Es dreht sich alles um Lara Gut

Sport / 03.02.2017 • 22:41 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Das Ski-Schätzchen der Nation: Lara Gut feierte 2008 ihren ersten Weltcupsieg in St. Moritz und nahm im vergangenen Jahr das große Kristall für den Gesamtweltcup entgegen. Foto: apa
Das Ski-Schätzchen der Nation: Lara Gut feierte 2008 ihren ersten Weltcupsieg in St. Moritz und nahm im vergangenen Jahr das große Kristall für den Gesamtweltcup entgegen. Foto: apa

Die Weltcupsiegerin ist bei der Heim-WM in St. Moritz die große Hoffnungsträgerin.

St. Moritz. Lara Gut, Beat Feuz, Wendy Holdener – die Schweizer Aussichten auf Heim-Medaillen und Titelgewinne bei der alpinen Ski-Weltmeisterschaft ab Montag in St. Moritz sind sehr gut. Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann hofft dank Heimvorteil auf ein großartiges Skifest im Engadin, ein guter Auftakt wäre deshalb wünschenswert.

Vertraut mit dem Berg

Bei der bisher letzten WM in der Schweiz, die 2003 ebenfalls in St. Moritz stattfand, eroberte die Schweiz vier Medaillen, je zwei in Silber und zwei in Bronze. 2015 in Vail/Beaver Creek waren es einmal Gold durch Patrick Küng sowie jeweils Bronze für Beat Feuz und Lara Gut – alle in der Abfahrt. Die USA schnitten als Hausherren mit 2/1/2 ab, zuletzt mehr als zwei Goldmedaillen für einen Gastgeber gab es 2007 in Aare für Schweden mit 3/2/2.

Lehmann, Abfahrtsweltmeister von 1993, unterstrich die penible Vorbereitung des Schweizer Teams, habe man sich doch in den vergangenen Jahren oft in St. Moritz aufgehalten. „Auch gab es im letzten Sommer ein WM-Kick-off-Event, um die Vertrautheit mit dem Berg nochmals zu erhöhen. Für unsere Athleten soll auf diesem Berg möglichst alles selbstverständlich sein. Sie sollen das Gefühl haben, es könne ihnen nichts passieren, das sie aus der Ruhe bringt“, sagte Lehmann. Als letzte Maßnahme wurde nochmals intensiv auf der WM-Piste trainiert.

Das Schweizer Team will mit Medaillen in den beiden Auftakt-Super-G der Damen am Dienstag und Herren am Mittwoch die Basis für erfolgreiche Titelkämpfe legen. Die dreifache Super-G-Saisonsiegerin Gut gilt als Topfavoritin, sie gewann aber auch je eine Abfahrt und einen Riesentorlauf und kam in diesen Disziplinen weitere Male auf das Podest. Und auch in der Kombination gehört sie am Ort ihres ersten Weltcup-Podestplatzes und -Triumphs (beides 2008) zu den Sieganwärterinnen. Eine Goldmedaille blieb ihr bisher verwehrt.

Erfolgsgarantie gibt es keine, wie man im Super-G am Sonntag in Cortina gesehen hat. Die Tessinerin verbuchte einen schmerzhaften Ausfall, blieb aber weitgehend unverletzt. Laut Damen-Cheftrainer Hans Flatscher braucht sie allerdings bis zum WM-Auftakt „wirklich jeden Tag und alle Mittel und intensive therapeutische Betreuung“.

Auch Holdener darf mit Edelmetall spekulieren, in sechs der sieben Spezialslaloms in diesem Winter stand die 23-Jährige auf dem Podest. Dazu zählt sie in der Kombination, in der sie vergangenes Jahr die kleine Kristallkugel gewonnen hat, zu den Favoritinnen.

Bei den Herren stehen in der ersten WM-Woche Abfahrtstitelverteidiger Küng, Carlo Janka und vor allem Feuz im Mittelpunkt. Der Berner gewann vor knapp elf Monaten beim Weltcup-Finale auf der gleichen Piste sowohl die Abfahrt als auch den Super-G. Er zeigte zuletzt einen starken Aufwärtstrend mit den dritten Plätzen im Super-G von Kitzbühel und der Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen.

„Ich bin parat“

Am Tag der WM-Abfahrt, am 11. Februar, wird der mit der Österreicherin Kathrin Triendl liierte und in Innsbruck lebende Feuz 30 Jahre. „Ich bin für die WM parat“, sagte er. Die Nachwehen seines Sturzes in Kitzbühel, die ihn zuletzt in Garmisch („Ich habe mich da nicht wirklich wohlgefühlt“) noch beschäftigt hatten, sollten in der kommenden Woche kein Thema mehr sein.

In den weiteren Disziplinen ist Cheftrainer Thomas Stauffer auf Leistungsexplosionen seiner Athleten angewiesen. Am ehesten Medaillenchancen bestehen noch in der Kombination mit dem Trio Janka, Mauro Caviezel und Justin Murisier. Im Slalom lässt vor allem die Konstanz von Daniel Yule hoffen, der in dieser Saison immer in den Punkten war. Im Riesentorlauf hingegen sieht es nicht rosig aus.

Lara Gut hat die Reife, sie steht über allem.

Urs Lehmann
Doppelsieger 2016 in St. Moritz: Beat Feuz. Foto: ap
Doppelsieger 2016 in St. Moritz: Beat Feuz. Foto: ap

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