„Wollen dem Zufall ganz wenig Spielraum lassen“

Sport / 20.01.2017 • 22:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Altach-Trainer Martin Scherb (r.) im Gespräch mit Christian Adam.
Altach-Trainer Martin Scherb (r.) im Gespräch mit Christian Adam.

SCRA-Trainer Martin Scherb über Trainingslager und mögliche neue FIFA-Regeln.

Oliva. Die verletzten Ngwat-Mahop und Lienhart absolvieren aufgrund ihrer Verletzungen eigene Einheiten, ansonsten aber hat Trainer Martin Scherb im Trainingslager in Olivio alle Spieler beisammen. Auf die warten nun einige taktische Einheiten, Spiele und Teambuilding-Einheiten mit Sportpsychologe Michael Grunwald, mit dem der Coach des Cashpoint SCR Altach schon in St. Pölten zusammenarbeitete und der ihn in weiterer Folge begleitete.

Der Empfang in Oliva war regnerisch. Wie aber waren Ihre ersten Eindrücke am ersten Tag?

Scherb: Der Platz ist in einem sehr guten Zusatand, der Rasen ist gepflegt. Das Hotel passt, alles im grünen Bereich.

Die Mannschaft hat nach der Ankunft noch eine Laufeinheit absolviert. Was planen Sie für die nächsten Tage?

Scherb: Wir wollen im taktischen Bereich arbeiten, zudem das gute Teamgefüge stärken und Mannschaft sowie Trainerstab auf unsere Ziele vereinen. Auch im körperlichen Bereich wollen wir arbeiten. Zuletzt mussten wir sehr flexibel agieren und haben dank der Unterstützung des Olympiazentrums nach Schneefällen auch Trainings in die Halle verlegen können.

Mit Andreas Lienhart und Louis-Clement Ngwat-Mahop gibt es zwei Schlüsselspieler mit gröberen Verletzungen.

Scherb: Andi hat eine Zerrung in der Wade, er wird behutsam an die Mannschaft herangeführt. Bei Louis wird es sich bis zum Saisonstart (Anm. d. Red.: 11. Februar) nicht ausgehen. Er hat sich im Aufbautraining in der Heimat eine schwerere Adduktorenverletzung zugezogen. Ich bin aber froh, dass beide da sind. Bei den Torleuten denke ich, dass Lukse bei einem Testspiel hier in Spanien dabei sein kann und Kobras beim zweiten.

Worauf werden Sie im Training Wert legen?

Scherb: Wir wollen das Defensivverhalten noch mehr schärfen und durch weitere Varianten ergänzen. Jetzt haben wir die Zeit, um die Basis für die Viererkette zu legen. So wird unser Spiel variabler. Wir wollen einfach nichts dem Zufall überlassen.

Wie denken Sie bezüglich Dimitri Oberlin?

Scherb: Es beschäftigt mich nicht. Es wäre schön, wenn er hier wäre, aber da spielen andere Faktoren eine Rolle.

Das heißt, Sie beschäftigen sich bereits mit Alternativen?

Scherb: Es ist eine Chance für Martin Harrer, auch Hannes Aigner kehrt zurück. Und mit Ngamaleu und Dovedan haben wir weitere exzellente Spieler.

Welche Aufgabe hat Sportpsychologe Michael Grunwald?

Scherb: Er soll uns helfen, Ziele zu schärfen und und uns zeigen, wie wir Gefahren begegnen können.

Gefahren?

Scherb: Genau. Was ist, wenn wir zweimal verlieren? Wie geht die Mannschaft mit Egoismus, mit Vertragsgesprächen um. Jetzt ist alles gut, aber wir wollen die Dinge intern klar ansprechen.

Eine andere Frage: Marco van Basten hat als Technischer Berater der FIFA für Aufsehen gesorgt. Mit Vorschlägen wie Abseits abschaffen, Zeitstrafe, Nettospielzeit oder Shut-Out. Wie sehen Sie das?

Scherb: Ohne genau die Inhalte zu kennen, sage ich: Man sollte den Kern des Spiels nicht verändern. Dazu gehören Abseits und Gelbe Karten. Bei einem Shut-Out fallen auch keine Tore. Eine Netto-Spielzeit ab der 80. Minute kann ich mir vorstellen. Vielleicht überlegt man mal die Größe des Spielfelds. Der Fußball hat sich physisch einfach weiterentwickelt.

Sebastian Brandner, Andreas Lienhart und Andreas Lukse im Fitnessraum.
Sebastian Brandner, Andreas Lienhart und Andreas Lukse im Fitnessraum.
Nach der Ankunft im Hotel wartete auf die Spieler ein Essen.
Nach der Ankunft im Hotel wartete auf die Spieler ein Essen.