Auf den Spuren von Scheyer

Sport / 06.02.2017 • 18:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Stellten den Studien-Lehrgang vor: Markus Ilg, Bernadette Mennel, Sabine Röser und Sebastian Manhart. Foto: Olympiazentrum
Stellten den Studien-Lehrgang vor: Markus Ilg, Bernadette Mennel, Sabine Röser und Sebastian Manhart. Foto: Olympiazentrum

Ski-WM-Starterin startet ihre Ausbildung zur akademisch geprüfter Betriebswirtin.

Dornbirn. „Grundlagen der Betriebswirtschaft“ lautet das berufsbegleitende Studium mit flexiblem Zeitmodel, entwickelt für Spitzensportler. Letzteres ist laut Bildungs- und Sport-Landesrätin Bernadette Mennel aber keinesfalls Voraussetzung, um den Hochschullehrgang der FH Vorarlberg zum akademisch geprüften Betriebswirt zu absolvieren. Stolz sind die Protagonisten vor allem darauf, dass es gelungen ist, diese neue Ausbildungsschiene für heimische Sportler in gerade einmal eineinhalb Jahren auf die Beine zu stellen.

Start ist am 8. Juni

Möglich gemacht hat die schnelle Umsetzung laut Markus Ilg, dem Studien-Lehrgangsleiter der FH Vorarlberg, vor allem die Tatsache, dass der Studiengang Betriebswirtschaft neu überarbeitet wurde und so beide Programme „absolut kompatibel“ (Ilg) gemacht werden konnten. Ausgelegt ist der Start des Studienlehrganges (8. Juni) vorerst einmal auf die zehn „All-in“-Athleten, die allesamt aus dem Wintersport kommen. Das soll sich laut Sebastian Manhart, dem Geschäftsführer des Olympiazentrums Dornbirn, sowie Sabine Reiner vom Bildungszentrum Schloss Hofen, aber schon bald ändern. Als erste Athletin auf der Teilnehmerliste steht mit Christine Scheyer Vorarlbergs neues Ski-Ass. Bei ihr, so Manhart, zeige es sich, wie wichtig es ist, einen Ausbildungsweg vor Ort anbieten zu können. Aufgrund ihrer vermehrten Renneinsätze und Reisen hätte die 22-Jährige ansonsten ein Studium vorerst auf Eis legen müssen. „Die Athleten können in ihrer Heimat studieren und sind damit als Vorbilder auch für den Nachwuchs weiter greifbar“, erklärt Manhart. Wichtig aus seiner Sicht sei zudem, dass für die Sportler bzw. Sportlerinnen der Entscheidungszeitpunkt für die Zeit nach der Karriere nach hinten verschoben werden kann. Die Kosten belaufen sich pro Semester auf 1250 Euro, doch heimische Spitzenathleten haben die Möglichkeit den Bildungszuschuss bzw. die Einzelsportförderung zu beantragen.

Laut Ilg sind rund 20 Athleten pro Lehrgang möglich, allerdings müsse auch berücksichtigt werden, dass Spitzensport nicht als Aufnahmekriterium gelte. Hier komme laut Ilg vielmehr das in der Fachhochschule angewandte Verfahren, verbunden mit einem persönlichen Gespräch, zum Einsatz. Somit gebe es auch die Möglichkeit, nach der Abschlussprüfung als „Quereinsteiger“ in das zweite Studienjahr an der Fachhochschule einzusteigen.

Im Rahmen der Sport-Strategie 2020 laufen im Hintergrund bereits erste konstruktive Gespräche bezüglich einer Lehrausbildung, verbunden mit der Konzentration auf den Spitzensport. Für Ilg, der an der Fachhochschule sehr viel mit heimischen Unternehmen zusammenarbeitet, ist dies nur der nächste logische Schritt. Vorerst aber sei es wichtig, dass man die Synergien zwischen dem Bildungszentrum Schloss Hofen, der Fachhochschule und dem Olympiazentrum nütze, um – so Manhart – die gesamtheitliche Entwicklung der Athleten voranzutreiben. Betriebswirtschaft wurde laut Ilg auch deshalb ausgewählt, weil das Studium organisatorisch leichter zu handhaben ist, als etwa ein technischer Lehrgang.

Für den Sport ist das Studium von enormer Bedeutung.

Bernadette Mennel

Detaillierte Informationen zum Studienlehrgang gibt es unter
+43 5574 4930 431 bzw. sabine.reiner@schlosshofen.at bzw. www.schlosshofen.at

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