Reichelts Nummern-Poker ging auf

Sport / 29.01.2017 • 23:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Linienfuchs Hannes Reichelt legte mit der Nummer eins eine Zeit vor, an der die Konkurrenz zerbrach.  Foto: apa
Linienfuchs Hannes Reichelt legte mit der Nummer eins eine Zeit vor, an der die Konkurrenz zerbrach. Foto: apa

Sieg für den ÖSV-Routinier in der zweiten Garmisch-Abfahrt vor Fill und Feuz.

Garmisch. Wie so oft zuletzt hatte er keine Wahl mehr und es blieb ihm nur die Eins übrig. Dieses Mal jedoch entschied sich Hannes Reichelt bewusst für diese Startnummer und fuhr in Garmisch-Partenkirchen zu seinem zwölften Weltcupsieg, dem sechsten in einer Abfahrt. Der Salzburger gewann das zweite Kandahar-Rennen mit 0,16 Sekunden Vorsprung auf Peter Fill und 0,52 auf Beat Feuz.

Bei der Startnummernauslosung waren die 17, die 19 und die 1 noch zu haben, der Super-G-Weltmeister entschied sich dafür, das Rennen zu eröffnen. „Es war taktisch eine gute Entscheidung, dass ich die Eins genommen habe. Mit den hinteren Nummern ist es noch schwieriger geworden. Ich bin jetzt zweimal runtergefahren, da muss man so viel Vertrauen in sich haben, dass man weiß, wie die Piste sich entwickeln wird“, erklärte der 36-jährige Reichelt. Seit Christof Innerhofer am 28. Dezember 2008 in Bormio hat kein Läufer mehr mit Startnummer eins eine Weltcup-Abfahrt gewonnen.

„Endlich“, meinte Reichelt, sei ihm wieder einmal eine fehlerfreie Fahrt gelungen. „Schon in Kitzbühel und gestern habe ich gewusst, wenn ich einmal fehlerfrei runterkomme, bin ich sicher vorne dabei, wenn ich normal fahre. Es ist die Kunst, das Mittelmaß zu finden zwischen Gas geben und sicher unterwegs zu sein und nicht hirnlos riskieren, das ist perfekt gelungen.“ Er sei „ziemlich glücklich und froh“, die Fehlerhaftigkeit abgelegt zu haben. „Das ist sehr gut für das Selbstvertrauen in Hinblick auf die WM.“

Kriechmayr kam als Siebter (0,99) erstmals in einem Speedrennen in dieser Saison in die Top-Ten. „Das war in diesem Winter meine beste Fahrt. Es passt halbwegs, auch wenn es nicht fehlerfrei war. Aber ich habe mich das erste Mal heuer im Ziel gefreut“, sagte der Oberösterreicher. Bei der WM wäre er natürlich gerne dabei, falls nicht, „habe er daheim auch einen Haufen Arbeit, da kann ich in der Landwirtschaft aushelfen“, scherzte Kriechmayr.