Zwei Siege für die Tennis-Ewigkeit

29.01.2017 • 21:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Serena Williams siegte im Schwestern-Finale gegen Venus in Melbourne und hält nun bei unglaublichen 23 Grand-Slam-Siegen. Foto: afp
Serena Williams siegte im Schwestern-Finale gegen Venus in Melbourne und hält nun bei unglaublichen 23 Grand-Slam-Siegen. Foto: afp

Serena Williams und Roger Federer mit historischen Siegen in Melbourne.

Melbourne. Wie oft ist Roger Federer schon abgeschrieben worden, doch der 35-jährige Schweizer hat sein Sensations-Comeback nach knapp sechs Monaten Wettkampf-Pause mit seinem 18. Grand-Slam-Sieg gekrönt. Federer besiegte im Endspiel der Australian Open in einem mitreißenden Fünf-Satz-Thriller zweier Tennis-Legenden Rafael Nadal nach 3:37 Stunden mit 6:4, 3:6, 6:1, 3:6, 6:3.

Nächster Meilenstein

Viereinhalb Jahre nach seinem bisher letzten Major-Titel in Wimbledon 2012 drehte Federer das Rad der Zeit noch einmal zurück. Mit seinem fünften Triumph bei den Australian Open hat Federer nicht nur seinen Rekord auf 18 Major-Siege ausgebaut: Er ist der erste Spieler überhaupt, der bei drei Grand-Slam-Turnieren jeweils zumindest fünf Titel geholt hat. Federer kehrt damit bereits am Montag als Zehnter wieder in die Top Ten der Weltrangiste zurück. „Mir fehlen die Worte. Ich möchte auch dir, Rafa, für dein tolles Comeback gratulieren, das du gefeiert hast. Keiner von uns hat geglaubt, dass wir hier im Finale stehen“, erklärte Federer, der im fünften Satz einen 1:3-Rückstand gegen Kämpfer Nadal noch in ein 6:3 verwandelt hatte. Der wie immer bescheidene Federer versicherte vor den Zuschauern in der Rod Laver Arena glaubhaft: „Ich wäre auch glücklich gewesen, wenn ich heute verloren hätte. Ich hätte es auch Rafael Nadal gegönnt“, sagte Federer, der nach der gleichaltrigen Serena Williams ebenfalls im Spätherbst seiner Karriere noch einmal zugeschlagen hat.

Federer schloss mit einem Riesenkompliment an Nadal: „Rafa, bitte spiel weiter. Das Tennis braucht dich.“ Nadal, dem die Enttäuschung natürlich anzusehen war, war nach seiner zwölften Niederlage im 35. Duell mit Federer sportlich fair wie immer. „Ich gratuliere Roger und seinem Team. Unglaublich, wie er spielt nach einer so langen Auszeit. Es war auch für mich schwierig mit den Verletzungen, und ich habe sehr gekämpft in den vergangenen zwei Wochen“, erklärte Nadal, der im Ranking ab heute auf Platz sechs klettert.

23. Grand-Slam-Sieg

Einmal mehr hat Serena Williams Tennis-Geschichte geschrieben. Die 35-jährige US-Amerikanerin besiegte am Samstag ihre 15 Monate ältere Schwester Venus Williams nach 82 Minuten 6:4, 6:4 und hat damit den Steffi-Graf-Rekord übertroffen. Sie hält nun bei 23 Grand-Slam-Triumphen und nur Margaret Court (24) liegt in der ewigen Bestenliste vor ihr. Zusätzlich kehrt Williams auf den Tennis-Thron zurück.

Dort, wo sie vor Jahresfrist eine überraschende Final-Niederlage gegen die Deutsche Angelique Kerber erlitten hatte, nahm sie der deutschen Tennis-Legende Graf nun endgültig den Rekord in der offenen Profi-Ära ab. Mit ihrem siebten Titel beim ersten Grand-Slam-Turnier des neuen Jahres überholte Serena Williams auch wieder die vorzeitig gescheiterte Kerber. „Ich danke Gott. Ich möchte Venus gratulieren, sie ist ein toller Mensch. Ich wäre ohne sie nie bei 23 Titeln“, meinte Williams in Richtung ihrer Schwester. „Sie war meine Inspiration und ist der einzige Grund, warum ich hier stehe. Jedes Mal, wenn du diese Woche gewonnen hast, habe ich gedacht, jetzt muss ich auch gewinnen“, sagte Williams. Das zweite Finale von Venus Williams in Australien, die 2003 schon einmal im Melbourne-Endspiel gestanden war, war zuvor nicht für möglich gehalten worden.

Mir fehlen die Worte. Keiner hätte geglaubt, dass wir im Finale sind.

Roger Federer
„King“ Roger schaffte nach sechsmonatiger Pause ein unglaubliches Comeback und besiegte im Finale von Melbourne den Spanier Rafael Nadal. Foto: ap
„King“ Roger schaffte nach sechsmonatiger Pause ein unglaubliches Comeback und besiegte im Finale von Melbourne
den Spanier Rafael Nadal. Foto: ap