Damen im kuriosen Chaos

Sport / 17.02.2017 • 23:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Laura Dahlmeier feiert in Hochfilzen Gold mit dem deutschen Damenteam – als erste Biathletin gewann sie zehn WM-Medaillen nacheinander. Foto: gepa
Laura Dahlmeier feiert in Hochfilzen Gold mit dem deutschen Damenteam – als erste Biathletin gewann sie zehn WM-Medaillen nacheinander. Foto: gepa

ÖSV-Staffel wurde wegen eines Fauxpas von Julia Schwaiger disqualifiziert.

Hochfilzen. Biathletin Julia Schwaiger hat bei der Heim-WM mit einem ungewöhnlichen Fauxpas die Disqualifikation der österreichischen Damenstaffel verschuldet. Ein unerlaubter vierter Nachlader der 21-jährigen Salzburgerin beim Liegendschießen war die skurrile Fußnote des von Topfavorit Deutschland gewonnenen Schlechtwetterrennens. Zum Zeitpunkt des Regelverstoßes lag Österreich bereits aussichtslos zurück.

„Es war einfach verkorkst“

„Ich kann es mir nicht erklären, die Fehler haben mich irritiert, ich habe nicht richtig mitgezählt, das darf nicht passieren. Es war einfach verkorkst, wahrscheinlich waren es die Emotionen. Ein Blackout, ich kann es nicht mehr ändern. Ich bin megaenttäuscht, es tut mir sehr leid für die Staffel“, sagte Schwaiger. Dabei habe sie sich für ihren ersten Heim-WM-Einsatz besonders viel vorgenommen. „Vielleicht ist im Hintergedanken gewesen, dass ich ihnen beweisen wollte, dass ich es drauf habe.“

Um die Junioren-WM-Medaillengewinnerin aus der Trainingsgruppe von Sandra Flunger und Alfred Eder hatte es seit Beginn der WM einige Kontroversen gegeben. Das Eder-Flunger-Lager, das mit den ÖSV-Verantwortlichen im Dauerclinch liegt, hatte ihre Nichtberücksichtigung mehrfach kritisiert. Cheftrainer Reinhard Gösweiner wunderte sich über das ungewöhnliche Missgeschick. „Das habe ich noch nie gesehen, ich wüsste nicht, dass wir das schon einmal hatten, aber man sieht, es ist nichts unmöglich.“

Unberührt vom Chaos um die Österreicherinnen feierten die deutschen Damen bei Schneefall einen Favoritensieg. Superstar Dahlmeier, die nachher einen Schwächeanfall erlitt, machte es mit zwei Nachladern beim letzten Schießen zwar noch spannend, in der Schlussrunde verteidigte sie ihren Vorsprung aber problemlos. Sie durfte damit über ihre bereits vierte Goldene in Hochfilzen jubeln. „Es ist gigantisch, aber ich möchte herausheben, dass wir ein ganz tolles Team sind.“

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