Hirscher ist dem Weltcup ganz nahe

29.01.2017 • 22:08 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Nach dem Sieg im
Riesentorlauf von
Garmisch hat er schon 432 Punkte Vorsprung.

Garmisch. Marcel Hirscher rast weiter in Richtung sechster Gesamtweltcupsieg. Zuletzt in Adelboden war er seinem größten Riesentorlauf-Konkurrenten Alexis Pinturault schon bis auf vier Hundertstelsekunden nahe gekommen, in Garmisch wies er den Franzosen deutlich in die Schranken. Hirscher setzte sich bei seinem vierten Saisonerfolg, dem 43. in seiner Karriere, mit 1,50 Sekunden vor Matts Olsson durch.

Der Schwede kam erstmals in seiner Karriere auf das Podest. Dritter wurde der deutsche Lokalmatador Stefan Luitz (+1,95), der zur Halbzeit auf der Topposition liegende Saison-Dominator Pinturault fiel in der Entscheidung des anspruchsvollen Rennens auf Rang vier zurück (2,05).

„Alle sind stehend k.o.“

Kein weiterer Österreicher schaffte es in die Wertung. In der Weltcup-Gesamtwertung hat Hirscher nun bereits 432 Punkte Vorsprung auf Henrik Kristoffersen (Tagessiebter), um die kleine Kristallkugel hievte er sich 94 Punkte vor Pinturault auf Platz eins. Es sind nur noch je ein Rennen in Kranjska Gora und Aspen ausständig.

„Bei so einem langen Rennen kann ich immer was gutmachen. Es war brutal schwer und schlagig“, sagte Hirscher nach 2:39,95 Minuten Gesamtzeit. Der Sieg gegen Pinturault sei „natürlich super, gar keine Frage“, aber er müsse sagen, dass „alle stehend k.o. sind nach dem Rennen“. Es war Hirschers zweiter Riesentorlauf-Sieg in der laufenden Saison nach jenem in Alta Badia Mitte Dezember. „Ich bin megahappy. Es sind wieder 100 Punkte.“

Für die WM in St. Moritz nütze das nichts, dort seien komplett andere Bedingungen. Zum Gesamtweltcup meinte der 27-jährige Hirscher, der für den 100. Sieg in der Weltcup-Geschichte im Riesentorlauf für die ÖSV-Herren sorgte. „Es schaut gut aus, und so muss es weitergehen. Ich möchte mich nicht zu viel damit beschäftigten. Ich fahre jetzt meine Rennen, und am Ende der Saison wird zusammengerechnet.“

Mit Roland Leitinger schaffte es nur ein weiterer ÖSV-Läufer in die Entscheidung, der Halbzeit-20. schied nach einem böse aussehenden Sturz im Finale aus. „Ich habe einen Schlag erwischt, es hat mich hinten reingedrückt. Mir tut mein Schuhrand hinten weh“, sagte der Salzburger, der hoffte, dass es nicht Schlimmeres ist. Matthias Mayer hatte als 39. die Teilnahme am zweiten Durchgang verpasst. Philipp Schörghofer, Manuel Feller, Marcel Mathis, Christian Hirschbühl und Daniel Meier schieden aus.

Sorgen bei Schörghofer

Schörghofer rutschte bei seinem Ausfall auf dem Innenski aus, er kämpft zudem mit Knieproblemen. „Es ist eine Überreizung der Sehnen und Bänder, alles Mögliche. Wir müssen schauen, dass wir das wieder hinbekommen. Dann wird es hoffentlich passen bei der WM“, sagte der 34-Jährige, der sein WM-Ticket
als Adelboden-Dritter sowie
mit einem sechsten und siebten Platz in dieser Saison fix hat.

Auf seinen fünften Platz in Alta Badia eigentlich noch ein weiters Topresultat draufpacken wollte Feller, der auch das Ziel nicht sah. „Klassischer dummer Innenskifehler. Ich habe ein bisserl Probleme, wenn ich lange Slalom fahre und dann wieder auf die Riesentorlauf-Ski gehe und umgekehrt.“

Mayer bestritt seinen ersten Riesentorlauf seit dem
14. März 2015, die Finalqualifikation verpasste er deutlich. „Wenn du ins Ziel kommst und der Platzsprecher sagt: ‚Danke Matthias, dass du da warst‘, dann würde ich mich schon gern rausschleichen“, sagte der Kärntner lachend. „Es ist schwer hier runter, es hat sehr gedreht. Ich habe das letzte Mal vor vier Wochen Riesentorlauf trainiert.“

Ich fahre meine Rennen, am Ende der Saison wird gerechnet.

MArcel Hirscher

Ski alpin

Weltcup-Herren-Riesentorlauf Garmisch-Partenkirchen

1. Marcel Hirscher (AUT) 2:39,95 Min. 1:19,85 1:20,10

2. Matts Olsson (SWE) 2:41,45 +01,50 1:20,21 1:21,24

3. Stefan Luitz (GER) 2:41,90 +01,95 1:20,72 1:21,18

4. Alexis Pinturault (FRA) 2:42,00 +02,05 1:19,76 1:22,24

5. Mathieu Faivre (FRA) 2:42,36 +02,41 1:20,77 1:21,59

6. Felix Neureuther (GER) 2:42,40 +02,45 1:20,26 1:22,14

7. Henrik Kristoffersen (NOR) 2:42,52 +02,57 1:21,28 1:21,24

8. Florian Eisath (ITA) 2:42,54 +02,59 1:20,97 1:21,57

Justin Murisier (SUI) 2:42,54 +02,59 1:21,32 1:21,22

10. Luca de Aliprandini (ITA) 2:42,80 +02,85 1:22,32 1:20,48

11. Leif Kristian Haugen (NOR) 2:42,97 +03,02 1:21,14 1:21,83

12. Loic Meillard (SUI) 2:43,01 +03,06 1:22,55 1:20,46

13. Aleksander Aamodt Kilde (NOR) 2:43,26 +03,31 1:21,87 1:21,39

14. Tommy Ford (USA) 2:43,28 +03,33 1:21,20 1:22,08

15. Simon Maurberger (ITA) 2:43,30 +03,35 1:22,76 1:20,54

16. Alexander Andrienko (RUS) 2:43,34 +03,39 1:22,65 1:20,69

17. Steve Missillier (FRA) 2:43,36 +03,41 1:21,86 1:21,50

18. Gino Caviezel (SUI) 2:43,44 +03,49 1:21,90 1:21,54

19. Manfred Mölgg (ITA) 2:43,54 +03,59 1:21,39 1:22,15

20. Tim Jitloff (USA) 2:43,62 +03,67 1:21,97 1:21,65

21. Victor Muffat-Jeandet (FRA) 2:43,68 +03,73 1:20,78 1:22,90

22. Riccardo Tonetti (ITA) 2:44,04 +04,09 1:21,84 1:22,20

23. Zan Kranjec (SLO) 2:44,15 +04,20 1:22,80 1:21,35

24. Krystof Kryzl (CZE) 2:44,18 +04,23 1:22,63 1:21,55

25. Kjetil Jansrud (NOR) 2:44,34 +04,39 1:22,14 1:22,20

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Daniel Meier, Christian Hirschbühl, Marcel Mathis, Manuel Feller, Philipp Schörghofer (alle AUT), Rasmus Windingstad (NOR), Cyprien Sarrazin (FRA)

Nicht qualifiziert für den 2. Durchgang: 39. Matthias Mayer (AUT)1:23,60 +3,84

Nicht gestartet: Christoph Nösig (AUT/Erkrankung)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Roland Leitinger (AUT)