Christian Adam

Kommentar

Christian Adam

Tanz auf dem Vulkan

Sport / 23.02.2017 • 22:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Gerade einmal 14 Ligaspiele hat er in den vergangenen sieben Erste-Liga-Saisonen – insgesamt 272 Spiele – verpasst. Mit seinen 36 Jahren, davon neun im grün-weißen Dress, ist Christoph Stückler bei der Austria eine Institution. Seit dieser Woche eine mit Ablaufdatum. Dass die biologische Uhr tickt, ist auch dem Kapitän bewusst. Dennoch darf die Art und Weise der Degradierung hinterfragt werden.

Natürlich gibt es im Profifußball kaum mehr Platz für Sentimentalitäten, der Erfolg steht über allem. Die Nichtberücksichtigung von Stückler für den Kader für das erste Frühjahrsspiel lässt durchaus den legitimen Schluss eines Machtkampfs zu. Denn seit dem Trainingslager herrscht Funkstille zwischen dem Trainer und seinem Kapitän. Dabei war es der Coach selbst, der sich vor zwei Jahren persönlich für eine Vertragsverlängerung des Abwehrspielers stark gemacht hat.

In Chabbis Philosophie von Hochgeschwindigkeitsfußball scheint nun aber kein Platz mehr für Lustenaus Abwehrchef zu sein. Schade, dass – vorerst – kein gemeinsamer Weg im Sinne des Erfolges gefunden werden konnte. So nämlich ähnelt die aktuelle Situation einem Tanz auf dem Vulkan, Ausbruch nicht ausgeschlossen. Das Ziel der Austria aber ist der Bundesliga-Aufstieg. Dafür heißt es, alle Kräfte zu bündeln. Dafür muss jegliches Ego zurückstehen und die Energie in die letzten 16 Saisonspiele gesteckt werden. Die Zeit drängt und ich wage an dieser Stelle zu behaupten: Die Austria braucht Stückler für ihre Saisonziele und Stückler braucht die Austria, weil er ein grün-weißes Herz hat.

christian.adam@vn.at,
05572/501-211

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.