Große Sehnsucht nach dem perfekten Lauf

Sport / 08.02.2017 • 21:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein paar Tipps gibt es von Vater Mathias Berthold (rechts) für den Junior sowie WM-Neuling Frederic immer. Foto: AFP
Ein paar Tipps gibt es von Vater Mathias Berthold (rechts) für den Junior sowie WM-Neuling Frederic immer. Foto: AFP

Der Gargellener Frederic Berthold hofft auf seine WM-Chance in
der Kombination.

St. Moritz. Seine bisher größte Stunde schlug an einem Freitag, dem 13. vor knapp vier Wochen. An diesem Freitag, den 13. Jänner 2017, wurde der 25-jährige Gargellener Frederic Berthold Dritter in der Kombination von Wengen. Die erste Top-ten-Platzierung im Weltcup für den fröhlichen Montafoner, der sich trotz Rückschlägen nie aus der Bahn werfen ließ. Freilich weiß Berthold diese Leistung auch realistisch einzuschätzen. Er profitierte von den sich ändernden Wetterverhältnissen. „Aber du musst die auch erst ausnützen.“ Recht hat er.

Kampf um Startplatz

Ein Startplatz für die Kombination wäre auch das große Ziel für den großgewachsenen Sohn von Mathias Berthold, ehemaliger Weltcup-Spitzenfahrer und heute Cheftrainer der deutschen Herren. Wäre deswegen, weil Berthold noch nicht sicher ist, ob er auch nominiert wird.

„Klar, würde ich wahnsinnig gerne bei der Weltmeisterschaft starten“, artikuliert Berthold seine nachvollziehbare Gefühlslage. Was er dazu brauchen würde: „Einmal einen wirklich perfekten Lauf, bei dem nichts schiefgeht.“ Dafür macht er alles: Geht früher als andere zur Piste und studiert die Strecke, versucht alles, sich optimal auf Training und Rennen einzustellen. Noch gibt es für Frederic Berthold im Training die Möglichkeit, den fehlerlosen Speedlauf auf die Piste zu knallen. Am liebsten würde er sich diesen natürlich für das Rennen aufsparen.

Am Renntagen gehört Berthold zu jenen, die bis kurz vor dem Start Gesellschaft wollen. „Ich bin nicht derjenige, der sich auf einen einsamen Fleck zurückzieht und nicht redet. Mit den Kollegen zu reden und auch zu blödeln, ist Teil meines Rituals vor dem Rennen. Erst die letzten Minuten vor dem Start gehören der totalen Fokussierung auf das Rennen.“

Tipps vom Papa

Im Weltcupzirkus und bei der WM in St. Moritz ist Vincent Kriechmayr sein Zimmerkollege. „Als er zum ersten Mal mit mir im Zimmer war, schaffte er einen Podestplatz“, lacht Berthold. Wäre schön, könnte der bestplatzierte Österreicher des gestrigen Super G umgekehrt den Montafoner positiv inspirieren.

Die WM-Atmosphäre taugt Berthold jedenfalls. Und sollte er am Start sein, wird er auch auf seine liebsten Fans bauen können. Mama und Freundin haben sich angesagt und wollen ihren Frederic nach Kräften unterstützen.

Zum in St. Moritz anwesenden Papa hat der Gargellener dieser Tage ebenfalls Kontakt. „Wir sehen uns auf der Piste. Und natürlich gibt er mir dort auch den einen oder anderen Tipp. Aber wenn ich dann wieder mit mir allein im Hotel bin, rufen wir uns nicht gegenseitig an. Dann ist jeder von uns auf seine Sachen konzentriert.“

Mit den Kollegen zu reden, ist Teil meines Rituals vor dem Rennen.

frederic berthold
Im Zielraum der Speedstrecken traf VN-Redakteur Klaus Hämmerle den Montafoner Frederic Berthold. Foto: Haemmerle
Im Zielraum der Speedstrecken traf VN-Redakteur Klaus Hämmerle den Montafoner Frederic Berthold. Foto: Haemmerle

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