Domestik und Meister im Kampf gegen die Uhr

20.01.2017 • 17:58 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Matthias Brändle im speziell gefertigten Meistertrikot. forrest/trek
Matthias Brändle im speziell gefertigten Meistertrikot. forrest/trek

Matthias Brändle vor hochkarätigen Renn­einsätzen. Gelbes
Trikot bei Tour de France das große Ziel.

san juan. (akp) So früh wie nie startet Radprofi Matthias Brändle am Montag mit der siebentätigen Tour de San Juan in Argentinien in die neue Saison und präsentiert dabei erstmals die Farben des US-amerikanischen WorldTour-Teams Trek-Segafredo. Am dritten Tag bietet sich dem Spezialisten im Kampf gegen die Uhr mit einem zwölf Kilometer langen Einzelzeitfahren ein willkommener Test für eine erste Formüberprüfung. Die Vorbereitung ist reibungslos verlaufen.

27 Fahrer aus 14 Nationen

Nach einem Trainingsblock auf Gran Canaria hat der Hohenemser zuletzt auf Mallorca erste Kilometer an der Seite der neuen Teamkollegen bzw. im Umfeld gesammelt. „Ich habe ein gutes Gefühl auf dem Rad. Die Organisation des Teams ist beeindruckend. Neben den 27 Fahrern aus 14 Nationen umfasst die Belegschaft über 60 Leute. Auf Mallorca standen zahlreiche Trainingsstunden, die Präsentation des neuen Trikots, ein Besuch bei einem großen Trek-Händler auf der Insel sowie ein Medientag auf dem Dienstplan. Meine Entscheidung, zu Trek-Segafredo zu wechseln, war goldrichtig. Ich fühle mich bei meinen neuen Arbeitgeber perfekt untergebracht und sehr wohl“, betont der Ex-Stundenweltrekordhalter.

Helfer für Contador & Co

Mit Stars wie Tour-Sieger Alberto Contador aus Spanien, dem deutschen Klassiker-Spezialisten John Degenkolb oder Rundfahrt-Spezialist Bauke Mollema aus den Niederlanden hat sich die US-Equipe für diese Saison hohe Ziele gesetzt. „Wir wollen gewinnen, da bin ich nicht ausgenommen. Es wird sicherlich ein spannendes Jahr. Durch die hochkarätige Konkurrenz innerhalb des Teams legt man sich als neuer Fahrer bereits im Training automatisch noch mehr ins Zeug“, betont der 27-Jährige, zumal einige Renneinsätze an der Seite von Contador geplant sind.

Der Spanier nimmt erneut den Tour-Sieg ins Visier. „Vom 15. bis 20. Februar fahren wir zunächst gemeinsam die Ruta del Sol in Andalusien. Diese Rundfahrt will er gewinnen – da wartet auf mich jede Menge Arbeit als Helfer, um das Feld zu kontrollieren. Ich bin auf den flachen Passagen gefragt. Dann möchte er mich für das Mannschaftszeitfahren der Volta Catalunya vom 20. bis 26. März im Aufgebot haben. Dort erwarten uns harte 40 Kilometer gegen die Uhr“, blickt Brändle voraus.

Mit Trek-Trainer Josu Larazzabal (Esp) hat der Hohenemser im Training neue Impulse gesetzt. „Ich habe bereits viele Intervalle absolviert und bis März werden diese noch gesteigert. Bei Tirreno Adriatico und der Catalunya möchte ich in der ersten Jahreshälfte meine Bestwerte fahren, auch wenn es wahrscheinlich nur im Auftrag für meine Kapitäne sein wird“, meint Brändle.

Das Rennprogramm erfordert bereits früh eine ansprechende Form. Im Frühjahr soll Brändle bei den Klassikern zum Einsatz kommen und unter anderem bei der Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix für Degenkolb in die Pedale treten.

Der Traum von Gelb

2017 will der Doppel-Staatsmeister seine bisherige Saison-Sieganzahl von vier Erfolgen auf UCI-Ebene überbieten und sich einen Startplatz für die Tour de France sichern. Allerdings wird dies bei der hochkarätigen Mannschaft nicht einfach sein, und Brändle wird Leistung zeigen müssen, um das zu schaffen.

„Am 1. Juli bietet der Prolog in Düsseldorf die Chance, meinen großen Traum vom Gelben Trikot zu verwirklichen. Das treibt mich an“, erläutert der Profi abschließend.

Wir wollen möglichst viele Siege einfahren, und ich bin nicht ausgenommen in diesem Vorhaben.

matthias brändle

Rad

Trek-Segafredo

Internet: www.treksegafredo.com

Das Team mit einer US-amerikanischen Lizenz hat seinen Sitz im belgischen Deinze (20 km westlich von Gent).

» Fahrer: Matthias Brändle (AUT), Eugenio Alafaci (ITA), Fumiyuki Beppu (JPN), Julien Bernard (BEL), André Cardoso (POR), Marco Coledan (ITA), Alberto Contador (ESP), Greg Daniel (USA), John Degenkolb (GER), Koen de Kort (NED), Laurent Didier (LUX), Fabio Felline (ITA), Jesús Hernández (ESP), Michael Gogl (AUT), Ruben Guerreiro (POR), Markel Irizar (ESP), Bauke Mollema (NED), Giacomo Nizzolo (ITA), Jarlinson Pantano (COL), Mads Pedersen (DEN), Grégory Rast (SUI), Kiel Reijnen (USA), Peter Stetina (USA), Jasper Stuyven (BEL), Edward Theuns (BEL), Boy Van Poppel (NED), Haimar Zubeldia (ESP).

» Betreuerstab
General-Manager: Luca Guercilena (ITA) Sportdirektor: Alain Gallopin (FRA) Sportliche Leiter: Kim Andersen (DEN), Adriano Baffi (ITA), Ivan Basso (ITA), Dirk Demol (BEL), Steven de Jongh (NED),

Luc Meersman (BEL) und Jaroslaw Popo­wytsch (UKR).