WM-Küken Gallhuber ist heiß auf ersten Einsatz

Sport / 17.02.2017 • 22:26 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Letzte Vorbereitungen laufen: Die Damen bestreiten heute mit dem Torlauf ihr letztes WM-Rennen. Österreichs Starterinnen werden dabei im Kampf um die Medaillen nur Außenseiterchancen eingeräumt. Foto: gepa
Letzte Vorbereitungen laufen: Die Damen bestreiten heute mit dem Torlauf ihr letztes WM-Rennen. Österreichs Starterinnen werden dabei im Kampf um die Medaillen nur Außenseiterchancen eingeräumt. Foto: gepa

WM-Debüt im Damenslalom. Damit kommen alle 14 ÖSV-Damen zumindest zu einem (Trainings)-Einsatz.

St. Moritz. Erstmals in der Geschichte hatte Österreichs Skiverband (ÖSV) mehr Damen als Herren nominiert, mit der 19-jährigen Niederösterreicherin schließt sich nun der Kreis. Nur Mirjam Puchner konnte wegen ihres im Abfahrtstraining erlittenen Beinbruchs kein Rennen bestreiten. Katharina Gall­huber fiebert ihrem WM-Einsatz auch deshalb entgegen,
weil sie zwar schon vor Wochen für die WM nominiert worden war, aber erst relativ spät gegenüber Ricarda
Haaser auch tatsächlich den Vorzug für den Slalom erhielt.

Erst Europacup, dann WM-Start

In der Zeit bis zur WM bestritt Gallhuber einige Europacupslaloms. Einem fünften Platz standen zwei Einfädler gegenüber, einmal beim Heimrennen auf dem Hochkar mit Weltcup-Besetzung. „Aber ich war schnell“, betonte der Teenager aus Göstling, der irgendwann in den Spuren von Kindheitsvorbild Kathrin Zettel fahren will.

Die ersten Förderer Gallhubers waren die Eltern sowie Großvater Siegfried. „Er hat mich nach dem Kindergarten oder der Volksschule zum Schlepplift im Steinbachtal gebracht und mich fahren lassen, bis es mich nicht mehr gefreut hat“, erzählte Gallhuber, deren Mutter Michaela auch Skirennfahrerin war. Ihr erster Trainer war Ewald Mandl, Bruder des langjährigen ÖSV-Damenchefs Herbert Mandl.

„Es ist cool, dass man mir die Chance gibt, hier zu sein“, bedankte sich Gallhuber in St. Moritz beim Skiverband. „Ich freue mich riesig auf den WM-Start, und die Nervosität wird sich hoffentlich in Grenzen halten, weil ich es anlege wie ein Weltcuprennen.“ Zu Hause hatte Gallhuber „jede freie Minute“ WM geschaut. „Ich habe mich riesig gefreut für alle, die eine Medaille für Österreich geholt haben.“

Sie selbst sieht sich als „krasse Außenseiterin“. Ihr bestes Weltcupergebnis war ein elfter Platz im Vorjahr in Flachau, im WM-Winter musste die Slalom-Vizeweltmeisterin bei den Junioren wegen einer Knochenprellung längere Zeit pausieren und ist bisher über Rang 17 nicht hinaus gekommen.

Sie wolle aber in der Schweiz dem internen Trend folgen. „Ziel ist, zwei gute Läufe zu fahren, mich gut zu präsentieren und eventuell mein bestes Karriere-Ergebnis zu schaffen“, hat sich Gallhuber vorgenommen.

Ein cooler Skiclub

Gallhuber ging einst in die Ski-Hauptschule Lilienfeld, fuhr lieber Riesentorlauf, ist nun aber Mitglied des ÖSV-A-Kaders und auch des Slalomteams, das seit über zwei Jahren keinen Podestplatz mehr geschafft hat. „Der ÖSV hat gute Leute und es wird irgendwann auch im Slalom wieder klappen“, ist die Atomic-Pilotin des SC Göstling-Hochkar überzeugt.

Einmal in Zettels Spuren zu fahren, ist ein weiteres Ziel der leidenschaftlichen Fußballerin. „Dafür muss ich aber hart arbeiten und mich Jahr für Jahr steigern“, ist Gallhuber bewusst.

Warum immer wieder gute Rennfahrer wie Thomas Sykora, Andreas Buder oder eben Zettel – auch Gallhubers Cousin Christoph Krenn hat es in den Weltcup geschafft – aus Göstling kommen? Gallhuber: „Wir haben einfach einen coolen Ski-Club dort.“

Es ist cool, dass man mir die Chance gibt, hier zu sein.

Katharina Gallhuber

Slalom. Damen

Start

heute 9.45 bzw 13 Uhr

ÖSV-Team für St. Moritz

Bernadette Schild

Katharina Truppe

Michaela Kirchgasser

Katharina Gallhuber

WM 2015 in Vail/Beaver Creek

 1. Mikaela Shiffrin (USA)

 2. Frida Hansdotter (SWE)

 3. Sarka Strachova (CZE)

 4. Veronika Velez Zuzulova (SVK)

 5. Kathrin Zettel (AUT)

 7. Carmen Thalmann (AUT)

Ausgeschieden im 2. Durchgang: Nicole Hosp, Michaela Kirchgasser (alle AUT)

Olympia 2014 in Sotschi/Krasnaja Poljana

 1. Mikaela Shiffrin (USA)

 2. Marlies Schild (AUT)

 3. Kathrin Zettel (AUT)

 4. Maria Höfl-Riesch (GER)

 5. Frida Hansdotter (SWE)

Ausgeschieden: Bernadette Schild, Michaela Kirchgasser (beide AUT)

Stand im Slalom-Weltcup (8)

 1. Mikaela Shiffrin (USA) 660 Punkte

 2. Veronika Velez-Zuzulova (SVK) 515

 3. Wendy Holdener (SUI) 415

 4. Frida Hansdotter (SWE) 372

 5. Nina Löseth (NOR) 362

 6. Petra Vlhova (SVK) 311

 7. Sarka Strachova (CZE) 282

 8. Bernadette Schild (AUT) 231

10. Katharina Truppe (AUT) 143

24. Michaela Kirchgasser (AUT) 69

31. Katharina Gallhuber (AUT) 35

Endstand der bisher letzten Weltcup-Salaloms in St. Moritz (19. 3. 2016)

 1. Mikaela Shiffrin (USA)

 2. Veronika Velez-Zuzulova (SVK)

 3. Frida Hansdotter (SWE)

 4. Wendy Holdener (SUI)

 5. Michaela Kirchgasser (AUT)

 8. Carmen Thalmann (AUT)

13. Bernadette Schild (AUT)

17. Katharina Truppe (AUT)

Technische Daten zur Strecke

Start: 2205 m

Ziel: 2030 m

Streckenlänge: 579 m

Höhendifferenz: 175 m