Mit Heimvorteil Medaillentraum verwirklichen

Sport / 25.01.2017 • 20:46 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Nach EM-Silber wollen Thomas Steu und Lorenz Koller bei der Heim-WM ebenfalls aufs Podest. Foto: gepa
Nach EM-Silber wollen Thomas Steu und Lorenz Koller bei der Heim-WM ebenfalls aufs Podest. Foto: gepa

Steu und Koller zählen bei Rodel-WM in Igls zum Favoritenkreis der U-23-Klasse. Jonas Müller mit WM-Debüt.

Innsbruck. (VN-akp/jd) Nach 1977, 1987, 1997 und 2007 werden zum fünften Mal in der Geschichte in Innsbruck-Igls die WM-Medaillen im Kunstbahnrodeln vergeben. Nach der feierlichen Eröffnungszeremonie am Donnerstag in der Innsbrucker Altstadt beim Goldenen Dachl beginnt am Freitag (9 Uhr) die Titeljagd in den insgesamt sieben Medaillenentscheidungen. Am Freitag stehen die im Vorjahr in Königssee erstmals ausgetragenen Sprint-Bewerbe auf dem Programm, am Samstag die Rennen der Damen und der Doppelsitzer sowie am Sonntag jenes im Herren-Einsitzer und auch die spektakuläre Teamstaffel. 27 Nationen haben fürs 47. Championat der Fédération Internationale de Luge de Course (FIL) 52 Herren- und 45 Damen-Einsitzer sowie 27 Doppelsitzer-Paare genannt. Markus Prock, Sportdirektor des österreichischen Rodel-Verbandes (ÖRV), hat als Ziel drei Medaillen genannt.

Bahnkenntnisse ausnützen

Den Erfahrungsschatz aus unzähligen Trainingsfahrten im 1232 Meter langen und 14 Kurven aufweisenden Eiskanal in Igls wollen die beiden Bludenzer Thomas Steu und Jonas Müller ausnützen. Während Steu mit seinem Tiroler Doppelsitzer-Partner Lorenz Koller bereits zum dritten Mal beim Elite-Championat am Start steht, feiert der 19-jährige Müller, noch in der Juniorenklasse startberechtigt, seine Premiere auf der höchsten Ebene. Unmittelbar vor den Heim-titelkämpfen wurden beim Weltcup im lettischen Sigulda die letzte Form- und Materialabstimmungen vorgenommen. Steu/Koller verbuchten dabei im Sprintbewerb Platz fünf und gehen mit viel Optimismus an den Start. „Die Form stimmt. Jetzt heißt es, eine möglichst perfekte Fahrt ohne Fehler hinunterzubringen und das Material bis an die Grenzen auszureizen. Die Bahn in Igls verzeiht keinen Fehler, es kommt auf jedes Tausendstel an“, weiß der 22-jährige Steu.

Im Vorjahr belegte das Duo den sechsten WM-Rang im Sprint, dieses Resultat gilt es zu toppen. Da beiden HLSZ-Leistungssportler „erst“ 22 Jahre sind, dürfen sie sich bei der im Modus „race-in-race“ ausgetragenen U-23-Wertung realistische Medaillenchancen ausrechnen.

Dass Steu/Koller zum erweiterten Kreis der Weltspitze zählen, stellte das Duo Anfang Jänner mit dem Gewinn der EM-Silbermedaille unter Beweis. „Wenn es optimal läuft, sind wir von Freitag bis Sonntag im Einsatz“, betont Steu. Am Freitag steht der Sprint-, am Samstag der Doppelsitzer- und am Sonntag der Teambewerb auf dem Programm. Im Kampf um das Mannschaftsticket müssen sich Steu/Koller aber gegen die Tiroler Vize-Weltmeister 2015 und 2016 im Sprint, Peter Penz/Georg Fischler, durchsetzen. Letztere stiegen nach einer vierwöchigen Pause aufgrund einer Herzmuskelentzündung von Fischler erst am Wochenende wieder ins Training ein.

Fokus auf Sprint

Gespannt blickt Müller seiner WM-Premiere entgegen. „Das Teilnehmerfeld ist breit und das Niveau extrem hoch. Da ich beim Starten noch Defizite habe, rechne ich mir für den Sprintbewerb am Freitag bessere Chancen aus als im Einzelrennen am Sonntag. Allerdings muss ich dazu zuerst das Finale der Top-15 schaffen“, erläutert der Malerlehrling. Der Europameister und Gesamt-Weltcupsieger der letzten Saison bei den Junioren sicherte sich das WM-Ticket in der internen ÖRV-Qualifikation. Letzte Woche feierte der amtierende ÖRV-Juniorenmeister in Sigulda mit dem 17. Rang seine Weltcuppremiere. Großen Druck verspürt der Bludenzer vor dem Großereignis keinen. „Für mich ist die Teilnahme eine große Ehre und es geht primär darum, Erfahrung auf Topniveau zu sammeln. Ich freue mich auf eine geniale Stimmung, viele Fans und will einfach jeden Moment der WM genießen.“

Entwicklungsleiter Rainer Nachbaur aus Fraxern. Foto: Kästle
Entwicklungsleiter Rainer Nachbaur aus Fraxern. Foto: Kästle

Rodeln

47. FIL-Weltmeisterschaft 2017 in Innsbruck-Igls

» Der Zeitplan

Freitag, 27. Jänner

9 Uhr: Sprint-Qualifikation(alle Klassen)

13.30 Uhr: Finale (Top 15 der Qualifikation) Damen-Einsitzer

14.20 Uhr: Finale Herren-Doppelsitzer

15.15 Uhr: Finale Herren-Einsitzer

Samstag, 28. Jänner

10 Uhr: Damen-Einsitzer

13.30 Uhr: Herren-Doppelsitzer

Sonntag, 29. Jänner

11 Uhr: Herren-Einsitzer

15 Uhr: Teamstaffel

(je ein Damen- und Herren-Einsitzer

sowie ein Herren-Doppelsitzer)

» Aufgebot Österreich

Damen: Birgit Platzer (24 Jahre/Tirol)

Miriam Kastlunger (22/Tirol)

Madeleine Egle (18/Tirol)

Hannah Prock (16/Tirol)

Herren: Wolfgang Kindl (26/Tirol)

Armin Frauscher (22/Tirol)

David Gleirscher (22/Tirol)

Jonas Müller (19/Bludenz)

Doppelsitzer: Thomas Steu (22/Bludenz)

und Lorenz Koller (22/Tirol)

Peter Penz (32/Tirol)

und Georg Fischler (31/Tirol)

Auf ORF Sport+ werden alle Finaldurchgänge live übertragen.