Hämmerle als Premierensieger

Sport / 05.02.2017 • 21:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Gaschurner Alessandro Hämmerle jubelt über seinen zweiten Saisonsieg. Der Vorarlberger ist nun auch Gesamtleader im Snowboardcross-Weltcup. Foto: OESV
Der Gaschurner Alessandro Hämmerle jubelt über seinen zweiten Saisonsieg. Der Vorarlberger ist nun auch Gesamtleader im Snowboardcross-Weltcup. Foto: OESV

Vierter Weltcupsieg für den Gaschurner, der den ersten Sprint-SBX für sich entscheidet.

Bankso. „Wir haben uns angeschaut und keiner wusste, wer gewonnen hat“, spricht Alessandro Hämmerle am Tag nach seinem vierten Weltcupsieg ganz locker über das Herzschlagfinale in Bansko. Dabei war der Sieg, wenn auch hauchdünn eingefahren, etwas ganz Besonderes: War es doch die Weltcup-Premiere eines Sprint-Snowboardcross. 330 Meter lang war die kurvenlose Strecke, in 20 Sekunden war alles vorbei. „Fehler waren nicht erlaubt“, erzählt der 23-jährige Gaschurner. Es galt, sauber auf dem Brett zu stehen und einen Superstart hinzulegen. „Das funktionierte bestens“, so Hämmerle, der sein 14. Top-Ten-Ergebnis im Snowboardcross-Weltcup einfuhr.

Ein Sieg über das Idol

Mit dem Sieg in Bulgarien hat Hämmerle nun auch die Führung im Disziplinen-Weltcup übernommen – und auch das hauchdünn. Wie in Bansko, so verweist er auch in der Gesamtwertung den Franzosen Pierre Vaultier („Er war immer mein Idol“) auf Rang zwei und das dank nunmehr zweier Saisonsiege.

Für „Izzi“ sowie seine Teamkollegen Markus Schairer und Bruder Luca ging es gestern via Wien zurück ins Ländle, wo schon die Vorbereitung auf die Rennen in Deutschland (Feldberg) – die Anreise erfolgt am Mittwoch – beginnt. Und wie beurteilt Hämmerle, abseits seines Erfolges, den ersten Sprint-SBX? „Irgendwie schon komisch. Da haust du dich runter und kommst eigentlich erst bei der Ziellinie so richtig in Schuss. Ich habe mich Gott sei Dank schnell darauf einstellen können.“ Im Finale, so erzählt der Montafoner, habe er auch ein wenig gepokert: „Ich bin bei einem Sprung auf die erste anstatt auf die zweite Landung gegangen. Das hat richtig gepasst.“

Alessandro Hämmerle fährt nun als Weltcup-Führender zu den nächsten Rennen in Feldberg. Das gelbe Trikot passt laut eigenen Worten „wie maßgeschneidert“. Dass es ihm schon versehentlicherweise nach seinem Sieg in Solitude übergezogen wurde, erzeugt bei ihm ein Schmunzeln. Jetzt, da er aber der rechtmäßige Träger ist, will er es nicht mehr hergeben.

Sommertraining als Grundlage

Seine gute Form in diesem Jahr begründet „Izzi“ vor allem auch mit der guten Trainingsarbeit über den Sommer im Olympiazentrum in Dornbirn. „Ich habe wirklich extrem viel gearbeitet und viel Energie in die Vorbereitung gesteckt.“

Für den ehemaligen Weltcupsieger Markus Schairer war in Bansko im Viertelfinale Endstation. Der 29-Jährige belegte am Ende Rang 17, Luca Hämmerle klassierte sich auf Platz 48.

Kein Podestplatz

Bei den Raceboardern zeigte sich Benjamin Karl angesichts der Bedingungen zufrieden mit dem Ergebnis. „Ich mag es nicht besonders, wenn man zwei Meter von den Toren wegbleiben muss, aber das hat es heute gebraucht“, erklärte der 31-Jährige. „Der nasse Schnee, der über Nacht gefallen ist, hat es so schwierig gemacht. Es war von oben bis unten ein einziger Kampf.“ Karl, der am Freitag im ersten Rennen Dritter geworden war, musste sich im Halbfinale Lokalmatador Radoslaw Jankow geschlagen geben und im kleinen Finale dem Deutschen Stefan Baumeister den Vortritt lassen. Für Lukas Mathies (35.) war in der Quali Endstation.

Ich habe mich in den 20 Sekunden nur auf mich konzentriert.

Alessandro Hämmerle

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