Nur die Favoritin war schneller als die „Rennsau“ aus Tirol

Sport / 12.02.2017 • 20:04 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Slowenin Ilka Stuhec war auf der WM-Abfahrt nicht zu schlagen. Sie holte sich souverän die Goldmedaille vor der Tirolerin Stephanie Venier. Foto: Gepa
Die Slowenin Ilka Stuhec war auf der WM-Abfahrt nicht zu schlagen. Sie holte sich souverän die Goldmedaille vor der Tirolerin Stephanie Venier. Foto: Gepa

Ilka Stuhec aus Slowenien gewann Abfahrt vor Stephanie Venier. Scheyer Sechste.

St. Moritz. Ihren Teil zum Tag der Favoriten bei den alpinen Skiweltmeisterschaften in St. Moritz erledigte die 26-jährige Slowenin Ilka Stuhec am gestrigen Speed-Sonntag bereits kurz vor Mittag. Sie hielt der Nervenbelastung stand und raste in souveräner Manier als Schnellste ins Ziel. Am Ende lag sie 40 Hundertstel vor der Tirolerin Stephanie Venier, die im dritten Damenrennen der WM in St. Moritz die dritte Medaille für den ÖSV holte. Und das vor der großen Lindsay Vonn (32), die fünf Hundertstel hinter der 23-jährigen Innsbruckerin lag.

Scheyers gute Leistung

Eine großartige WM-Abfahrtspremiere durfte die Götznerin Christine Scheyer feiern. Sie wurde hervorragende Sechste. Der Vorarlbergerin fehlte eine knappe halbe Sekunde auf Bronze. Restlos glücklich war sie nicht. „Erst war ich nicht zufrieden mit meinem Lauf. Doch je mehr Distanz ich zum Rennen habe, desto zufriedener werde ich. Es war meine erste WM, das Leben geht weiter“, nahm es die von fast 100 Fans aus dem Ländle angefeuerte Christl aus Götzis dann locker.

Mit ihrem Lauf ging sie in der fachlichen Analyse jedoch streng um. „Ich war oben wieder langsamer als die Besten und im Flachen zu brav. Aber jetzt gehe ich zur Familie und dann nach Hause.“

Lob für die Steffie

Ihrem Ruf als echte Wettkämpferin wurde Silbermedaillengewinnerin Stephanie Venier gerecht. „Ich bin eben eine Rennsau, die sich im Training selten überwinden kann.“ Das wäre der Tirolerin im Hinblick auf einen Startplatz in der WM-Abfahrt fast zum Verhängnis geworden. Und hätte Anna Veith nicht von sich aus auf eine Teilnahme verzichtet, wäre es wohl eng geworden. „Ich freue mich sehr mit Steffi und ihrer Silbermedaille“, zollte Scheyer ihrer Teamkollegin Respekt.

Zumindest nach außen hin nicht unglücklich mit ihrem dritten Platz zeigte sich auch Lindsay Vonn. Die 77-fache Weltcupsiegerin gab sich bescheiden. In Anbetracht ihres Alters und ihrer Verletzungsgeschichten sei das ein Erfolg, lächelte sie den anwesenden Reportern im Medienzentrum entgegen. Zufrieden, wenn auch nicht euphorisch, war Vonns Head-Servicemann Heinz Hämmerle. „Medaille ist Medaille“, meinte der Lustenauer kurz und knapp.

„Ich wollte meine Emotionen ausschalten und einfach Skifahren. Aber es war schwieriger als bei einem Weltcuprennen“, analysierte Siegerin Ilka Stuhec ihre Goldfahrt. Sie habe mit der Goldmedaille vieles zurückerhalten.

Die Abfahrt auf der selektiven Corviglia von St. Moritz bot sehr viel Spannung, nur Siegerin Stuhec war für die anderen mit ihrem Vorsprung von vier Zehnteln außer Reichweite. Das WM-Gold in der Damen-Abfahrt bleibt nach Stuhec’ Triumph in slowenischer Hand. Vor zwei Jahren in Vail hatte noch die mittlerweile zurückgetretene Tina Maze triumphiert.

Abfahrt Damen

Ilka
Stuhec (SLO) 1:32,85

Stephanie
Vonier (AUT) 1:33,25 +0,40

Lindsey
Vonn (USA) 1:33,30 +0,45

 4. Sofia Goggia (ITA) 1:33,37 +0,52

 5. Laurenne Ross (USA) 1:33,57 +0,72

 6. Christine Scheyer 1:33,79 +0,94

 7. Fabienne Suter (SUI) 1:33,88 +1,03

 8. Michelle Gisin (SUI) 1:33,89 +1,04

 9. Ramona Siebenhofer 1:33,97 +1,12

10. Tina Weirather (LIE) 1:34,03 +1,18

11. Viktoria Rebensburg (GER) 1:34,10 +1,25

12. Jacqueline Wiles (USA) 1:34,36 +1,51

. Jasmine Flury (SUI) 1:34,36 +1,51

14. Elena Fanchini (ITA) 1:34,39 +1,54

15. Breezy Johnson (USA) 1:34,49 +1,64

16. Nicole Schmidhofer 1:34,61 +1,76

17. Kajsa Kling (SWE) 1:34,64 +1,79

18. Corinne Suter (SUI) 1:34,65 +1,80

19. Verena Stuffer (ITA) 1:34,81 +1,96

20. Ragnhild Mowinckel (NOR) 1:34,91 +2,06

GoldMädel

Ilka Stuhec

wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und krönt ihre Wahnsinnssaison mit der Goldmedaille in der Abfahrt.

Geboren: 26. Oktober 1990

Wohnort: Maribor

Größe/Gewicht: 1,72 m/72 kg

Familienstand: ledig

Ski/Schuhe/Bindung: Stöckli/Lange/Atomic

Skiklub: SK Branik Maribor

Hobbys: Downhill-Mountainbiken, Musik hören, Zeichnen, Lesen

Homepage: www.ilka.si

Weltcupdebüt: 17. März 2007

Größte Erfolge: WM-Gold Abfahrt 2017, 5 Weltcup-Siege (4 Abfahrt, 1 Kombi), Dreifache Junioren-Weltmeisterin (Slalom & Kombi 2007; Abfahrt 2008)

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