Mega-Ärger mit Nachspiel

Sport / 19.02.2017 • 23:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hertha-Trainer Pal Dardai ärgert sich über die lange Nachspielzeit.
Hertha-Trainer Pal Dardai ärgert sich über die lange Nachspielzeit.

Nach spätem Bayern-Treffer in Berlin überschlugen sich die Ereignisse.

Berlin. Rangeleien, Verschwörungstheorien, eine Spuck-Attacke und der Mittelfinger von Carlo Ancelotti: Nach dem erneuten Last-Second-Tor des FC Bayern München in der turbulenten XXL-Nachspielzeit von Berlin kochten die Emotionen so richtig über. Selbst der sonst so coole Mister Ancelotti verlor für eine Sekunde die Fassung und zeigte beim Gang in die Kabine wütenden Hertha-Fans den Stinkefinger. Stefan Effenberg lässt grüßen.

„Ja, ich habe diese Geste gemacht, weil ich angespuckt wurde“, gab Ancelotti nach dem – nüchtern betrachtet – leistungsgerechten 1:1 zu. Das könnte ein Nachspiel für ihn haben. Der Kontroll­ausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wird heute die Vorfälle aus der Schlussphase untersuchen. Eine Sperre muss Ancelotti aber wohl nicht befürchten. Wegen eines ähnlichen Vergehens war Norbert Düwel im Dezember 2014 als Trainer des Zweitligisten Union Berlin vom DFB zu einer Geldstrafe in Höhe von 3500 Euro verurteilt worden.

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund plädierte ohnehin für Nachsicht mit Ancelotti: „Ich würde jetzt nicht den Stab über ihn brechen wollen. Wenn dir einer von oben auf den Kopf rotzt, dann findest du das nicht so spannend.“

Rückendeckung erhielt Ancelotti auch von Gladbachs Trainer Dieter Hecking und Leipzig-Coach Ralph Hasenhüttl. „Ich kann Ancelotti absolut verstehen. Es ist respektlos, wenn man angespuckt wird“, sagte Hecking, während Hasenhüttl nach dem 2:1-Sieg in Gladbach erklärte: „Ich wüsste auch nicht, wie ich in der Situation reagieren würde. Keine Ahnung. Und ich bin eher ein ruhiges Gemüt.“

Laut Sport1 soll nicht nur Ancelotti, sondern auch Referee Patrick Ittrich, der wegen der langen Nachspielzeit den Unmut der Berliner auf sich zog, von Zuschauern angespuckt worden sein. Der Hamburger werde einen Sonderbericht anfertigen. Vielleicht beschäftigt sich der DFB auch mit dem Vorwurf von Hertha-Coach Pal Dardai. Der Ungar witterte in seiner ersten Enttäuschung wegen der extrem langen Nachspielzeit eine Verschwörung. „Sorry, aber ich glaube, das ist der Bayern-Bonus“, wetterte Dardai.

Fakt ist: Robert Lewandowskis Ausgleichstreffer nach 95:59 Minuten war das späteste Bundesliga-Tor seit detaillierter Datenerfassung.

Ja, ich habe die Geste gemacht, weil ich angespuckt wurde.

Carlo Ancelotti
Bayerns Carlo Ancelotti verlor für einmal seine Fassung. fotos: afp/2
Bayerns Carlo Ancelotti verlor für einmal seine Fassung. fotos: afp/2

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