Stuffer auf der Tofana schnell

27.01.2017 • 20:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Verena Stuffer nützte im Training den Heimvorteil auf der Abfahrt in Cortina.  Foto: ap
Verena Stuffer nützte im Training den Heimvorteil auf der Abfahrt in Cortina. Foto: ap

Veith ist heute in der Abfahrt von Cortina am Start – Schrecksekunde bei Vonn.

Cortina. Mit den üblichen Favoritinnen und einem starken italienischen Team steigt heute (10.30 Uhr) in Cortina die letzte Damen-Abfahrt vor der Ski-WM in St. Moritz. Und auch mit Anna Veith.
Im Abschlusstraining erzielte die Italienerin Verena Stuffer Bestzeit vor Lara Gut (+0,05 Sek.) aus der Schweiz. Beste Österreicherin war Stephanie Venier als Achte (0,82) knapp vor Mirjam Puchner (1,03).

Super-G im Fokus

Veith, die ihr zweites Abfahrtstraining nach ihrer Verletzung bestritt, zeigte sich mit 2,58 Rückstand und Platz 32 verbessert und will sich
einen Start wagen. Für die Salzburgerin steht zwar weiterhin der Super-G am Sonntag im Fokus, das Antreten in der Abfahrt soll aber helfen, dafür im Rhythmus zu bleiben.

Die übrigen Österreicherinnen fuhren wie schon tags davor nicht im absoluten Spitzenfeld mit. Hinter Venier und Puchner war Nicole Schmidhofer als Elfte (1,19) drittbeste Österreicherin. Alle drei hoffen für das Rennen aber noch auf eine Steigerung. „Es war ganz überraschend für mich, dass ich schnell war“, sagte Venier. „Gestern habe ich es mir ein bisschen angeschaut, heute bin ich ein paar Passagen schon schnell gefahren. Das ist mir ganz gut gelungen. Für die Abfahrt nehme ich mir einiges vor“, meinte die Tirolerin.

Puchner hofft vor allem im technischen Bereich wieder ihr Gefühl zu finden. „Ich spüre wieder, wo ich in mein altes Schema reinfalle, das ist ein gutes Zeichen“, sagte sie. Ramona Siebenhofer konnte nur mit Mühe einen Sturz verhindern, lag kurzzeitig im Schnee und kam mit großem Rückstand ins Ziel.

Dabei erwies sich der – unter anderem wegen Schmidhofers Verletzung im vergangenen Jahr – abgetragene Sprung „Duca d’Aosta“ als tückisch, vor allem in Kombination mit dem aufgrund des harten Kunstschnees höheren Tempo als in vergangenen Jahren. Die Läuferinnen kommen aufgrund der flacheren Welle nun schneller zum nächsten Sprung, bei dem nicht nur Siebenhofer Probleme hatte. „Ich bin gefühlt 15 Meter vor dem Netz gelandet“, sagte Siebenhofer.

Auch die fünffache Cortina-Siegerin Lindsey Vonn stürzte in dieser Passage ausgerechnet auf ihren verletzten rechten Arm. „Ich spüre es schon ein wenig, aber der Arm hält“, sagte Vonn. Das Missgeschick hat die Amerikanerin durchaus beschäftigt. „Ich bin ein bisschen schockiert, dass es passiert ist. Aber morgen ist das Rennen, ich bin trotzdem bereit. Ich bin schon stark genug für einen Unfall“, erklärte sie. Gut möglich, dass der Sprung entschärft wird. „Ich habe schon mit der FIS geredet, dass sie den Sprung kleiner machen, denn das ist schon gefährlich“, sagte Vonn. Sie zählt aber ebenso zum Favoritenkreis wie die slowenische Abfahrts-Weltcup-Führende Ilka Stuhec, die nach der Bestzeit am Donnerstag gestern auf Rang vier (0,52) landete. Das Heimteam aus Italien präsentierte sich generell stark. Sofia Goggia belegte nach Rang sieben im Abschlusstraining Platz drei (0,34).

Gutes Gefühl

Die Trainingsschnellste Stuffer zeigte sich von der Tofana wie üblich begeistert. „Das Gefühl, das ich auf dieser Piste habe, habe ich auf keiner anderen“, meinte die Südtirolerin. Julia Mancuso, neben Veith die zweite große Rückkehrerin in den Abfahrts-Weltcup, wird sehr wahrscheinlich ebenfalls auf einen Start in der Abfahrt verzichten. Dabei verbesserte sich auch die Amerikanerin mit 4,45 Rückstand und Rang 47 leicht.

Das Gefühl, das ist auf der Piste habe, habe ich auf keiner anderen.

Verena Stuffer