Linus Straßer düpiert die Elite

Sport / 31.01.2017 • 22:14 Uhr / 8 Minuten Lesezeit

Debüterfolg für Deutschen in Stockholm. Shiffrin bei Damen
die Nummer eins.

Stockholm. Österreichs Ski-Superstar Marcel Hirscher musste sich beim zum Slalom-Weltcup zählenden City Event in Stockholm mit 15 Punkten für Rang neun begnügen. Der Titelverteidiger schied ebenso wie die anderen ÖSV-Teilnehmer bereits in der ersten Runde aus. Die Siege auf dem Hammarbybacken sicherten sich Topfavoritin Mikaela Shiffrin und der deutsche Linus Straßer.

Der Überraschungssieger rutschte erst durch die Absage seines bayrischen Landsmannes Felix Neureuther, der wegen einer Knieverletzung nicht nach Schweden gereist war, ins exklusive Teilnehmerfeld. Und der 24-Jährige vertrat den verletzten WM-Dritten mehr als würdig, indem er seinen Debüt-Erfolg im Weltcup feierte und damit nun auch bei der WM in der Schweiz dabei ist. „Das hätte ich nie geglaubt“, stammelte Straßer nach seinem Überraschungscoup.

Vier Hundertstel gaben am Ende im Finale gegen Pinturault den Ausschlag für das Mitglied der Ski-Abteilung des TSV 1860 München. Neureuther habe ihm schon im Vorfeld Mut zugesprochen. „Er hat gesagt, das ist meine Chance. Ich sei hier, um das zu gewinnen. Ich habe meine Chance genutzt“, lautete der zufriedene Kommentar von Straßer, der als erst elfter Deutscher ein alpines Weltcup-Rennen gewonnen hat und in seiner Kindheit für den Kitzbüheler Ski Club gefahren war. Platz drei sicherte sich sehr zur Freude der Tausenden Zuschauer am Hammarbybacken der schwedische Lokalmatador Mattias Hargin vor dem Briten Dave Ryding.

Favoriten in Runde eins out

Hirscher musste sich nach zwei Läufen auf dem nur 18 Tore langen Parallelkurs mit einem Sprung dem Norweger Aleksander Aamodt Kilde um die Winzigkeit von drei Hundertstel geschlagen geben. Da aber auch Henrik Kristoffersen wie schon im Vorjahr nicht ins Viertelfinale aufstieg – er scheiterte an Straßer klar um 0,4 Sekunden – behielt Hirscher seinen Vorsprung im Gesamt- und im Slalom-Weltcup auf den Norweger. „Letztes Jahr habe ich hier um zwei Hundertstel gewonnen, heute um drei verloren. Das gehört zu dem knappen Bewerb dazu“, erklärte der Salzburger.

Da es aber auch Kristoffersen bereits in Runde eins erwischt hatte, hielt sich die Enttäuschung bei Hirscher in Grenzen. „Das ist natürlich positiv für mich. Trotzdem hätte ich gerne mehr Runden überstanden und wäre länger gefahren, weil es einfach Spaß macht. Man muss sich nur die Stimmung anhören, das ist definitiv ein genialer Event“, betonte der 27-Jährige.

Hirschers Vorsprung im Kampf um seine sechste große Kristalltrophäe in Serie beträgt vor der WM in Sankt Moritz (6. bis 19. Februar) sowie neun Weltcup-Rennen vor Saisonende weiterhin komfortable 432 Punkte auf Kristoffersen sowie den Franzosen Alexis Pinturault, der mit Platz zwei in Stockholm zum Norweger aufschloss. In der Slalom-Wertung liegt er nach wie vor 60 Zähler vor Titelverteidiger Kristoffersen, der ihm als einziger Rivale die kleine Kugel noch abjagen kann.

Shiffrin setzt sich ab

Bei den Damen nutzte Olympiasiegerin Shiffrin indes die Abwesenheit von Lara Gut, die nach ihrem Super-G-Sturz in Cortina d‘Ampezzo auf ein Antreten verzichtet hatte, perfekt aus. Mit ihrem achten Saisonsieg, den sie im Finale gegen die Slowakin Veronika Velez Zuzulova fixierte, baute die US-Amerikanerin ihren Vorsprung in der Gesamtwertung auf die Schweizerin auf 180 Punkte aus. Für die 21-jährige Weltmeisterin war es bereits der 28. Weltcup-Sieg, der erste in einem City Event. Das Podest komplettierte die Norwegerin Nina Löseth als Dritte, Lokalmatadorin Frida Hansdotter belegte Rang vier.

