Die Fortsetzung der „Ü-30-Party“

Sport / 25.01.2017 • 21:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Spanier Rafael Nadal steht erstmals seit den French Open 2014 wieder im einem Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers. Foto: AFP
Der Spanier Rafael Nadal steht erstmals seit den French Open 2014 wieder im einem Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers. Foto: AFP

Nadal folgt Federer und Serena Williams ihrer Schwester Venus ins Halbfinale der Australian Open.

Melbourne. Ein mögliches Traumfinale der Tennis-Altmeister Roger Federer und Rafael Nadal bei den Australian Open rückt in immer greifbarere Nähe. Nadal schaltete im Viertelfinale Wimbledon-Finalist Milos Raonic aus Kanada aus und folgte Federer ins Halbfinale. Nadal bezwang den Weltranglisten-Dritten 6:4, 7:6, 6:4 und muss am Freitag für den Einzug ins Endspiel noch Grigor Dimitrow aus dem Weg räumen. Der Bulgare schlug den Belgier David Goffin 6:3, 6:2, 6:4 und erreichte erstmals in Australien die Vorschlussrunde.

Nadal genießt den Moment

Nadal revanchierte sich gegen Raonic für die jüngste Niederlage beim Turnier in Brisbane. Der von Handgelenksproblemen genesene 30-Jährige hatte nach einem starken ersten Durchgang Glück, dass der leicht angeschlagene Raonic im zweiten gleich sechs Satzbälle nicht nutzen konnte. „Ich hatte auch viele schwere Zeiten, deswegen genieße ich den Moment heute umso mehr“, meinte der Melbourne-Champion von 2009, der damals Federer im Finale besiegte.

Der 35-jährige Schweizer muss zuvor am Donnerstag (9 Uhr MEZ) aber das Duell gegen seinen um vier Jahre jüngeren Landsmann und alten US-Open-Champion Stan Wawrinka überstehen. Mit einem fünften Australian-Open-Triumph würde der Rekordsieger seine 18. Trophäe bei Grand-Slam-Turnieren einsammeln. „Es ist erstaunlich, ihn nach so einer langen Verletzung hier wieder im Halbfinale zu haben“, sagte Nadal anerkennend über den langjährigen Rivalen. „Es ist großartig für das Tennis, dass er zurück ist, er ist eine Legende in unserem Sport.“

Federer blieb in einem Interview vor Nadals Match zurückhaltend: „Auf das Finale zu schauen, wäre zu weit gedacht.“ Er sei noch in seinem Comeback und habe das Gefühl, dass Wawrinka mehr oder weniger der Favorit sei. Womöglich gibt Federer der unerwartet positive Turnierverlauf aber auch einen weiteren Schub. „Vielleicht spiele ich auf einmal wie aus einem Guss im Halbfinale“, sagte er.

Serena weiter ohne Satzverlust

Ins Damen-Halbfinale zogen nach Coco Vandeweghe und der 36-jährigen Venus Williams noch deren 35-jährige Schwester Serena und die 34 Jahre alte Kroatin Mirjana Lucic-Baroni ein. Damit schafften es auch drei Frauen über 30 unter die letzten vier. „Die Dreißiger sind die neuen Teenager“, scherzte Serena Williams. Nicht nur die Erfahrung, sondern auch die verbesserte Fitness hilft der alten Garde.

Rekordsiegerin Serena Williams ließ der Britin Johanna Konta beim 6:2, 6:3 keine Chance. Zuvor setzte sich die Weltranglisten-79. Lucic-Baroni mit 6:4, 3:6, 6:4 gegen die letztjährige US-Open-Finalistin Karolina Pliskova aus Tschechien durch.

Tennis

Australian Open 2017 in Melbourne

Dotation: 35,15 Mill. Euro

» Damen-Einzel, Viertelfinale: Vandeweghe (USA) – Muguruza (ESP-7) 6:4, 6:0, Venus Williams (USA-13) – Pawljutschenkowa (RUS-24) 6:4, 7:6(3), Lucic-Baroni (CRO) – Pliskova (CZE-5) 6:3, 3:6, 6:4, Serena Williams (USA-2) – Konta (GBR-9) 6:2, 6:3; Halbfinale: Vandeweghe – Venus Williams, Lucic-Baroni – Serena Williams.

» Herren-Einzel, Viertelfinale: Wawrinka (SUI-4) – Tsonga (FRA-12) 7:6(2), 6:4, 6:3, Federer (SUI-17) – Mischa Zverev (GER) 6:1, 7:5, 6:2, Nadal (ESP-9) – Raonic (CAN-3) 6:4, 7:6(7), 6:4, Dimitrow (BUL-15) – Goffin (BEL-11) 6:3, 6:2, 6:4; Halbfinale: Wawrinka – Federer, Nadal – Dimitrow.

» Damen-Doppel, Halbfinale: Hlavackova/Peng (CZE/CHN-12) – Garcia/Mladenovic (FRA-1) 7:6(4), 6:2, Mattek-Sands/Safarova (USA/CZE-2) – Hozumi/Kato (JPN) 6:2,4:6, 6:4.

Internet: www.ausopen.com