Siebenhofer ist ein heißes Eisen

20.01.2017 • 20:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ramona Siebenhofer brachte sich mit sauberen Trainingsfahrten in die Favoritenrolle für die Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen.  Foto: ???
Ramona Siebenhofer brachte sich mit sauberen Trainingsfahrten in die Favoritenrolle für die Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen. Foto: ???

Die Steirerin gab trotz Fehlern und Krankheit im Garmisch-Training den Ton an.

Garmisch. Ramona Siebenhofer zählt nach ihren Trainingsleistungen zum engsten Favoritenkreis für die Weltcup-Abfahrt heute (10.15 Uhr) in Garmisch-Partenkirchen. Nach überlegener Donnerstag-Bestzeit gab die Steirerin auch gestern den Ton an. Nur die Italienerin Sofia Goggia war um 0,25 Sekunden schneller, beging aber im Gegensatz zu Siebenhofer einen Torfehler. Der Rest des Feldes lag klar zurück.

„Auch wenn das Selbstvertrauen mit diesen Fahrten zurückgekommen ist, man muss ein bisschen am Boden bleiben“, versuchte die Trainingsdominatorin die Erwartungshaltung für das Rennen zu bremsen. Gleichzeitig gab Siebenhofer aber zu, dass ihr die Kandahar-Piste in Oberbayern besonders liege und sie noch Reserven habe: „Ich fühle mich richtig gut da runter, es macht echt Spaß. Heute habe ich die (Streckenpassage) ‚Hölle‘ nicht gut erwischt und sehr viel Zeit liegengelassen.“

Schnell trotz Infekt

Siebenhofer erinnerte daran, dass sie schon in Lake Louise Trainingsbestzeit erzielt hatte, dort dann in der ersten Abfahrt jedoch nur 15. geworden und in der zweiten sogar ausgeschieden war. „Es ist schon cool für den Kopf, zu wissen, dass man da als Schnellste runterfahren kann, aber das muss ich im Rennen erst einmal zeigen. Das wird schwierig, wie man in Lake Louise gesehen hat“, betonte die 25-Jährige, die noch mit den Nachwirkungen eines grippalen Infekts zu kämpfen hatte.

„Vor zwei Tagen bin ich noch mit ganz wilden Gliederschmerzen und leichtem Fieber den ganzen Tag im Bett gelegen“, verriet Siebenhofer, der am Freitag noch immer „sehr starker Schnupfen und Halsweh“ zu schaffen machten. „Nach Dreiviertel der Strecke habe ich gespürt, dass mir die Luft ausgeht, und auch die Ohren sind mir brutal zugefallen. Deswegen geht es jetzt gleich wieder ins Bett. Ich hoffe, dass ich morgen in alter Frische erwachen werde.“

Trotz fehlerhafter Fahrt und Krankheit schockte sie aber auch am Freitag die Konkurrenz. Die Schweizerin Fabienne Suter, die den Kurs ebenfalls korrekt absolvierte, verlor bereits 0,65 Sekunden auf Siebenhofer. Sechs weitere Hundertstel dahinter folgte die Salzburgerin Mirjam Puchner an dritter Stelle der bereinigten Wertung und war um den Hauch eines Hundertstels schneller als Weltcup-Rekordsiegerin Lindsey Vonn, die jedoch ein Tor ausgelassen hatte. „Das war heute wieder ein Schritt vorwärts.“

Schwierige Strecke

Zauchensee-Siegerin Christine Scheyer zählte im oberen Teil zu den Schnellsten, ehe sie im drehenden, unteren Abschnitt viel Zeit einbüßte und auch einen Torfehler beging. „Dort war ich auch einen halben Meter von einem Tor weg“, berichtete die 22-jährige Götznerin. „Es ist bisher die schwierigste Strecke. Es ist schwer, die richtige Linie zu finden, da brauche ich noch etwas Erfahrung.“ Scheyer wäre in Garmisch mit einem Top-Ten-Resultat zufrieden.

Es ist schwer, auf dieser Abfahrt die richtige Linie zu finden.

Christine Scheyer

Ski alpin

2. Training Damenabfahrt Garmisch

1. Sofia Goggia (ITA)* +1,44,41

2. Ramona Siebenhofer (AUT) +0,25 Sek.

3. Fabienne Suter (SUI) +0,90

4. Mirjam Puchner (AUT) +0,96

5. Lindsey Vonn (USA)* +0,97

6. Tamara Tippler (AUT) +1,05

7. Lara Gut (SUI) +1,13

8. Nicole Schmidhofer (AUT) +1,29

9. Tina Weirather (LIE) +1,40

10. Viktoria Rebensburg (GER) +1,47

11. Ilka Stuhec (SLO) +1,59

12. Johanna Schnarf (ITA) +1,60

13. Christine Scheyer (AUT)* +1,63

15. Elisabeth Görgl (AUT)* +1,81

18. Ricarda Haaser (AUT) +2,05

21. Stephanie Venier (AUT) +2,14

35. Sabrina Maier (AUT) +3,14

39. Christina Ager (AUT) +3,40

42. Rosina Schneeberger (AUT)* +4,05

*mit Torfehler