Felix hat mir gesagt: Das ist deine Chance, du fährst da hin, um zu gewinnen – und das habe ich gemacht.

Linus Straßer
Mikaela Shiffrin baute mit ihrem Sieg in Stockholm den Vorsprung auf Lara Gut im Gesamtweltcup auf 180 Punkte aus.
Mikaela Shiffrin baute mit ihrem Sieg in Stockholm den Vorsprung auf Lara Gut im Gesamtweltcup auf 180 Punkte aus.

Ski alpin

Herren, gesamt (25 von 36 Rennen)

1. Marcel Hirscher (AUT) 1275

2. Henrik Kristoffersen (NOR) 843

Alexis Pinturault (FRA) 843

4. Kjetil Jansrud (NOR) 675

5. Felix Neureuther (GER) 525

6. Manfred Mölgg (ITA) 477

7. Alexander Aamodt Kilde (NOR) 466

8. Dominik Paris (ITA) 415

9. Peter Fill (ITA) 382

10. Mathieu Faivre (FRA) 360

12. Hannes Reichelt (AUT) 323

15. Matthias Mayer (AUT) 293

17. Max Franz (AUT) 283

27. Michael Matt (AUT) 222

29. Manuel Feller (AUT) 216

32. Vincent Kriechmayr (AUT) 187

38. Romed Baumann (AUT) 172

40. Philipp Schörghofer (AUT) 169

60. Marco Schwarz (AUT) 99

61. Marc Digruber (AUT) 97

72. Christian Hirschbühl (AUT) 77

82. Frederic Berthold (AUT) 60

Herren, Slalom (neun von elf Rennen)

1. Marcel Hirscher (AUT) 635

2. Henrik Kristoffersen (NOR) 575

3. Manfred Mölgg (ITA) 395

4. Alexander Choroschilow (RUS) 310

5. David Ryding (GBR) 306

6. Felix Neureuther (GER) 280

7. Alexis Pinturault (FRA) 251

8. Daniel Yule (SUI) 243

9. Stefano Gross (ITA) 236

10. Michael Matt (AUT) 222

17. Manuel Feller (AUT) 121

19. Marco Schwarz (AUT) 99

21. Marc Digruber (AUT) 97

27. Christian Hirschbühl (AUT) 76

Damen, gesamt (26 von 37 Rennen)

1. Mikaela Shiffrin (USA) 1203

2. Lara Gut (SUI) 1023

3. Sofia Goggia (ITA) 789

4. Ilka Stuhec (SLO) 785

5. Tessa Worley (FRA) 712

6. Tina Weirather (LIE) 590

7. Wendy Holdener (SUI) 538

8. Veronika Velez-Zuzulova (SVK) 515

9. Nina Löseth (NOR) 499

10. Viktoria Rebensburg (GER) 443

16. Stephanie Venier (AUT) 287

17. Bernadette Schild (AUT) 282

19. Nicole Schmidhofer (AUT) 281

26. Christine Scheyer (AUT) 226

27. Michaela Kirchgasser (AUT) 224

28. Katharina Truppe (AUT) 221

37. Stephanie Brunner (AUT) 160

39. Mirjam Puchner (AUT) 155

40. Ricarda Haaser (AUT) 154

44. Ramona Siebenhofer (AUT) 141

48. Cornelia Hütter (AUT) 131

63. Anna Veith (AUT) 78

71. Elisabeth Görgl (AUT) 53

72. Rosina Schneeberger (AUT) 51

74. Tamara Tippler (AUT) 49

79. Katharina Gallhuber (AUT) 35

81. Julia Grünwald (AUT) 32

87. Carmen Thalmann (AUT) 26

96. Katharina Liensberger (AUT) 15

Damen, Slalom (6)

1. Mikaela Shiffrin (USA) 660

2. Veronika Velez-Zuzulova (SVK) 515

3. Wendy Holdener (SUI) 415

4. Frida Hansdotter (SWE) 372

5. Nina Löseth (NOR) 362

6. Petra Vlhova (SVK) 311

7. Sarka Strachova (CZE) 282

8. Bernadette Schild (AUT) 231

9. Chiara Costazza (ITA) 161

10. Katharina Truppe (AUT) 143

24. Michaela Kirchgasser (AUT) 69

31. Katharina Gallhuber (AUT) 35

32. Julia Grünwald (AUT) 32

33. Carmen Thalmann (AUT) 26

38. Katharina Liensberger (AUT) 15

Herren, Mannschaft (27)

