„Froh, wenn es schwierig ist“

25.01.2017 • 22:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
ÖSV-Damenchef Jürgen Kriechbaum hat bei der WM-Aufstellung noch die Qual der Wahl. Foto: gepa
ÖSV-Damenchef Jürgen Kriechbaum hat bei der WM-Aufstellung noch die Qual der Wahl. Foto: gepa

Kronplatz brachte Damen-Cheftrainer Jürgen Kriechbaum mehr Fragen als Antworten.

St. Vigil. Der letzte Riesentorlauf vor der WM in St. Moritz brachte mehr Unklarheit in das österreichische Damen-Aufgebot für die Titelkämpfe. Mit Bernadette Schild als Siebenter kam noch eine zusätzliche Option hinzu, ansonsten hat sich beim Weltcup-Debüt von St. Vigil mit der Ferienregion Kronplatz aus dem österreichischen Team niemand aufgedrängt.

Lebenszeichen von Schild

Für ÖSV-Cheftrainer Jürgen Kriechbaum ist das kein Problem, wie er sagt: „Ich bin froh, wenn die Aufstellung schwierig ist.“ Er war zunächst einmal zufrieden, dass es nach dem historisch schlechtesten Ergebnis mit Ricarda Haasers 23. Platz von Maribor für die Technik-Damen wieder aufwärtsging. Schild lieferte am Kronplatz das beste Riesentorlauf-Ergebnis ihrer Karriere, Katharina Truppe als Zwölfte ihr zweitbestes. „Von beiden war es ein Super-Rennen. Vor allem Bernie hat ein kräftiges Lebenszeichen gegeben“, sagte Kriechbaum. Speziell von Schilds zweitem Lauf, in dem sie die zweitbeste Zeit fuhr, war der Chefcoach angetan.

Dennoch ist Anna Veith als Titelverteidigerin wohl die Einzige, die ihr Ticket fix hat. Sie suchte nach ihrem Comeback aber auch in Südtirol weiterhin erfolglos ihre Form und verpasste die Qualifikation für den zweiten Durchgang. Veith hat in dieser Saison erst einen 25. Rang im zweiten Semmering-Riesentorlauf zu Buche stehen, schied einmal aus und verpasste zweimal die Qualifikation für den zweiten Lauf – wenngleich es in St. Vigil mit Platz 31 und fünf Hundertstelsekunden Rückstand auf Rang 30 äußerst knapp war.

Sehr gute Chancen dürfte trotz eines weiteren Ausfalls in St. Vigil auch Stephanie Brunner haben. Als 4. (Sölden), 8. (Sestriere) und 5. (Semmering) hat die 22-Jährige in diesem Winter bereits mehrmals aufgezeigt und ist als Elfte auch im Riesentorlauf-Weltcup Österreichs Beste. Negative Auswirkungen ihres jüngsten Ausfalls auf den WM-Startplatz befürchtet sie nicht. „Ich probiere den Ausfall jetzt so schnell wie möglich auszuschalten, dann habe ich das bis zur WM längst wieder vergessen.“

Denk- und Rechenaufgaben

Bei allen anderen dürfte der WM-Startplatz weniger klar sein. Schild und Truppe haben ihr Ticket im Slalom fix und haben in St. Vigil auch ihre Chancen auf einen Start im Riesentorlauf vergrößert. Kriechbaum nannte neben diesen beiden noch Michaela Kirchgasser und Haaser als Kandidatinnen, somit gibt es fünf Anwärterinnen auf vier Plätze neben Veith. „Entschieden wird aber erst kurz vor dem Rennen in St. Moritz“, stellte Kriechbaum klar.

„Ich glaube, dass ich den Trainern mit diesem Ergebnis ein paar Denk- und Rechenaufgaben gegeben habe“, sagte Schild über ihre WM-Chancen. Truppe gibt sich im Hinblick auf einen möglichen RTL-Start locker. „Da mache ich mir nicht so viele Gedanken. Ich bin froh, dass ich das Slalom-Ticket fix habe.“ Kirchgasser zeigte mit Platz elf nach dem ersten Durchgang am Kronplatz auf, ein verpatzter zweiter Durchgang bedeutete aber Platz 28. Ansonsten hat sie Platz sieben (Sölden) und zwölf (Semmering) zu Buche stehen.

Die Aufstellung entscheidet sich erst kurz vor dem Rennen.

Jürgen Kriechbaum