Nur Fill schneller als Reichelt

Sport / 26.02.2017 • 20:02 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Hannes Reichelt fuhr im Super-G von Kvitfjell auf Platz zwei: „Ich habe riskiert, aber nicht dumm. Das Ergebnis taugt mir.“ Foto: ap
Hannes Reichelt fuhr im Super-G von Kvitfjell auf Platz zwei: „Ich habe riskiert, aber nicht dumm. Das Ergebnis taugt mir.“ Foto: ap

Super-G-Kugel ging an Kjetil Jansrud – Norweger untermauerten Dominanz.

Kvitfjell. Knapp hat es nicht für einen österreichischen Sieg beim Weltcup-Super-G in Kvitfjell gereicht. Hannes Reichelt musste sich Peter Fill nur um 0,10 Sekunden geschlagen geben, Dritter wurde Weltmeister Erik Guay (0,23). Mit einem siebten Tagesrang sicherte sich Kjetil Jansrud zum zweiten Mal in seiner Karriere nach 2015 die kleine Kristallkugel.

Die Disziplin Super-G bleibt damit weiter fest in norwegischer Hand, es ist der sechste Triumph in Folge für die Wikinger nach Aksel Lund Svindal (2012 bis 2014), Jansrud (2015) und Aleksander Aamodt Kilde (2016). Für Reichelt geht es beim Weltcup-Finale in Aspen noch um den zweiten Endrang, derzeit ist er 36 Zähler hinter Kilde Dritter.

Im Leben kommt alles zurück

Nach den Plätzen neun und elf in den beiden Kvitfjell-Abfahrten hoffte Reichelt im Super-G auf einen Platz ganz vorne. „Ich habe mich gestern beim Setup vertan. Das Ergebnis heute taugt mir, ich habe riskiert, aber nicht dumm. Die Zehntel findet man schnell, wenn man will“, meinte der Salzburger. Ab Startnummer neun, die Jansrud trug, begann es heller und sonniger zu werden, davon profitierte auch Reichelt, der mit 19 fuhr. „Im Leben kommt alles zurück, vor zwei Tagen war ich beim Wind benachteiligt, heute hatte ich das Glück auf meiner Seite.“

Jansrud legte mit den Siegen in den ersten drei Saison-Super-G die Basis für den Disziplinerfolg, zuletzt in Kitzbühel hatte Matthias Mayer gewonnen. „Ich wusste, ich habe einen großen Vorsprung, aber wenn ich ausfalle, dann wäre es noch einmal spannend geworden in Aspen“, sagte Vizeweltmeister Jansrud. „Die Kugel bedeutet mir sehr viel, die bekommst du, wenn du der beste der Saison bist. Sie ist sehr speziell, ich werde sie lange genießen.“ Der 31-jährige Jansrud kann sich beim Finale in Aspen noch das Kristall für die Abfahrtswertung holen, sein einziger verbliebener Konkurrent ist mit 33 Punkten Rückstand Fill.

Den Schwung mitnehmen

„Er hat heute gezeigt, dass er in einer sehr guten Form ist, das wird sehr spannend, aber so soll es auch sein“, meinte Jansrud. Speedpilot Fill feierte den dritten Weltcupsieg seiner Karriere, den ersten im Super-G. „Ich war sehr überrascht, ich habe nicht viel erwartet. Es war ein super Lauf, kein Fehler von oben bis unten. Ich bin überglücklich.“ Der 34-Jährige hoffte, den Schwung mit nach Aspen nehmen zu können, denn dort werde die Abfahrt „ein Kampf“ werden.

Zweitbester Österreicher wurde überraschend Christian Walder, der mit Nummer 40 auf Rang elf rauschte (0,83) – unmittelbar vor Mayer (0,91). Die ersten paar Startnummern, darunter auch die Österreicher Max Franz (wurde 15.), Vincent Kriechmayr (17.) und Romed Baumann (27.), hatten noch keinen Sonnenschein und bei schlechterer Sicht keine Chance auf einen Topplatz. „Es war noch schön dunkel, aber ist halt einfach so. Es wäre schön gewesen, wenn alle die gleichen Bedingungen gehabt hätten“, sagte der Kärntner Franz. Otmar Striedinger wurde 18.

Die Kugel bedeutet mir sehr viel, die bekommst du, wenn du der beste der Saison bist.

Kjetil Jansrud

Ski alpin

Weltcup-Herren-Super-G Kvitfjell

1. Peter Fill (ITA) 1:32,83 Min.

2. Hannes Reichelt (AUT) 1:32,93 +0,10

3. Erik Guay (CAN) 1:33,06 +0,23

4. A. Aamodt Kilde (NOR) 1:33,19 +0,36

5. Beat Feuz (SUI) 1:33,20 +0,37

6. Martin Cater (SLO) 1:33,27 +0,44

7. Kjetil Jansrud (NOR) 1:33,31 +0,48

8. Bostjan Kline (SLO) 1:33,58 +0,75

9. Mauro Caviezel (SUI) 1:33,59 +0,76

10. M. Osborne-Paradis (CAN) 1:33,64 +0,81

11. Christian Walder (AUT) 1:33,66 +0,83

12. Matthias Mayer (AUT) 1:33,74 +0,91

13. Maxence Muzaton (FRA) 1:33,76 +0,93

14. Andreas Sander (GER) 1:33,77 +0,94

15. Max Franz (AUT) 1:33,80 +0,97

16. Björnar Neteland (NOR) 1:33,81 +0,98

17. Vincent Kriechmayr (AUT) 1:33,88 +1,05

18. Otmar Striedinger (AUT) 1:33,99 +1,16

19. Thomas Biesemeyer (USA) 1:34,04 +1,21

20. Urs Kryenbühl (SUI) 1:34,06 +1,23

21. Ralph Weber (SUI) 1:34,07 +1,24

22. Adrien Theaux (FRA) 1:34,08 +1,25

27. Romed Baumann (AUT) 1:34,33 +1,50

40. Niklas Köck (AUT) 1:34,70 +1,87

43. Christoph Krenn (AUT) 1:34,90 +2,07

Ausgeschieden u.a.: Johannes Kröll (AUT)

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