1. Österreich 3684

2. Frankreich 2985

3. Norwegen 2816

4. Italien 2436

5. Schweiz 1995

6. Deutschland 1361

7. USA 987

8. Schweden 718

9. Kanada 602

10. Slowenien 474

Damen, Mannschaft (26)

1. Italien 3164

2. Schweiz 2788

3. Österreich 2635

4. USA 2164

5. Slowenien 1236

6. Frankreich 1186

7. Schweden 1010

8. Norwegen 998

9. Slowakei 946

10. Deutschland 803

Nationencup (53)

1. Österreich 6319

2. Italien 5600

3. Schweiz 4783

4. Frankreich 4171

5. Norwegen 3814

6. USA 3151

7. Deutschland 2164

8. Schweden 1728

9. Slowenien 1710

10. Slowakei 1006

Ski alpin

Weltcup-Parallelslalom Stockholm

» Damen: 1. Mikaela Shiffrin (USA)

2. Veronika Velez Zuzulova (SVK)

3. Nina Löseth (NOR)

4. Frida Hansdotter (SWE)

weiters: 5. Petra Vlhova (SVK), Marie-Michele Gagnon (CAN), Chiara Costazza (ITA) und Melanie Meillard (SUI), 9. Bernadette Schild (AUT), Katharina Truppe (AUT), Wendy Holdener (SUI), Resi Stiegler (USA), Adeline Baud Mugnier (FRA), Sarka Strachova (CZE), Ana Bucik (SLO) und Denise Feierabend (SUI)

Achtelfinale: Shiffrin bezwingt Baud Mugnier (+0,80 Sek.), Gagnon bezwingt Schild (0,43), Costazza bezwingt Strachova (0,37), Hansdotter bezwingt. Bucik (0,23), Meillard bezwingt Holdener (0,07), Löseth bezwingt Truppe (disqualifiziert nach Einfädler), Vlhova bezwingt Stiegler (0,83), Velez Zuzulova bezwingt Feierabend (0,93)

Viertelfinale: Shiffrin bezwingt Gagnon (1,19), Hansdotter bezwingt Costazza (0,96), Löseth bezwingt Meillard (0,78), Velez Zuzulova bezwingt Vlhova (0,59)

Halbfinale: Shiffrin bezwingt Hansdotter (0,42)

Velez Zuzulova bezwingt Löseth (0,41)

Um Platz drei: Löseth bezwingt Hansdotter (ausgeschieden)

Finale: Shiffrin bezwingt Velez Zuzulova (0,44)

» Herren: 1. Linus Straßer (GER)

2. Alexis Pinturault (FRA)

3. Mattias Hargin (SWE)

4. Dave Ryding (GBR)

Weiters: 5. Alexander Choroschilow (RUS), Giuliano Razzoli (ITA), Stefano Gross (ITA) und Aleksandar Aamodt Kilde (NOR), 9. Marcel Hirscher (AUT), Michael Matt (AUT), Henrik Kristoffersen (NOR), Manfred Mölgg (ITA), Julien Lizeroux (FRA), Jonathan Nordbotten (NOR), Sebastian Foss-Solevaag (NOR) und Daniel Yule (SUI)

Achtelfinale: Kilde bezwingt Hirscher (+0,03 Sek.), Pinturault bezwingt Matt (0,19), Ryding bezwingt Nordbotten (0,53), Chroschilow bezwingt Foss-Solevaag (0,44), Razzoli bezwingt Mölgg (0,36), Hargin bezwingt Yule (0,16), Gross bezwingt Lizeroux (0,03), Straßer bezwingt Kristoffersen (0,40)

Viertelfinale: Pinturault bezwingt Kilde (disqualifiziert nach Torfehler), Ryding bezwingt Choroschilow (0,35), Hargin bezwingt Razzoli (0,14), Straßer bezwingt Gross (0,14)

Halbfinale: Pinturault bezwingt Ryding (0,34)

Straßer bezwingt Hargin (0,11)

Um Platz drei: Hargin bezwingt Ryding (0,06)

Finale: Straßer bezwingt Pinturault (0,04)