 oder 1 0/9,1

Erklärung: *… WM-Teilnehmer; **… Prozentsatz zur Mitgliederzahl