In Garmisch fährt WM-Zug ab

26.01.2017 • 22:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mehr als eine Sekunde besser als der Rest – Aleksander Aamodt Kilde gibt in Garmisch der Abfahrts-Konkurrenz Rätsel auf.  Foto: ap
Mehr als eine Sekunde besser als der Rest – Aleksander Aamodt Kilde gibt in Garmisch der Abfahrts-Konkurrenz Rätsel auf. Foto: ap

ÖSV-Asse mit Problemen im Abfahrtstraining, Norweger wieder stark.

Garmisch. Die beiden alpinen Weltcup-Abfahrten in Garmisch-Partenkirchen bieten den Speed-Piloten die letzte Chance, sich für das WM-Team zu empfehlen. Im einzigen Training lief es für niemanden aus dem ÖSV-Team berauschend, stark waren einmal mehr die Norweger. „Die gilt es wieder zu schlagen, das wird uns schon gelingen“, zeigte sich Vincent Kriechmayr optimistisch.

Plätze zu vergeben

Erst drei Abfahrten sind in diesem Winter absolviert, bei den zwei vor den Weltmeisterschaften noch ausständigen – heute (13.05 Uhr) wird die in Wengen abgesagte nachgetragen – ist daher für jeden noch alles möglich. Max Franz darf nach seinem Sieg in Gröden als fix angesehen werden, Matthias Mayer als Achter und Hannes Reichelt als Neunter kamen bisher je einmal in die Top Ten, Vincent Kriechmayr und Romed Baumann waren je einmal Elfter, Klaus Kröll bestenfalls 16. Aber auch Otmar Striedinger (26.) haben die Trainer noch auf der Rechnung.

Der Kärntner war auf der Kandahar mit allerdings bereits 1,90 Sekunden Rückstand auf Aleksander Aamodt Kilde und Torfehler als Zehnter bester Österreicher. „Wenn du gute Leistungen bringst, bist du bei der WM dabei. Ich mag das hier recht gern, es taugt mir“, sagte Striedinger, der nach seinem Kitzbühel-Sturz mit jeder Fahrt mehr Selbstvertrauen holt. Das kann Mayer (+2,47), zuletzt Gewinner des Super-G in Kitzbühel, nicht unbedingt von sich behaupten. „Oben ist eine Kurve, die knackiger ist, aber eigentlich ist es ein bisserl langsam und geht alles recht schön. Im Großen und Ganzen müsste es mir entgegenkommen, aber die Zeit fahre ich nicht, die der Kilde da gefahren ist. Es ist klar, ich fahre hier nicht um den Sieg mit, da herunter habe ich keine Chance“, lautete Mayers Prognose.

Kilde hatte auch seinem zweitplatzierten Landsmann Kjetil Jansrud 1,06 Sekunden abgenommen. „Ich habe Gas gegeben, weil nur ein Training ist. Das Gefühl nehme ich mit“, sagte Kilde. Jansrud ist nach dem verpatzten Kitzbühel-Rennen (36.) auf Wiedergutmachung aus. „Kitzbühel musst du erst verarbeiten, das kostet immer Kraft, egal ob es dir gut oder schlecht geht“, sagte er zur Austria Presse Agentur. „Bei nur einem Training geben die meisten Gas, aber da es eine schwierige Abfahrt ist, machen auch viele Fehler.“

Intensives Studium hatte Franz vor, der mit sich überhaupt nicht zufrieden war (2,54). „Es hat mir nicht gefallen, was ich da fabriziert habe. Es hat bei der Besichtigung cool ausgeschaut, aggressiv, alles glatt, aber es war dann komplett das Gegenteil. Unruhig, lauter kleine Schläge, dass es mich herumgewürfelt hat, und putzdunkel ist es.“

Mit Verbesserungspotenzial

Noch „einiges zu verbessern fürs Rennen“ sah auch Kriechmayr (2,11). „Es gibt ein paar Schlüsselstellen, die man erwischen muss.“ Wie Franz ebenfalls von den Bedingungen überrascht war Reichelt (2,53). „Ganz schön unruhig, es hat beim Besichtigen gemütlicher ausgeschaut. Es war zäh zum Fahren, ich habe ein paar Kurven verhaut.“

Ich fahre hier nicht um den Sieg mit, da habe ich keine Chance.

Matthias Mayer

Ski alpin

1. Training Herrenabfahrt Garmisch

1. A. Aamodt Kilde (NOR) 1:55,42

2. Kjetil Jansrud (NOR) +1,06 Sek.

3. Manuel Osborne-Paradis (CAN) +1,15

4. Steven Nyman (USA) +1,24

5. Peter Fill (ITA) +1,49

6. Erik Guay (CAN) +1,61

7. Mauro Caviezel (SUI) +1,77

8. Andreas Sander (GER) +1,81

9. Josef Ferstl (GER) +1,86

10. Otmar Striedinger (AUT) * +1,90

14. Vincent Kriechmayr (AUT) +2,11

15. Romed Baumann (AUT) +2,30

18. Christian Walder (AUT) +2,42

19. Matthias Mayer (AUT) +2,47

20. Hannes Reichelt (AUT) +2,53

21. Max Franz (AUT) +2,54

28. Frederic Berthold (AUT) * +2,78

Dominik Paris (ITA) +2,78

33. Klaus Kröll (AUT) +3,28

* mit Torfehler